Mord an Schwiegersohn auf Mallorca in Auftrag gegeben: Gerichtsprozess startet in Köln
Mutter und Tochter sollen einen Restaurantbesitzer bezahlt haben, um einen Auftragsmörder auf der Insel zu engagieren

Die Schwiegermutter wurde auf Mallorca festgenommen und später nach Köln ausgeliefert. / Lorenzo Marina
Der Gerichtsprozess gegen eine Mallorca-Zweithausbesitzerin und ihre Tochter, die einen Mord in Auftrag gegeben haben sollen, beginnt am Dienstag (12.5.). Wie aus der Vorschau des Landgerichts hervorgeht, sind bis zum 12. August elf Verhandlungstage angesetzt. Die beiden Angeklagten sitzen mittlerweile in Untersuchungshaft in Deutschland.
"Den beiden weiblichen Angeklagten (Mutter und Tochter) wird versuchte Anstiftung zu einem Mord (aus Habgier) zum Nachteil des Ehemanns der Tochter zur Last gelegt", heißt es in der Pressevorschau. Die 36-Jährige Katarzyna B. hat eine Tochter mit dem mutmaßlichen Opfer. "Aufgrund andauernder Trennungs- und Sorgerechtsstreitigkeiten sollen sich die beiden Angeklagten im September 2025 dazu entschlossen haben, sich des Geschädigten 'zu entledigen'."
5.000 Euro für den Auftragsmord bezahlt
Der Ehemann der Tochter befand sich zu dem Zeitpunkt wie auch die Mutter auf der Insel. "Die Angeklagten seien übereingekommen, dass die Mutter einen ihnen bekannten Betreiber eines Restaurants auf Mallorca kontaktiere und sich nach einer geeigneten Auftragsperson erkundige", schreibt die Pressevorschau. "Während sich die Tochter zusammen mit dem minderjährigen Kind an ihrer Wohnanschrift in Frechen aufgehalten habe, soll die Mutter den Restaurantbetreiber absprachegemäß angesprochen haben, ob er jemanden kenne, der für Geld den Geschädigten töten würde."
Für den Auftrag habe der Restaurantbetreiber 5.000 Euro gefordert und die Summe in Raten in Höhe von 1.000 und 4.000 Euro erhalten. Er habe aber "zu keinem Zeitpunkt beabsichtigt, eine Person mit der Tötung zu beauftragen. Vielmehr habe er den Geschädigten über die Pläne seiner Ehefrau und Schwiegermutter informiert", so das Gericht. Der Ehemann kehrte nach Köln zurück und erstattete Anzeige.
Das sagt die Angeklagte dazu
Ehe die Mutter nach Deutschland ausgeliefert wurde und in Untersuchungshaft kam, berichtete sie der MZ ihre Version der Geschichte. Die 62-Jährige beschrieb eine toxische Beziehung zwischen dem Schwiegersohn und ihrer Tochter. Der Mann soll drogensüchtig und gewalttätig gewesen sein. „Er nahm vor den Augen der Familie Kokain, schlug meine Tochter und würgte sie“, sagte Beata H. und spielte der MZ Sprachnachrichten des Schwiegersohnes vor, in denen er droht, die Familie "plattzumachen".
Ihre Sorgen habe die 62-Jährige dem befreundeten Restaurantbesitzer auf Mallorca gebeichtet. Sie bestreitet nicht, dass Geld geflossen ist. Allerdings sei die Summe dafür gedacht gewesen, eine Krankenhausrechnung ihres Freundes zu zahlen, der an Lungenkrebs litt.
Auch der Restaurantbesitzer sprach mit der MZ. Das mit dem Krebs sei wahr, allerdings komme die Krankenkasse für die Behandlung auf. Auch er spielte der MZ eine Audioaufnahme vor, in der er mit Beata H. eindeutig die Details eines Auftragsmords bespricht. Die Aufnahme sei aus dem Kontext gerissen, widerspricht daraufhin die Angeklagte. Bei dem Gespräch sei es um einen Geschäftspartner des Wirts gegangen, den der Restaurantbesitzer aus dem Weg räumen wollte. Die Mutter glaubt, ihr Freund habe mit dem Schwiegersohn gemeinsame Sache gemacht und eine Falle gestellt. Darüber muss nun das Gericht entscheiden.
Abonnieren, um zu lesen
- Großteil der Belegschaft ausgetauscht und neuer Name für das 'Schatzi' von Krümel: So soll das Chalet X 'das beste Clubrestaurant im Südwesten Mallorcas' werden
- Die Insel hat ihren nächsten 'Was auf Mallorca passiert, bleibt auf Mallorca'-Skandal
- Mallorca wird zum Brutkasten: Ist die 40-Grad-Marke fällig?
- Das Mandarin Oriental Punta Negra hat auf Mallorca eröffnet: Die Insel ist in der internationalen Luxusliga angekommen
- Mallorca, aber bitte diskret: Warum Unternehmer 100.000 Euro pro Woche für Ferienimmobilien zahlen
- Wir haben keinen Piloten': Flug ab Mallorca verspätet sich um acht Stunden
- Hat Jürgen Klopp Bayern-Legende Martín Demichelis im Mallorca Country Club abgeworben?
- Zum zweiten Mal dieses Jahr: Junger Mann nach Sturz an Mallorcas beliebtester Bucht schwer verletzt
