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Pride-Parade 2026 abgesagt: LGBT-Verband auf Mallorca macht Rathaus Palma schwere Vorwürfe

Der Verein Ben Amics sagt die geplante Feier zum LGTBI+-Pride 2026 ab. Als Grund nennt die Organisation fehlende Planung und mangelnde Unterstützung durch das Rathaus von Palma

Ralf Petzold

Ralf Petzold

Palma wird in diesem Jahr voraussichtlich ohne die große Parade zum LGTBI+-Pride auskommen müssen. Der Verein Ben Amics, der sich auf den Balearen für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans und intergeschlechtlichen Menschen einsetzt, hat die Feier zum Orgullo 2026 abgesagt. Die Organisation macht dafür das Rathaus von Palma verantwortlich.

Nach Angaben von Ben Amics fand erst am 22. April eine Sitzung mit der Stadtverwaltung statt – 85 Tage nachdem der Verein nach eigener Darstellung erstmals versucht hatte, die Organisation des Events mit Cort abzustimmen. Zu diesem Zeitpunkt waren es nur noch 67 Tage bis zum geplanten Pride-Termin Ende Juni. Bei dem Treffen sei weder die zuständige Stadträtin anwesend gewesen, noch habe die Stadt konkrete Vorgaben oder einen vernünftigen Zeitplan vorgelegt.

Rathaus hat die Zuständigkeit nicht verteilt

Besonders kritisch sieht der Verein, dass der notwendige Vertrag für die Organisation der Feier demnach noch immer nicht abgeschlossen war. Auch sei unklar gewesen, welche städtische Abteilung überhaupt für die Akte zuständig sei. Das technische Personal im Rathaus habe zwei Monate vor der geplanten Verbena offenbar noch keinen konkreten Auftrag erhalten, so Ben Amics.

Der Verein spricht von einem „klaren Rückschritt“ für die LGTBI+-Gemeinschaft auf Mallorca. Die Absage sei umso schwerwiegender, weil es bereits im vergangenen Jahr Probleme bei der Vorbereitung gegeben habe. Damals sei der Vertrag für Künstler und Bühne zu diesem Zeitpunkt bereits veröffentlicht und die Akte in Bearbeitung gewesen; dennoch habe die Stadt die Veranstaltung erst sehr spät öffentlich beworben.

Ben Amics hatte bereits Mitte April gewarnt, die Pride-Feier in Palma stehe wegen fehlender Antworten der Stadt auf der Kippe. Der Konflikt fügt sich in eine angespannte Debatte um Gleichstellungs- und Diversitätspolitik in Palma. Ben Amics verweist unter anderem auf die gestrichenen Workshops zu sexueller und geschlechtlicher Vielfalt im Bildungsprogramm PalmaEduca. Diese Workshops waren nach Angaben der Organisation über Jahre Bestandteil des städtischen Angebots; im Herbst 2025 hatte Ben Amics dem Rathaus bereits vorgeworfen, die Kurse nicht fortzuführen.

Ben Amics hofft auf andere Gemeinden

Ganz abgesagt ist der Pride auf Mallorca damit jedoch nicht. Ben Amics hofft nach eigenen Angaben, dass die für Juni geplanten Sensibilisierungsveranstaltungen stattfinden können. Zugleich ruft der Verein andere Gemeinden der Insel dazu auf, mit ihm zusammenzuarbeiten und Räume für Sichtbarkeit während des Pride-Monats zu schaffen.

Das Rathaus von Palma hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.

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