Deutscher Mallorca-Urlauber findet ein eingeritztes Hakenkreuz an seinem BMW
In den letzten Monaten kam es auf Mallorca bereits zu ähnlichen Vorfällen, wie beispielsweise Schmierereien an deutschen Geschäften und Attacken auf Autos mit deutschen Kennzeichen

Das Hakenkreuz wurde in die Beifahrertür eingeritzt, in der hinteren Tür befindet sich ein langer Kratzer. / privat
Er hatte sein Auto extra in einer ruhigen Wohnstraße in Palmanova im Südwesten von Mallorca abgestellt, aber als der deutsche Urlauber Marc H. am Donnerstagmittag (16.4.) zurück zu seinem BMW kam, hatten Unbekannte an der Beifahrertür ein kleines Hakenkreuz eingeritzt. An der hinteren rechten Tür hinterließen mutmaßlich dieselben Täter einen mindestens 35 Zentimeter langen Kratzer. Am Telefon sagt H. der MZ: "Ein Kratzer ist das eine, aber das Hakenkreuz hinterlässt ein sehr merkwürdiges Gefühl." Vor allem, da er die zugrunde liegende Ideologie keinesfalls teile und eher politisch gegenteilige Auffassungen vertrete.
Abgestellt hatte H. den Firmenwagen mit deutschem Kennzeichen am Vorabend kurz nach 19 Uhr. H. und seine Frau machen derzeit in einer Wohnung der Familie Urlaub, in der sie bereits häufiger ihre Ferien verbracht haben. Das Paar hat keinen eigenen Immobilienbesitz auf Mallorca. Nachdem H. und seine Frau die Schäden entdeckt hatte, gaben sie bei der Guardia Civil eine Anzeige auf. Die Beamten hätten dabei den Eindruck erweckt, als komme derartige Taten häufiger vor, berichtet H. Er rechne nicht damit, dass ein Täter gefunden wird, denn der Fall werde nach 72 Stunden automatisch eingestellt.
Mehrere Tausend Euro Schaden
Die Anzeige benötigt der Deutsche aber auch für die Versicherung. Er möchte den Schaden möglichst schnell beheben lassen, wenn er in Deutschland zurück ist. "Es ist nicht so angenehm, mit so etwas auf dem Auto herumzufahren." Den Schaden am erst ein Jahr alten BMW schätzt der Deutsche auf mehrere Tausend Euro. H. will den Vorfall nicht dramatisieren. "Das hätte jeder sein können, von einem Betrunkenen bis hin zu jemandem, der aufgrund der Wohnsituation auf Mallorca verzweifelt ist."
In den zurückliegenden Monaten kam es auf Mallorca mehrfach zu ähnlichen Zwischenfällen. In Santanyí schmierten im Juli mutmaßliche Tourismusgegner das Wort "Raus" an deutsche Geschäfte und klebten Aufkleber mit Slogans wie "Deutsche raus" oder "Ausländische Käufer fahrt zur Hölle" an Schaufenster. Erst Anfang April wurde die deutsche Influencerin Soraya Scheuring Opfer einer Graffiti-Attacke auf ihr neu eröffnetes Wellness-Studio in Palmas Viertel Pere Garau. Auch Autos mit deutschen Kennzeichen wurden in der Vergangenheit mehrfach Ziel von Attacken.
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