Wollte Mieter im Schlaf verbrennen: Vermieter drohen 16 Jahre Haft wegen versuchten Mordes und Brandstiftung
Der Zweithausbesitzer lebt 11 Monate im Jahr im Ausland und vermietet seine Wohnung auf Mallorca für die meiste Zeit. Als er im August auf die Insel kam, um einen Monat in seinem zweiten Zuhause zu verbringen und die Mieter weiterhin dort waren, griff er zu extremen Maßnahmen

Die Tatwaffen: Eine Flasche Paraffin und eine Bohrmaschine. / Ortspolizei Palma
Die Staatsanwaltschaft fordert 16 Jahre Haft für einen Mann, der im vergangenen Sommer in Palma versucht haben soll, seinen Mieter bei lebendigem Leib zu verbrennen. Am kommenden Montag (4.5.) soll er zu der Vorverhandlung des Falles in Palma kommen.
Zweithausbesitzer vermietete 11 Monate im Jahr die Wohnung
Hintergrund des Angriffs war offenbar die Weigerung des Mieters, die Wohnung zu verlassen. In der Immobilie hielten sich zu diesem Zeitpunkt zwei weitere Personen auf, die dort ebenfalls Zimmer gemietet hatten.
Der Eigentümer der Wohnung lebt nicht auf der Insel und vermietet sie für das ganze Jahr – mit Ausnahme des Monats August, in dem er sie selbst für seinen Urlaub auf Mallorca nutzen wollte. So sei es mit den Mietern vereinbart gewesen. Diese hatten die Wohnung jedoch nicht verlassen, weil sie nach eigenen Angaben Schwierigkeiten hatten, eine andere Unterkunft zu finden. Zudem sollen sie mehrere Monatsmieten geschuldet haben.
Der Angriff ereignete sich am Morgen des 2. August 2025. Das Opfer gab an, frühmorgens durch Geräusche an der Wohnungstür geweckt worden zu sein. Er stellte fest, dass jemand einen Stein geworfen hatte, sah jedoch niemanden und legte sich wieder schlafen. Kurz darauf bemerkte der Mann einen Eindringling in seinem Zimmer. Dieser hatte ihn mit einer Flüssigkeit übergossen, die das Opfer zunächst für Benzin hielt. In den Händen hielt der Angreifer eine Bohrmaschine sowie ein Feuerzeug, mit dem er drohte, ihn anzuzünden.
Dem Opfer und einem weiteren Mieter gelang es, dem Eindringling das Werkzeug abzunehmen. Da der Mann jedoch weiter das Feuerzeug in der Hand hielt und die Gefahr bestand, dass er es entzünden würde, rannten die beiden aus der Wohnung und baten um Hilfe.
Mehrere Streifen der Lokalpolizei von Palma rückten an und trafen den Beschuldigten in der Nähe der Wohnung an. Er trug einen Rucksack bei sich, in dem sich eine Flasche Paraffin – eine Flüssigkeit, die unter anderem zum Anzünden von Grills verwendet wird –, die Bohrmaschine und weitere Werkzeuge befanden. Mit diesen soll er die Wohnungstür aufgebrochen haben.
Kam sofort in Untersuchungshaft
Der Mann wurde umgehend festgenommen. Der Bereitschaftsrichter ordnete Untersuchungshaft an. Seitdem sitzt der Beschuldigte infolge der Ermittlungen der Mordkommission der Nationalpolizei in Haft.
Der Mieter, der mit der brennbaren Flüssigkeit übergossen worden war, musste medizinisch behandelt werden, weil das Paraffin Augenreizungen verursachte. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Beschuldigte mit Tötungsabsicht handelte und sein Vorhaben nur deshalb nicht vollendete, weil sich das Opfer zur Wehr setzte. Sie wirft ihm versuchten Mord sowie versuchte Brandstiftung vor und fordert dafür jeweils acht Jahre Haft.
Zudem beantragt die Staatsanwaltschaft ein zehnjähriges Annäherungsverbot gegenüber dem Opfer sowie eine Entschädigungszahlung in Höhe von 3.175 Euro für Verletzungen und entstandene Schäden.
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