Nach rund 50 Jahren: Bagger reißen Kult-Kiosk am Strand von Cala Ratjada ab
Viele Stammurlauber kannten die Strandbar am Son-Moll-Strand seit Jahren. Nun wird sie abgerissen, weil sie laut Küstenbehörde nicht den rechtlichen Vorgaben entspricht

Bagger reißen den Strandkiosk am Son-Moll-Strand in Cala Ratjada ein / Simone Wenk
Lange herrschte Ungewissheit, jetzt schaffen Bagger Fakten: Am Stadtstrand Son Moll im bei deutschen Urlaubern beliebten Küstenort Cala Ratjada wird derzeit der legendäre Strandkiosk abgerissen. Das Lokal, das direkt auf dem Sand gebaut ist, hatte in den vergangenen Wochen bereits verwaist und abgesperrt dagelegen und war nicht wie sonst nach der Winterpause wieder in Betrieb genommen worden.
Anzeige von Umweltschützern
Grund für den Abriss ist eine Entscheidung der balearischen Küstenbehörde. Diese hatte geprüft, ob das Lokal den geltenden rechtlichen Bedingungen entspricht - und ist nun zu dem Schluss gekommen, dass dem nicht so ist. Vorausgegangen war der Prüfung ein Vorstoß der Umweltschutzorganisation GOB, die bereits im vorletzten Jahr Anzeige gegen die Strandbar erstattet hatte, mutmaßlich, weil sie gegen das geltende Küstenschutzgesetz verstoße.
Tatsächlich sind laut aktueller Gesetzeslage Bauten im öffentlich-maritimen Küstenbereich, die dauerhaft bestehen, nicht gestattet. An mehreren anderen Stränden auf Mallorca wurden dauerhafte Strandlokale daher in den vergangenen Jahren bereits durch solche ersetzt, die in den Wintermonaten komplett abgebaut werden können, oder alternativlos entfernt, wie beispielsweise an der Cala Torta. Dadurch soll die Regenerierung der Küstenlandschaft sichergestellt werden.
Verschiedene Meinungen

Archivbild der Strandbar am Son Moll / GOB
In Cala Ratjada gehen die Meinungen über den Abriss auseinander. Während die einen die Maßnahme als konsequent und notwendig ansehen, bedauern gerade zahlreiche Stammurlauber das Anrücken der Bagger - immerhin prägt die Bar mit dem Verkaufstresen und einigen Außentischen bereits seit rund 50 Jahren den Stadtstrand.
Nicht wenige deutsche Partyurlauber nutzten die Nähe des Kiosks zum Meer, um ihren Alkoholpegel schon tagsüber während des Strandbesuchs in die Höhe zu treiben. Andere genossen dort Snacks, Kaltgetränke oder ihren Kaffee.
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