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Hotel zu schäbig: Geschworene steigt aus dem Prozess um den Mord an Schweizer Rentnerin auf Mallorca aus

Die Frau beklagte die mangelnde Sauberkeit der Unterkunft, fehlende Maßnahmen zum Schutz ihrer Identität sowie Schwierigkeiten bei der Bereitstellung geeigneter Verpflegung aufgrund einer Lebensmittelunverträglichkeit

Der Angeklagte im Verfahren um den Mord an einer Schweizer Rentnerin auf Mallorca.

Der Angeklagte im Verfahren um den Mord an einer Schweizer Rentnerin auf Mallorca. / B. Ramon

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Marcos Ollés

Marcos Ollés

Nächstes ungewöhnliches Ereignis beim Prozess um den Mord an einer Schweizer Rentnerin im September 2024 auf Mallorca. Nachdem am Montag (11.5.) bereits der Angeklagte zwischenzeitlich des Saales verwiesen wurde, weil er pöbelte und einen neuen Anwalt forderte, ist nun eine Geschworene aus dem Verfahren ausgestiegen. Die Frau erklärte, das ihr für die Dauer des Verfahrens zugewiesene Hotel habe keine ausreichenden Bedingungen geboten, um ihre Tätigkeit angemessen auszuführen.

Die Frau reichte bereits am Dienstag (12.5.) beim Richter ein Schreiben ein, in dem sie die mangelnde Sauberkeit der Unterkunft, fehlende Maßnahmen zum Schutz ihrer Identität sowie Schwierigkeiten bei der Bereitstellung geeigneter Verpflegung aufgrund einer Lebensmittelunverträglichkeit beklagte. Diese Gründe erkannte der Richter an und entschloss sich, sie ihrer Aufgabe zu entbinden. Seit Mittwoch wird ihr Platz in der Jury von einem der Ersatzmitglieder eingenommen, das dem Prozess beigewohnt hatte, um bei solchen Vorfällen einspringen zu können.

Was die Frau am Hotel bemängelte

Die Frau lebt auf Menorca und musste am vergangenen Freitag (8.5.) nach Palma reisen, um an der Auswahl der Geschworenen teilzunehmen. Sie wurde schließlich für die Jury ausgewählt, und das Justizministerium wies ihr eine Unterkunft in einem Drei-Sterne-Hotel in der Gegend von Can Pastilla zu. In ihrem Schreiben an den Richter schildert die Frau, dass das Zimmer schmutzig gewesen sei, deutliche Mängel bei der Instandhaltung aufgewiesen habe und sie Sand vom Strand in der Minibar gefunden habe. Als sie sich beschwerte und darum bat, ihr Zimmer zu reinigen, habe das Hotel angegeben, zu wenig Personal zu haben. Zudem habe am Eingang des Speisesaals eine Gästeliste ausgehangen, auf der neben ihrem Vor- und Nachnamen auch vermerkt gewesen sei, dass sie Mitglied einer Jury sei und welches Zimmer sie bewohne.

Außerdem beklagte sie, dass ihr keine für ihre Zöliakie geeigneten Lebensmittel zur Verfügung gestellt worden seien, obwohl sie zuvor darauf hingewiesen hatte. Als sie am Montagabend zum Abendessen ging und nach ihrem Essen fragte, erhielt sie einen Korb voller glutenfreier Muffins und Brot. Zudem habe es am Buffet des Hotels keine glutenfreie Optionen gegeben. Sie bat darum, diese Situation für künftige Verfahren zu berücksichtigen, bei denen Personen anderer Balearen-Inseln nach Mallorca reisen müssen.

Dem Verfahren um den Mord wohnten wie üblich bei Prozessen mit Geschworenen zwei Ersatzmitglieder bei. Eines von ihnen wurde am Mittwoch in die Jury berufen. Ab Donnerstag entscheiden sie über die Schuld des Angeklagten. Worum es in dem Verfahren geht, lesen Sie hier.

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