Korruptionsskandal um Ex-Ministerpräsident Zapatero: Auch auf Mallorca wurde ermittelt
Im Oktober 2024 durchsuchten Ermittler in der Gemeinde Santa Maria die Finca eines niederländischen Unternehmers

Der ehemalige Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero. / Chema Moya
Die Ermittlungen im Zusammenhang mit der umstrittenen Rettung der spanischen Airline Plus Ultra, in die auch der ehemalige spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero verwickelt sein soll, nahmen unter anderem auf Mallorca ihren Anfang. Beamte der Einheit für Wirtschaftskriminalität der Nationalpolizei durchsuchten im Oktober 2024 in der Gemeinde Santa Maria die Finca eines niederländischen Unternehmers. Dabei stellten sie unter anderem mehrere Uhren, Schmuck sowie Computer sicher. Zeitgleich fanden an anderen Orten in Spanien ebenfalls Razzien statt.
Im Mittelpunkt dieser Durchsuchungen stand damals noch nicht Ex-Ministerpräsident Zapatero, sondern der niederländische Unternehmer Simon Verhoeven. Er ist in der Schweiz gemeldet und betreibt auf der Insel eine Immobilienfirma in Santanyí. Der Unternehmer soll mutmaßlich Geldwäsche für das venezolanische Regime von Nicolás Maduro betrieben haben. Die Gelder stammten demnach unter anderem aus dem Verkauf von venezolanischem Staatsgold sowie dem Handel mit Luxusprodukten wie Uhren.
Um diese Geldbewegungen nachvollziehen zu können, hatten die Schweizer Behörden sowie französische Ermittler, die sich ebenfalls mit dem Netzwerk befassten, Rechtshilfe beim Nationalen Gerichtshof Spaniens beantragt. Zudem fanden die Ermittler heraus, dass Verhoven der strauchelnden Airline Plus Ultra einen Kredit über 1,2 Millionen Euro gewährt hatte. Bei der 2011 gegründeten Fluggesellschaft handelt es sich um ein spanisches Unternehmen, das aber über verschiedene Investoren Verbindungen nach Venezuela hat. Dies führte zu den Razzien und später zu den Ermittlungen, die zu den vergangene Woche bekannt gewordenen Vorwürfen gegen Zapatero führten.
Was hat Zapatero damit zu tun?
Eine direkte Verbindung zwischen Verhoeven und Zapatero ist bislang nicht öffentlich geworden. Vielmehr besteht der Zusammenhang darin, das sich beide mutmaßlich im Dunstkreis der Airline Plus Ultra befanden. Dem Ex-Politiker wird unter anderem vorgeworfen, seinen Einfluss bei der Rettung der Fluggesellschaft während der Pandemie im Jahr 2021 bei der jetzigen spanischen Regierung geltend gemacht zu haben. Die Airline erhielt damals einen Kredit in Höhe von 53 Millionen Euro aus der Staatskasse. Schon damals wurden Stimmen laut, die den "strategischen Wert" der Gesellschaft infrage stellten. Das Unternehmen bietet Nischenrouten von Spanien nach Lateinamerika an.
Ein Teil der Ermittlungen konzentriert sich derweil auf die Frage, ob Verhoeven als Gläubiger von Plus Ultra von der Rettung durch die spanische Regierung profitiert haben könnte. Also, ob sein Kredit von 1,2 Millionen Euro aus Staatsgeldern zurückgezahlt wurde.
Welche anderen Ermittlungen laufen gegen Zapatero?
Der ehemalige Ministerpräsident steht in Verdacht, gemeinsam mit dem spanischen Unternehmer Julio Martínez Martínez (nicht zu verwechseln mit Plus-Ultra-CEO Julio Martínez Sola) ein verdecktes Firmennetzwerk betrieben zu haben. Daran sollen Offshore-Firmen beteiligt gewesen sein, unter anderem in Dubai und auf den Britischen Jungferninseln. Bei letzteren prüfen die Ermittler inwieweit sie an der Geldwäsche vom Verkauf venezolanischen Golds sowie der Veruntreuung von Geldern aus dem Lebensmittelprogramm CLAP beteiligt gewesen sein könnten.
Ermittler der Nationalpolizei fanden auch bei der Durchsuchung von Büroräumen Zapateros knapp 100 Schmuckstücke und Uhren. Laut dem Ex-Politiker stammten diese von Geschenken bei Auslandsreisen sowie einer Erbschaft seiner Frau. Zapatero bestreitet darüber alle Vorwürfe im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Korruptions- und Geldwäscheskandal.
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