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Verkaufte Drogen und gefälschte Pässe im Darknet: Polizei nimmt Deutschen auf Mallorca fest

Die Festnahme in Calvià erfolgte nach einem internationalen Rechtshilfeersuchen der Behörden aus Baden-Württemberg, die die Plattform seit Januar 2023 untersuchten

Der Betreiber der Darknet-Plattform CrimeNetwork wird auf Mallorca festgenommen

Policía Nacional

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Johannes Krayer

Johannes Krayer

Ein bedeutender Schlag gegen die internationale Kriminalität ist der spanischen Nationalpolizei in Zusammenarbeit mit dem LKA Baden-Württemberg auf Mallorca gelungen: Die spanischen Beamten haben in der Gemeinde Calvià den mutmaßlichen Administrator von „CrimeNetwork“ festgenommen, einer kriminellen Plattform im Darknet, über die tausende Nutzer illegale Waren und Dienstleistungen beziehen konnten.

Das geht aus Pressemitteilungen der Policía Nacional und des Bundeskriminalamts hervor. Demnach ist die Festnahme das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit zwischen dem BKA, der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) und internationalen Strafverfolgungsbehörden, insbesondere den spanischen und moldauischen Behörden mit Unterstützung durch Eurojust. Erst im Mai war auf Mallorca ein Deutscher gefasst worden, der einen Fake-Onlineshop betrieben hatte.

Die Ermittlungen in dem aktuellen Fall begannen bereits im Januar 2023 nach einem internationalen Rechtshilfeersuchen der Behörden aus Baden-Württemberg. Im Fokus stand ein deutscher Staatsbürger, der im Verdacht stand, die Plattform CrimeNetwork zu betreiben. Nach Angaben der Ermittler galt sie als eine der wichtigsten deutschsprachigen Handelsplattformen für illegale Geschäfte im Darknet.

Festgenommener wechselte merfach den Wohnort

Im Zuge der Nachforschungen gelang es den Beamten, den Verdächtigen auf Mallorca zu lokalisieren. Während der laufenden Ermittlungen soll der Mann erhebliche Sicherheitsvorkehrungen getroffen haben, unter anderem durch mehrfache Wohnortwechsel, um seine Auffindung und Überwachung zu erschweren. Dennoch konnten die Ermittler ihn weiter im Blick behalten und die von ihm genutzten Geräte und Kommunikationswege identifizieren.

Seine Plattform bot ein breites Spektrum an illegalen Angeboten. Dazu zählten der Handel mit Drogen, gefälschten Dokumenten, gestohlenen Bankdaten, Phishing-Werkzeugen und -Paketen sowie unbefugten Zugängen zu verschiedenen digitalen Diensten.

Vorgängerseite war bereits abgeschaltet worden

CrimeNetwork galt als Nachfolgerin einer gleichnamigen kriminellen Plattform, die am 12. Februar 2024 in einer gemeinsamen Aktion des Bundeskriminalamts und der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main abgeschaltet worden war. Zum Zeitpunkt der Zerschlagung hatte diese Plattform mehr als 100.000 registrierte Nutzer.

Die Nutzer der Plattform bedienten sich Kryptowährungen wie Bitcoin, Litecoin und Monero, um ihre Transaktionen abzuwickeln. Die Administratoren traten als Zwischenhändler auf und kassierten für jede abgeschlossene Transaktion eine Provision.

Zwei Durchsuchungen auf Mallorca

Nach den entsprechenden richterlichen Beschlüssen führten die Beamten auf Mallorca zwei Hausdurchsuchungen in Immobilien durch, die mit dem Verdächtigen in Verbindung standen.

Dabei wurden zahlreiche Computer, Datenträger und weitere für die Ermittlungen relevante Gegenstände sichergestellt. Nach Darstellung der Polizei fanden sich zudem Hinweise darauf, dass der Festgenommene tatsächlich an Betrieb und Verwaltung der Plattform beteiligt gewesen sein soll.

An dem Einsatz waren neben der spanischen Nationalpolizei auch Mitarbeiter des Bundeskriminalamts sowie der Polizei Baden-Württemberg beteiligt.

Zeitgleich gingen die deutschen Behörden auch in Deutschland gegen das Netzwerk vor. Dort kam es zu drei weiteren Durchsuchungen und zur Festnahme von vier Personen, die ebenfalls mit den untersuchten Straftaten in Verbindung stehen sollen.

Server abgeschaltet

Im Zuge der gemeinsamen Operation wurde auch der Server, auf dem CrimeNetwork betrieben wurde, gesperrt. Der Datenverkehr wurde anschließend auf eine von den deutschen Behörden kontrollierte Seite umgeleitet, auf der ein Video des Polizeieinsatzes zu sehen ist. Damit soll zugleich über Cyberkriminalität aufgeklärt werden.

Der auf Mallorca festgenommene Mann wurde nach seiner Festnahme dem Richter vorgeführt. Anschließend ordnete das zuständige Gericht im Rahmen des internationalen Justizverfahrens mit Deutschland Untersuchungshaft an.

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