Gasvergiftung in Palma: Freund kehrt zufällig in Wohnung zurück und rettet vier Bewusstlosen wohl das Leben
Betroffen sind vier junge Briten und ein Hund. Sie wurden in kritischem Zustand ins Krankenhaus gebracht. Auch mehrere Nachbarn klagten über Unwohlsein

Feuerwehrleute in Palma / Bombers de Palma
Vier junge Menschen auf Mallorca - offenbar Briten im Alter zwischen 23 und 34 Jahren - sind in der Nacht auf Sonntag (7.6.) mit einer schweren Kohlenmonoxidvergiftung ins Landeskrankenhaus Son Espases gebracht worden. Der Vorfall ereignete sich in einer Wohnung im Carrer Pisa in Palmas Stadtteil sa Vileta.
Freund kam zufällig zurück
Wie aus einem Polizeibericht hervorgeht, entdeckte ein Freund die vier, wie sie bewusstlos am Boden lagen. Er hatte am Abend zuvor mit ihnen gegessen hatte und war in die Wohnung zurückkehrte, weil er etwas vergessen hatte. Als er die Räume betrat, fand er die vier am Boden liegend vor und verständigte den Notruf. Vermutlich rettete er ihnen damit das Leben.
Auch neun weitere Bewohner des Gebäudes waren von dem Gas betroffen, allerdings nur leicht. Nach ersten Erkenntnissen könnte eine kürzlich durchgeführte Baumaßnahme die Ursache des Unglücks sein: Dabei war offenbar eine Terrasse verschlossen worden, über die die Abgase des Heizkessels hätten entweichen müssen.
Auch ein Hund und Nachbarn betroffen
Nach Angaben der Rettungsdienste ging der Notruf gegen sechs Uhr morgens ein. Gemeldet worden waren mehrere bewusstlose Personen und ein bewusstloser Hund. Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, schlugen die Gasmessgeräte an. Die Feuerwehr betrat die Wohnung mit Atemschutzgeräten und brachte die vier Personen sowie das Tier ins Freie. Die Ärzte des Rettungsdienstes 061 stellten bei den Betroffenen einen schweren Zustand fest, mutmaßlich infolge des Einatmens von Kohlenmonoxid. Sie wurden mit Krankenwagen nach Son Espases gebracht.
Anschließend kontrollierte die Feuerwehr das übrige Gebäude, um auszuschließen, dass es weitere Opfer gab. Zudem wurden der Gasanschluss und der Heizkessel abgestellt. Mehrere Nachbarn aus den oberen Stockwerken, die durch die Sirenen der Einsatzfahrzeuge geweckt worden waren, baten ebenfalls um Hilfe, weil sie sich unwohl fühlten. Auch bei ihnen stellten die medizinischen Dienste leichte Vergiftungen durch eingeatmetes Gas fest, darunter bei einer 94-jährigen Frau. Niemand von ihnen musste jedoch in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Nationalpolizei ermittelt.
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