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Prozess um Mord an Schweizer Rentnerin: „Ich schlief mit Schuhen, um schneller fliehen zu können“

Im Prozess um die 2024 in der Colònia de Sant Jordi getötete Frau hat ihre Tochter von der Angst vor dem Angeklagten berichtet. Er habe sie und ihre kranke Mutter durch sein gewalttätiges Verhalten eingeschüchtert

Der Angeklagte am Freitag (8.5.) vor Gericht.

Der Angeklagte am Freitag (8.5.) vor Gericht. / B. Ramon

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Marcos Ollés

Marcos Ollés

Die Tochter der Schweizerin, die 2024 in der Colònia de Sant Jordi mutmaßlich von ihrem ehemaligen Schwiegersohn zu Tode getreten wurde, hat am Montag (11.5.) vor dem Oberlandesgericht ausgesagt. Sie berichtete, der Angeklagte habe sie und ihre Mutter durch sein gewalttätiges Verhalten in Angst versetzt. „Ich hatte Angst. Ich stellte ein Möbelstück vor die Schlafzimmertür und schlief mit Schuhen, damit ich schneller fliehen konnte“, sagte die Zeugin. Sie tritt in dem Verfahren als Nebenklägerin auf.

Die Frau erklärte, sie habe mehr als 20 Jahre lang eine Beziehung mit dem Angeklagten geführt. Diese sei 2021 oder 2022 zu Ende gegangen, dennoch habe er weiterhin mit ihr und ihrer Mutter zusammengelebt. Die Beziehung sei „sehr belastend“ gewesen. Der Mann sei jähzornig und „ein schlechter Mensch“, sagte sie.

Zwei Anzeigen erstattet, aber wieder zurückgezogen

Nach ihren Angaben hatte sie zwei Anzeigen wegen geschlechtsspezifischer Gewalt erstattet, diese jedoch aus Angst wieder zurückgezogen. Sie habe nicht gewusst, wie der Angeklagte reagieren würde. Zwischen dem Mann und ihrer Mutter habe es keine Beziehung gegeben; beide hätten einander ignoriert. Zuletzt habe es häufiger Streit gegeben, der Angeklagte sei gewalttätiger geworden. Die Zeugin berichtete weiter, sie habe Gespräche mit ihrem Ex-Partner aufgenommen, um Beweise zu sichern. Am Morgen der Tat habe sie ihn aufgefordert, das Haus zu verlassen. Es sei zu einem Streit gekommen, weil kein Bier im Haus gewesen sei.

Ihre Mutter sei später nervös an ihrem Arbeitsplatz erschienen. Sie habe ihr gesagt, der Angeklagte verhalte sich sehr seltsam und habe in das Auto uriniert. Danach sei die Mutter nach Hause gegangen. Sie habe Angst gehabt, sagte die Tochter, „aber es war ihr Zuhause“.

Anruf von der Mutter

Wenig später erhielt die Frau einen Anruf vom Telefon ihrer Mutter. Sie habe Schreie gehört – vor Angst, Schmerz und Panik. Obwohl sie in einer Bar mit Freundinnen gewesen sei und das Telefon nicht auf Lautsprecher gestellt habe, hätten auch die Freundinnen die Schreie gehört. Die Frauen riefen die Polizei und fuhren zum Haus. Die Tochter traute sich nach eigenen Angaben nicht hinein.

Die Zeugin erklärte außerdem, ihre Mutter sei gesundheitlich stark eingeschränkt gewesen. Sie sei schwach gewesen, habe nur mit Mühe gehen können, keine Lasten tragen dürfen und unter starken Schmerzen gelitten. Ihr seien Fentanyl-Pflaster verschrieben worden. Der Angeklagte habe vom Gesundheitszustand ihrer Mutter gewusst.

Mord im September 2024

Der Fall ereigneten sich am Nachmittag des 25. September 2024 auf dem Anwesen in der Colònia de Sant Jordi, auf dem der Angeklagte mit seiner ehemaligen Schwiegermutter und seiner Ex-Partnerin zusammenlebte. Wie es heißt, schubste der Beschuldigte die Seniorin wohl zu Boden und versetzte ihr „starke und zahlreiche Tritte mit der Ferse gegen den Kopf, mindestens 15 Minuten lang“. Die Frau erlitt schwerste Verletzungen und starb noch am Tatort.

Die Staatsanwaltschaft fordert 20 Jahre Gefängnis für den 47 Jahre alten Portugiesen. Zudem soll er die Tochter mit 150.000 Euro entschädigen. Letztere fordert lebenslange Haft für den Mann, der mehr als zwei Jahrzehnte lang ihr Partner gewesen war. Zudem verlangt sie eine Entschädigung in Höhe von 300.000 Euro.

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