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Flugunglück aufgeklärt: Wieso der in Deutschland wohnhafte Pilot mit seinem Sohn vor Mallorca abstürzte

Der 59-jährige Pilot und sein Sohn starben bei dem Unfall

Das Leichtflugzeug liegt weiter auf dem Meeresgrund.

Jasmin Hickman

Ralf Petzold

Ralf Petzold

Ein kleiner Kalkulationsfehler bei einem riskanten Flugmanöver hat nach dem Abschlussbericht der spanischen Flugunfallkommission den Absturz einer Sportmaschine vor Port de Sóller verursacht, bei dem am 2. August 2025 der US-Pilot Charles Michael Gordon und sein 13 Jahre alter Sohn Maximilian ums Leben gekommen sind.

Die Kommission für die Untersuchung von Flugunfällen und -zwischenfällen der Zivilluftfahrt (CIAIAC) kommt zu dem Schluss, dass die Maschine bei einem Kunstflugmanöver in sehr geringer Höhe und mit einer hohen Geschwindigkeit von mehr als 250 Stundenkilometern mit einer Tragfläche das Wasser berührte. Das Flugzeug wurde dabei zerstört, sank später und ist bis heute nicht geborgen worden. Die Ermittler halten einen Motorschaden dennoch für unwahrscheinlich.

Zwar verfügten die Maschine und der Pilot über alle nötigen Flugerlaubnisse. Eine besondere Genehmigung für Kunstflug in niedriger Höhe oder für Überflüge über städtische Gebiete und Menschenansammlungen lag aber nicht vor. Deshalb hält der Bericht fest, dass es nicht angemessen war, ein küstennahes Gebiet in niedriger Höhe zu überfliegen, das üblicherweise von Freizeitbooten genutzt wird.

Sollte bei Vorführung in Deutschland fliegen

Charles Michael Gordon war 59 Jahre alt und galt als sehr erfahrener Pilot. Er hatte in der US-Marine als Pilot und Fluglehrer für F14- und F18-Maschinen auf Flugzeugträgern gedient. Seine Lizenz entsprach der höchsten Zertifizierungsstufe. Gordon lebte in Deutschland, wo er auch Linienflüge geflogen hatte, und kam im Sommer nach Mallorca.

Nach den Erkenntnissen der Ermittler war er in Deutschland für eine Kunstflugvorführung gebucht worden. Seinen Aufenthalt auf der Insel nutzte er demnach zum Training. Die Küste vor Port de Sóller kannte er laut Bericht sehr gut, weil er dort regelmäßig Kunstflüge übte. Bei dem abgestürzten Flugzeug handelte es sich um eine Team Rocket F4 Raider, ein zweisitziges Flugzeug mit einer Länge von rund 6,4 Metern und einer möglichen Höchstgeschwindigkeit von etwa 400 Stundenkilometern.

Wie es zum Unfall kam

Die Maschine startete um 20 Uhr vom Flugplatz Binissalem. Gordon saß am Steuer, sein Sohn Maximilian war als Passagier an Bord. Wenige Minuten später erreichte das Flugzeug die Küste und flog in niedriger Höhe mit rund 255 Stundenkilometern über die Hafeneinfahrt von Port de Sóller, wo sich mehrere Freizeitboote befanden.

Dann leitete der Pilot ein Kunstflugmanöver ein. Dabei kippte das Flugzeug um 90 Grad um seine Längsachse, sodass die Tragflächen senkrecht stehen. In dieser Lage erzeugen die Flügel keinen Auftrieb. Der Pilot muss deshalb die Flugzeugnase über den Horizont anheben, um die Höhe zu halten.

Die Untersuchung der Trümmer stützt die Aussage eines Zeugen. Er hatte berichtet, dass die Spitze der rechten Tragfläche das Wasser berührte. Danach verlor die Maschine die Stabilität und schlug mit der Nase hart auf dem Wasser auf. Das Flugzeug erlitt schwere Schäden und sank. Die Rettungskräfte brauchten Stunden, um die Leichen der beiden Opfer zu bergen.

Die Experten führen den Absturz auf einen Berechnungsfehler des Piloten zurück. Er habe bei diesem riskanten Manöver nicht erkannt, dass sich die Tragfläche bereits zu nah an der Wasseroberfläche befand. Zu diesem Wahrnehmungsfehler könnte nach Einschätzung der Ermittler auch die schlechtere Sicht beigetragen haben, vor allem wegen der Lichtreflexe auf dem Meer bei einem Flug nach Westen kurz vor Sonnenuntergang.

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