Zum Hauptinhalt springenZum Seitenende springen

Mallorcas größter Betrug aller Zeiten: Mietwagenhai zu knapp fünf Jahren Haft verurteilt

Der Unternehmer durfte Autos weder vermieten noch verkaufen, tat es aber trotzdem

Salvador L.O. gestand den Betrug vor Gericht.

Salvador L.O. gestand den Betrug vor Gericht. / Mielniezuk

Marcos Ollés

Marcos Ollés

Ein Gericht auf Mallorca hat am Mittwoch (22.4.) den Mietwagenunternehmer Salvador L.O. zu vier Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Der Mallorquiner gestand, fremde Autos verkauft und dadurch mehr als 20 Millionen Euro ergaunert zu haben. Die Beschädigten können in einem später stattfindenden Zivilprozess noch ihre Ansprüche geltend machen.

Der Unternehmen leitete den Mietwagenanbieter Autoclick, der 2014 ins Geschäft einstieg und schnell expandierte. Doch es war ein Minusgeschäft. 2017 verzeichnete das Unternehmen einen Verlust in Höhe von 22 Millionen Euro. Salvador L.O. arbeitete mit seinen Geschwistern zusammen, die aber nicht auf der Anklagebank Platz nahmen.

Durfte weder vermieten noch verkaufen

Autoclick war dabei nur ein Zwischenhändler. Das Unternehmen mietete sich selbst die Fahrzeuge. In den Verträgen stand ausdrücklich, dass die Autos nicht verkauft werden dürfen. Selbst die Untervermietung war untersagt.

Zwischen September 2017 und Juni 2018 verkaufte der Mallorquiner 3.468 Autos, die ihm nie gehörten. Den Käufern log er dabei vor, dass er die nötigen Unterlagen nachreichen würde. Dazu kam es nie. Als immer mehr betrogene Autokäufer den Fall bei der Guardia Civil anzeigten, ergriff der Unternehmer die Flucht. Das Gericht auf der Insel stellte einen internationalen Such- und Haftbefehl aus. Im Oktober 2024 wurde Salvador L.O. in Taiwan festgenommen und über Frankfurt nach Mallorca ausgeliefert. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Diese Zeit wird von der Haftstrafe abgezogen.

Deal ausgehandelt

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe in Höhe von neun Jahren und ein Bußgeld in Höhe von 4.320 Euro wegen Dokumentenfälschung und Betrugs gefordert. Der Angeklagte handelte mit seinem Anwalt einen Deal aus. Gegen das Schuldeingeständnis wurde die Strafe herabgesetzt. Neben der Haft zahlt der Mallorquiner 2.880 Euro Bußgeld. Der angerichtete Schaden ist dadurch aber noch nicht beglichen.

Abonnieren, um zu lesen

Tracking Pixel Contents