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80.000 Legehennen bei Manacor: Umstrittene Geflügelfirma plant nach Skandal neue Hühnerfarm auf Mallorca

Ein Jahr nach den aufgedeckten Missständen auf einer Geflügelfarm bei Llucmajor plant Avícola Son Perot einen neuen Eierbetrieb bei Manacor. Die Anlage soll Platz für 80.000 Legehennen bieten

Die neue Hühnerfarm von Avícola soll bei Manacor angesiedelt werden

Die neue Hühnerfarm von Avícola soll bei Manacor angesiedelt werden / Sebastià Sansó

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Vor einem Jahr geriet die mallorquinische Firma Avicóla Son Perot in Verruf, weil Tierschützer in den Hallen ihrer Geflügelfarm skandalöse Zustände aufdeckten. Jetzt beabsichtigt das Unternehmen, auf einem Grundstück in der Gemeinde Manacor einen neuen Geflügelbetrieb zur Eierproduktion zu errichten. Konkret ist die Anlage auf dem Anwesen Son Brau geplant.

Mehr als vier Kilometer Abstand zu Wohnsiedlungen

Wie aus einer Umweltverträglichkeitsstudie hervorgeht, die am Donnerstag (28.5.) veröffentlicht wurde, soll der neue Geflügelbetrieb aus zwei Legehennenhallen bestehen, mit einer Kapazität von 40.000 Hennen pro Halle. Das nächstgelegene städtische Wohngebiet ist die Wohnsiedlung Son Talent am Stadtrand von Manacor, die in einer Entfernung von gut 4,4 Kilometern zu der geplanten Hühnerfarm liegt. Die Entfernung zum Ortskern von Manacor beträgt 5,6 Kilometer, bis zum Ortskern von Petra sind es 5,8 Kilometer. Gesetzlich vorgeschrieben ist, dass die Anlage mindestens 4 Kilometer von Wohngebieten entfernt liegen muss.

Im Aufbau werden die beiden geplanten Legehennenhallen ähnlich sein. Geplant sind Außenmaße von 135,30 Metern Länge und 18,10 Metern Breite und eine bebaute Fläche von jeweils 2.488,93 Quadratmetern.

Viel Mist und viel Wasser

Jede Halle wird außerdem über Kühlzonen an beiden Seiten verfügen. Zudem soll ein überdachtes Mistlager entstehenüber, in dem die Exkremente der Tiere bis zu vier Monate gelagert werden können. Jährlich dürften, so die Studie, etwa 3.200 Tonnen Mist anfallen. Der geschätzte jährliche Wasserverbrauch der Anlage wird rund 9,6 Millionen Litern pro Jahr betragen.

Für die Verpackung der Eier vor ihrem Transport zum externen Klassifizierungszentrum wird außerdem eine Lagerhalle errichtet, die dafür vorbereitet ist, die Produktion aus den beiden Legehallen über Förderbänder aufzunehmen. Im Inneren wird die Halle in einen Hauptbereich für die Verpackung der Eier, einen Lagerbereich sowie einen Bereich mit Umkleideräumen und sanitären Einrichtungen unterteilt sein.

Auch über die geschätzte Sterblichkeitsrate gibt die Studie Auskunft. Diese düfte bei drei Prozent liegen, was bedeutet, dass jährlich rund 2.400 Tierkadaver anfallen werden.

Zwischen Ratten und Tierkadavern

Der Skandal um Avícola im Mai 2025 hatte das Unternehmen schwer getroffen. Tierschützer hatten damals die skandalösen Zustände auf Mallorcas größter Geflügelfarm bei Llucmajor aufgedeckt. Zwischen den in der Anlage gehaltenen Hühnern lägen verweste Kadaver. Ratten streunten umher. Zudem soll Freilandhaltung nur vorgetäuscht worden sein.

Inspektoren der balearischen Landesregierung bestätigten die Missstände - und ordneten die sofortige Schließung einer der sieben Hallen an. Ihr wurde auch die Betriebsgenehmigung entzogen. Die rund 20.000 Hühner dieser Halle mussten geschlachtet werden, zudem wurde das Unternehmen zu einer Zahlung hoher Bußgelder verpflichtet. /somo

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