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Luxusuhren-Mafia auf Mallorca im Visier: Polizei nimmt zwölf Verdächtige in Neapel fest

Die kriminellen Banden nutzten gefälschte Dokumente und planten ihre Reisen nach Spanien minutiös, um Raubüberfälle zu verüben

Schlag gegen Rolexdiebe: Hier nimmt die Polizei in Neapel Bandenmitglieder fest

Policía Nacional

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Johannes Krayer

Johannes Krayer

Die spanische Nationalpolizei hat bei einer europaweiten Operation gegen kriminelle Banden, die unter anderem auf Mallorca auf den Raub von Luxusuhren spezialisiert sind, die Federführung übernommen. Der Einsatz erfolgte in Zusammenarbeit mit der italienischen Staatspolizei Polizia di Stato und unter Koordination von Europol.

Er endete mit der Festnahme von zwölf Personen im süditalienischen Neapel. Am späten Abend aktualisierte die Polizei die Information dahingehend, dass alle Verdächtigen in Italien festgenommen wurden. Zuvor hatte es geheißen, dass drei Festnahmen auf Mallorca und fünf auf Ibiza stattfanden.

Die Festnahmen wurden in der Nacht zum Freitag (15.5.) vollstreckt. Grundlage waren Europäische Haft- und Auslieferungsbefehle, die von verschiedenen spanischen Justizbehörden gegen Mitglieder krimineller Organisationen, häufig der Mafia-Bewegung Camorra, erlassen worden waren. Diese sollen in den vergangenen Jahren für zahlreiche gewaltsame Raubüberfälle in Spanien verantwortlich gewesen sein. Immer wieder kam es in den zurückliegenden Jahren bereits zu Festnahmen von Mitgliedern von Rolexbanden.

Bei den nun Festgenommenen handelt es sich einmal mehr um Angehörige neapolitanischer Banden, sogenannter paranze, die sich auf den Diebstahl hochwertiger Armbanduhren spezialisiert haben – insbesondere in touristisch geprägten Städten wie Marbella, Málaga, Barcelona, Ibiza und auf Mallorca. Auf der Insel haben sich in den zurückliegenden Jahren vor allem in Gegenden mit Luxustourismus, wie dem Südwesten, zahlreiche Überfälle auf Urlauber zugetragen.

Hoch spezialisierte kriminelle Struktur

Die Ermittlungen haben nach Angaben der Polizei ein genaues Bild der Arbeitsweise dieser Gruppen ergeben. In der Regel bestehen sie aus drei bis fünf Personen, deren Aufgaben klar verteilt sind.

Die Banden planen ihre Reisen nach Spanien demnach minutiös. Für Anreise und Unterkunft nutzen sie gefälschte Dokumente. Zudem setzen sie Fahrzeuge ein, die entweder aus Italien mitgebracht oder vor Ort angemietet werden, um ihre Mobilität und Flucht zu erleichtern.

Klare Aufgabenverteilung

In Spanien angekommen, wählen sie ihre Opfer gezielt an Orten aus, an denen sich Touristen und Personen mit hoher Kaufkraft aufhalten – etwa in Hotels, Restaurants, an Stränden oder in exklusiven Einkaufszonen. Nach teils längerer Beobachtung schlagen ein oder mehrere Täter mit einer schnellen und gewaltsamen Aktion zu, reißen dem Opfer die Uhr vom Handgelenk und fliehen sofort, meist auf Motorrädern oder Rollern.

Andere Mitglieder der Gruppe kümmern sich anschließend darum, die geraubten Uhren außer Landes zu schaffen und in internationale Hehlerkanäle einzuspeisen.

Starker Preisanstieg bei Luxusuhren

Der starke Anstieg der Preise für Luxusuhren auf dem internationalen Markt hat nach Einschätzung der Ermittler dazu beigetragen, dass sich diese Form der Kriminalität in mehreren europäischen Ländern ausgebreitet hat. Damit ist ein grenzüberschreitendes Phänomen entstanden.

Vor diesem Hintergrund initiierten die spanische Nationalpolizei und die italienischen Behörden eine gemeinsame Aktion direkt in Neapel, dem Herkunfts- und Wohnort vieler Tatverdächtiger. So konnten die noch offenen richterlichen Anordnungen gleichzeitig vollstreckt werden.

31 Festgenommene in ganz Europa

Mit den Festnahmen dieser Operation steigt die Zahl der Verhaftungen im Rahmen der Ermittlungen in verschiedenen europäischen Ländern auf insgesamt 31.

Die spanische Nationalpolizei bekräftigte in diesem Zusammenhang ihr Engagement im Kampf gegen spezialisierte reisende Tätergruppen und hob hervor, dass internationale Kooperation ein zentrales Instrument im Vorgehen gegen grenzüberschreitend agierende kriminelle Organisationen ist.

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