Zum Hauptinhalt springenZum Seitenende springen

"Alle haben Angst": Einbruchserie sorgt für Verunsicherung in Küstenort auf Mallorca

Gleich drei Mal innerhalb einer Woche sind Unbekannte bei langjährigen deutschen Mallorca-Residenten in Häuser eingebrochen. Teilweise sogar, als die Bewohner dort schliefen

Archivbild aus Son Serra de Marina

Archivbild aus Son Serra de Marina / Nele Bendgens / Sophie

Sophie Mono

Sophie Mono

Den vergangenen Freitag (24.4.) werden Achim Markus und seine Frau so schnell nicht vergessen. Es war gegen 21.45 Uhr, als ihr Handy klingelte. "Wir waren gerade unterwegs in Cala Millor. Die Alarmanlagenfirma rief uns an. In unserem Haus in Son Serra de Marina sei der Alarm angesprungen", berichten die Deutschen der MZ. Ein Blick auf die Kamera verriet: Jemand trieb sich im Haus herum. "Die Alarmanlagenfirma verständigte daraufhin sofort die Polizei, wir setzten uns ins Auto und riefen einen Nachbarn in Son Serra an, der sofort zu uns ging und klingelte", so Achim Markus. Auch die Beamten kamen schnell - aber nicht schnell genug. Als sie aufs Grundstück eindrangen, war der Einbrecher bereits geflüchtet. Genau, wie mehrere andere Täter auch, die nur wenige Tage zuvor in anderen Häusern im Küstenort eingebrochen waren.

Drei Mal in einer Woche

"Innerhalb von einer Woche ist es drei Mal passiert", so das deutsche Ehepaar, das auch sechs Tage nach dem Vorfall am Telefon noch sichtlich geschockt wirkt. "Dabei haben wir sogar noch Glück gehabt. In den anderen Häusern stiegen die Diebe ein, während die Bewohner schliefen, das muss fürs Gefühl noch viel viel schlimmer sein. Aber es ist auch so schon schrecklich."

Acht Jahre lang wohnen Markus und seine Frau bereits in Son Serra, seit 20 Jahren leben sie auf der Insel. "Aber so unsicher wie jetzt haben wir uns noch nie gefühlt", betonen sie. Dabei hätten sie in den vergangenen zwei, drei Jahren schon einen deutlichen Anstieg der Kriminalität in dem Küstenort festgestellt. "In den vergangenen Sommern sind es aber eher Urlauber gewesen, die von verkleideten Reinigungskräften in ihren Ferienhäusern bestohlen wurden." Auch im öffentlichen Raum sei es immer öfter zu Diebstählen gekommen. Dass es nun drei Mal hintereinander ganzjährig bewohnte Häuser getroffen hat, wirke sich auf das kollektive Sicherheitsgefühl in Son Serra sehr negativ aus.

Kollektive Unsicherheit

"Die Stimmung ist komisch, alle haben Angst", so Achim Markus, der nach dem Einbruch in sein Haus gemeinsam mit seiner Frau eine WhatsApp-Gruppe mit anderen Nachbarn gegründet hat. Rund 30 Leute seien darin vereint, alle hielten jetzt die Augen offen. "Wenn irgendwer etwas sieht, dann kann er es in die Gruppe schreiben, Alarm schlagen und wir können uns sofort untereinander helfen", so Markus. In seinem Fall entwendete der Täter einen Ehering, etwas Geld und weitere Schmuckstücke. "Einen Laptop und einen teuren Kopfhörer sowie einen Beutel Kleingeld ließ er aber einfach liegen."

Die Polizei habe in den vergangenen Tagen die Kontrollen am Ortseingang verstärkt - immerhin führt nur eine einzige Straße in die Küstensiedlung. "Aber es kann ja auch sein, dass die Diebe sich hier irgendwo eingenistet haben und erst einmal abwarten", mutmaßt Achim Markus' Frau.

Spurensicherung nach drei Tagen

Dass die Guardia Civil an jenem Abend nicht einmal wartete, bis das Paar von Cala Millor aus zurückgekommen war, um ihre Aussagen aufzunehmen, und dass der Forensiker erst drei Tage nach dem Einbruch Spuren sicherte ("da hatten wir die eingeschlagene Scheibe bereits ausgetauscht"), enttäuscht die Deutschen ein wenig. Vor allem aber sind sie von der Versicherung genervt, die alles verkompliziere, statt schnell zu helfen.

"Wir werden auf jeden Fall aufrüsten und ein besseres Alarmsystem einbauen." Mit Lärm, der auch im Außenbereich bereits abschreckt und besseren Kameras, die alles genauer erkennen lassen. Jetzt hoffen sie, das erst einmal Ruhe einkehrt. "Aber das unsichere Gefühl bleibt."

Abonnieren, um zu lesen

Tracking Pixel Contents