Vermisste Anna W. auf Mallorca wohlbehalten gefunden
Seit Mitte April wurde Anna W. auf Mallorca vermisst. Nun hat sich die Polin, die zuvor in Hamburg lebte, nach Angaben ihrer Familie gemeldet. Sie ist wohlauf

Suche nach Vermissten (Symbolbild) / dpa
Die seit Wochen auf Mallorca vermisste Polin Anna W. ist nach Angaben ihrer Familie wohlbehalten gefunden worden. Wie ihre Schwester Karolina der polnischen Zeitung „Fakt“ mitteilte, meldete sich Anna W. am Mittwoch, 3. Juni, gegen Mittag telefonisch bei ihren Angehörigen. Möglich wurde der Kontakt demnach durch eine Frau, die Anna W. in einem Geschäft erkannt und ihr einen Beitrag des Fernsehsenders TVN über die Suche gezeigt hatte.
Anna W. hatte Medienberichten zufolge jahrelang in Hamburg gelebt, bevor sie Ende 2025 auf die Insel zog. Sie war seit Mitte April auf Mallorca vermisst worden. Damals hatte sie mit ihrem Bruder telefoniert, als die Verbindung plötzlich abbrach. Vier Tage später erhielt die Familie eine Nachricht von einem unbekannten Konto, die angeblich von Anna stammte.
In Palma am Strand beklaut
Darin hieß es, sie sei in Palma am Strand bestohlen worden, habe ihre Dokumente verloren und werde sich bald wieder melden. Da der Kontakt danach ausblieb, wandte sich die Familie an die Polizei. Auch ein Privatdetektiv suchte nach der Frau, zudem wurden Informationen über soziale Netzwerke verbreitet.
Die Angehörigen zeigten sich erleichtert. „Wir – Familie und Freunde – haben genau auf dieses Ende gewartet. Auf ein glückliches Ende“, erklärte die Familie laut „Fakt“. Karolina dankte allen, die bei der Suche geholfen hätten, darunter auch Hilfsorganisationen, dem Privatdetektiv, Journalisten und Social-Media-Nutzern.
Schwester kritisiert Spekulationen und verletzende Kommentare
Zugleich kritisierte Annas Schwester Spekulationen und verletzende Kommentare im Internet. Anna W. nutze keine sozialen Medien, teile ihr Privatleben nicht öffentlich und schätze Ruhe sowie persönlichen Freiraum. Dass sie sich zeitweise nicht gemeldet habe, sei für die Familie zunächst nicht ungewöhnlich gewesen. Nach der Nachricht über den angeblichen Diebstahl habe man jedoch versucht, Kontakt zu ihr aufzunehmen – ohne Erfolg. Deshalb habe die Familie gehandelt.
Nach Angaben der Schwester landeten offenbar Nachrichten und E-Mails, mit denen Anna Kontakt aufnehmen wollte, im Spam. Zudem sei es für sie schwierig gewesen, fremde Menschen um ein Telefon zu bitten, da Diebstähle in Spanien häufig seien und viele Menschen deshalb zurückhaltend reagierten.
Hat die Polizei geschlampt?
Kritik übte Karolina auch an der spanischen Polizei. Anna sei demnach aufgefordert worden, alle paar Tage auf der Dienststelle nachzufragen, ob ihre Sachen gefunden worden seien. Noch in der Vorwoche sei sie dort gewesen – obwohl sie zu diesem Zeitpunkt bereits seit Wochen als vermisst galt. „Da kann man sich fragen, wie das System funktioniert“, so die Schwester.
Karolina kündigte an, dass dies die einzige Stellungnahme der Familie zu dem Fall sein werde. „Hier hat Annas Geschichte ein Ende“, erklärte sie. Zugleich wünschte sie allen Menschen, die weiter nach Angehörigen suchen, Kraft, Unterstützung und psychische Ausdauer.
- Zeugenaufruf: Samstagnacht an der Playa de Palma einfach umgetreten - wer hat den Vorfall beobachtet?
- Uns bleibt nichts anderes übrig': Wohnungsnot lässt neuen Wohnmobil-Hotspot entstehen - direkt vor dem Königspalast
- Sein Kopf und seine Schultern ragten aus dem zerbrochenen Fenster heraus': Chaosflug bei Ryanair
- Meer wie eine Badewanne: Überdurchschnittlich hohe Wassertemperaturen sorgen für Tropennächte auf Mallorca
- Vox zeigt Geschichte der 'Goodbye Deutschland'-Mallorca-Auswanderer vom Schnitzelpalast in Peguera
- Boot in Cala Santanyí angekommen: 148 Migranten erreichen die Küsten der Balearen
- Wohnzimmer in Schlafzimmer verwandelt und vermietet: 45.000 Euro Strafe für Wohnungseigentümer in Palma
- Tropische Nächte auf Mallorca: 'Schlecht zu schlafen ist schlimmer, als die ganze Nacht die Klimaanlage laufen zu lassen
