„Berufung bezahlt meine Rechnungen nicht“: Nach Kita-Streik auf Mallorca drohen weitere Proteste
Hunderte Beschäftigte von Kinderkrippen auf Mallorca haben gestreikt. Sie fordern bessere Löhne, mehr Anerkennung und einheitliche Bedingungen im Bereich der frühkindlichen Bildung.

Hunderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kinderkrippen demonstrierten am Donnerstag (7.5.) in Palma / Guillem Bosch
Hunderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kinderkrippen auf Mallorca haben am Donnerstag (7.5.) an einem landesweiten Generalstreik teilgenommen und sich in Palma zu einer Kundgebung zusammengefunden. Derweil wurde in vielen Kitas nur der gesetzlich vorgeschriebene Mindestbetrieb aufrechterhalten. Die Erzieherinnen, die sich um die Kinder zwischen 0 und 3 Jahren kümmern, bemängeln, dass trotz der Gelder, die die Balearenregierung in den Sektor investiert, „praktisch nichts bei den Beschäftigten ankommt" - und fordern mehr Anerkennung für ihre Arbeit.
"Echte Bildungsstufe"
Der von den Gewerkschaften STEI, CCOO und UGT organisierte Protest hatte auf den Balearen großen Anklang gefunden. Laut Gewerkschaften nahmen 70 Prozent der Belegschaft der Insel-Kitas an dem Streik teil, die Balearen-Regierung sprach von 35 Prozent Beteiligung.
Bei der Demo auf Palmas Plaça d'Espanya riefen die Demonstrantinnen Parolen wie "Hungerlöhne, Schluss mit der Prekarität“, „Es ist keine Betreuungseinrichtung, es ist Pädagogik“ oder „Unser Tarifvertrag, unsere Zukunft“. Auch auf zahlreichen Plakaten und Transparenten äußerten sie ihre Forderungen: „Berufung bezahlt meine Rechnungen nicht. Würdige Löhne, jetzt!“ oder „Qualität ist nicht verhandelbar. Senkung der Betreuungsschlüssel, jetzt!“ war auf den Schildern zu lesen.
Die Vertreterin der Gewerkschaft CCOO für den Bereich 0 bis 3, Pepa Ramis, zeigte ihre „Zufriedenheit“ über die Reaktion der Erzieherinnen und betonte, dass trotz des schlechten Wetters „viele Menschen“ bei der Kundgebung gewesen seien. Vor allem, so betonte Ramis, wolle man erreichen, dass auch die frühkindliche Erziehung als „echte Bildungsstufe“ behandelt werde. Ramis erklärte, der Sektor befinde sich in einer „kritischen“ Situation, mit sieben verschiedenen Gehaltstabellen auf den Balearen für dieselbe Arbeit und mit Menschen, die den gesetzlichen Mindestlohn verdienen.
"Frühe Grundlage"
Die Sprecherin des Netzwerks Xarxa 0-3, María Jiménez, erklärte, sie seien „die großen Vergessenen der Bildung“ und betonte, dass gerade die Arbeit mit den Kleinsten eine "Grundlage in der Bildung, der Sozialisierung, der Selbstständigkeit und der Sprache“ schaffe - etwas, das ihrer Ansicht nach „nicht wertgeschätzt wird“.
Daher forderte sie das Bildungsministerium sowie die Arbeitgeberverbände auf, sich an den Verhandlungstisch zu setzen. „Wir hoffen, dass diese Mobilisierungen zu einem guten Ende führen, denn dies ist der erste Streik, aber es wird nicht der letzte sein, da wir sehr entschlossen sind, weiterzumachen, bis wir dort ankommen, wo wir hinwollen“, erklärte sie.
Mögliche weitere Streiks im September
Der Verantwortliche für private und halbstaatliche Bildung bei UGT, Jaume Coll, wies darauf hin, dass die Mobilisierung eine „Würdigung des Sektors“ und eine „Lohnverbesserung“ anstrebe. „Jede Person, die kleine Kinder hat, weiß, dass man sich nicht um sieben Babys kümmern kann, um zwölf Kinder zwischen einem und zwei Jahren und noch viel weniger um 18 Kinder zwischen zwei und drei Jahren. Deshalb wird die Verwaltung aufgefordert, auf autonomer Ebene im Bereich 0 bis 3 ein wenig Ordnung zu schaffen“, erklärte er.
Der Gewerkschafter lobte, dass die Betreuung für Kinder bis drei Jahre auf den Balearen mittlerweile für die Familien kostenlos ist, doch seiner Meinung nach bedeute dies, das Pferd von hinten aufzuzäumen. Alle Beschäftigten des Sektors müssten die gleichen Bedingungen haben, so Coll und kündigte an, dass es im September weitere Mobilisierungen geben werde, falls ihre Forderungen nicht berücksichtigt würden. /somo
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