Nach tödlichem Brand in Magaluf: Wohnhaus geräumt und vorerst gesperrt
Die Gemeinde Calvià ordnet zwei Tage Trauer an und bietet den Betroffenen des Wohnhausbrands psychologische Betreuung und Unterkünfte

Redaktion DM
Nach dem tödlichen Brand in einem Wohnhaus in Magaluf ist das betroffene Gebäude vollständig geräumt und vorerst geschlossen worden. Das teilten die Einsatzkräfte am Donnerstag (11.6.) mit. Bei dem Feuer in dem Haus Trianon II in der Straße Martí Ros García waren am frühen Morgen zwei Menschen ums Leben gekommen: eine bislang nicht identifizierte Frau sowie ein 58 Jahre alter Mann argentinischer Staatsangehörigkeit. Eine weitere Person wurde schwer verletzt.
Die Feuerwehr von Mallorca setzte am Donnerstag die Arbeiten an dem Gebäude fort. Nach Angaben der Einsatzkräfte wurden dort erhöhte Kohlenmonoxidwerte gemessen. Deshalb konzentrierten sich die Arbeiten zunächst auf die Belüftung des Wohnblocks. Seit dem Mittag begleiteten Feuerwehrleute betroffene Bewohner in ihre Wohnungen, damit sie Kleidung und Medikamente holen konnten. Die Wohnungen müssen sie jedoch zunächst verlassen.
Keine Einsturzgefahr
Nach Angaben der Gemeindetechniker besteht für das Gebäude keine Einsturzgefahr. Eine umfassende Bewertung des Zustands soll allerdings erst am Freitag erfolgen. Vorerst versiegelt bleiben die Wohnung, in der das Feuer ausgebrochen war, sowie die unmittelbar darüber- und darunterliegenden Apartments. Die übrigen Bewohner könnten nach erster Einschätzung zwischen Sonntag und Montag zurückkehren, sofern die Sicherheitsbedingungen dies zulassen und die technischen Überprüfungen abgeschlossen sind.
Die Gemeinde Calvià kündigte an, alle Betroffenen vorübergehend in Hotels der Gemeinde sowie in Palma unterzubringen. Zudem hält die Gemeindeverwaltung gemeinsam mit dem Sozialamt psychologische Betreuung und materielle Hilfe für die evakuierten Anwohner und die Angehörigen der Opfer bereit.
Das Feuer war nach Angaben der Guardia Civil um 5.23 Uhr morgens in der dritten Etage des Gebäudes ausgebrochen und hatte sich rasch ausgebreitet, vor allem in die oberen Stockwerke. Calviàs Bürgermeister Juan Antonio Amengual erklärte, die beiden Todesopfer seien Einwohner der Gemeinde gewesen und hätten im neunten Stock gewohnt. Nach ersten Erkenntnissen starben sie an einer Rauchvergiftung, als sie versuchten, über das Treppenhaus nach unten zu gelangen. Dieses habe sich durch den Rauch „in einen Schornstein verwandelt“, sagte Amengual.
"Sehr heftiges Feuer"
Der Generaldirektor des Inselrats für Notfälle, Joan Fornàs, berichtete, die Feuerwehr habe bei ihrem Eintreffen ein „sehr heftiges“ Feuer vorgefunden. Der Rauch habe sich über das Treppenhaus im gesamten Gebäude ausgebreitet. Feuerwehr-Einsatzleiter Xisco Bonín erklärte, das Feuer habe Fenster und eine Tür zerstört, wodurch Rauch sehr schnell in das Treppenhaus und anschließend in Wohnungen eindringen konnte.
Nach Angaben der Behörden wurden neben den beiden Todesopfern neun Menschen leicht durch Rauchgasinhalation verletzt. Eine weitere Person befindet sich in schwerem Zustand in der Clínica Juaneda. Die Guardia Civil untersucht die Ursache des Brandes.
Die Gemeinde Calvià hat wegen des Unglücks zwei Tage offizielle Trauer angeordnet. Bürgermeister Amengual sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus und dankte den beteiligten Einsatzkräften für ihr schnelles Eingreifen.
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