"Vollkommen ungeschützt": Deshalb warnen die Rettungsschwimmer aus Artà vor Risiken für Badegäste
Die Rettungsschwimmer in Artà kritisieren Kürzungen bei der Badeaufsicht. Aus ihrer Sicht gefährden spätere Dienstzeiten und fehlende Ausstattung die Sicherheit an den Stränden

Auch die Badeaufsicht am Strand von Colònia de Sant Pere fällt in die Zuständigkeit des Rathauses Artà / Redaktion DM
An den Stränden im Gemeindegebiet Artà gibt es zu wenig Badeaufsicht. Der Meinung sind zumindest die Gewerkschaftsvertreter der örtlichen Rettungsschwimmer. In einem öffentlichen Schreiben kritisieren sie scharf die Kürzungen, die das Rathaus beim Rettungs- und Erste-Hilfe-Dienst an den Stränden angeordnet hat. Ihrer Ansicht nach verringern diese die Sicherheit der Badegäste und verstoßen gegen die balearische Notfallverordnung.
Dienstbeginn erst um 11.30 Uhr
Tatsächlich ist es Sache der Gemeinde, die Ausschreibung des Dienstes zu koordinieren. Diese müssen jedoch der balearischen Gesetzgebung entsprechen. Nach Angaben der Gewerkschaftsvertreter sieht die neue Ausschreibung des Dienstes in Artà jedoch eine Reduzierung der Überwachungszeiten um zwei Stunden täglich in den Monaten Mai und Oktober vor. Dadurch blieben mehrere Zeitfenster ohne Rettungsschwimmer-Abdeckung – in einem Zeitraum, in dem an sonnigen Tagen bereits viele Badegäste an den Küsten sind.
Weiterer Kritikpunkt: Innerhalb der Hochsaison soll der Dienst der Rettungsschwimmer an allen Stränden im Gemeindegebiet erst um 11.30 Uhr beginnen - dabei ist balearenweit eigentlich festgelegt, dass spätestens um 10 Uhr morgens eine Badeaufsicht am Strand sein muss. Der späte Dienstbeginn führe dazu, dass die Badenden in dieser Zeit „vollkommen ungeschützt“ seien, so die Gewerkschafter.
Weder Schatten, noch Toiletten
Ebenfalls an den Pranger stellen die Rettungsschwimmer die Entscheidung des Rathauses, den Rettungsschwimmer-Turm samt Krankenstation am Strand von Cala Torta abzubauen. Zudem seien die Arbeitsbedingungen am Strand Sa Canova für einen essenziellen Dienst "unwürdig", da es dort an Stromversorgung, fließendem Wasser, Toiletten und Schattenbereichen für das Personal fehle.
Die Gewerkschaftssektion ist der Ansicht, dass diese Maßnahmen eine „institutionelle Geringschätzung“ gegenüber einem grundlegenden Dienst für die öffentliche Sicherheit zeigten. Sie bedauert zudem, dass der Zeitplan der Hochsaison trotz der in den vergangenen Jahren vorgebrachten Forderungen weiterhin nicht an den von Son Serra de Marina angeglichen werde, der in den Einflussbereich der Nachbargemeinde Santa Margalida fällt. /somo
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