Sie taten nur so freundlich: Polizei verkündet Schlag gegen Diebesbande an der Playa de Palma
Videoaufnahme zeigen, wie die Kriminellen vorgingen. Die Beamten nahmen 18 Verdächtige fest, 17 sollen dem Richter vorgeführt werden

Im Katz-und-Mausspiel mit der Kriminalität an der Playa de Palma vermeldet die spanische Nationalpolizei einen Erfolg: Am vergangenen Mittwoch, 17. Juni haben die Beamten eine gut organisierte Diebesbande zerschlagen und 18 mutmaßliche Mitglieder festgenommen. Das geht aus einer Pressemitteilung vom Samstag hervor. Die Nationalpolizei nutzt seit einiger Zeit den Samstag- und Sonntagvormittag, um die am Wochenende nur dünn besetzten Redaktionen mit Nachrichten zu versorgen.
Taschendiebstahl gehört zur Playa de Palma wie deutsche Schlagermusik. Mit dem Anstieg der Urlauberzahlen nimmt auch die Kleinkriminellen-Dichte zu. Zwar kommt es auch immer wieder zu Festnahmen, doch oft müssen die Ermittlungsrichter die Diebe wieder auf freien Fuß setzen.
Besonders gut organisiert und trickreich
In diesem Fall handelte es sich laut der Pressemitteilung um eine Bande, die Urlauber um Portemonnaies, Handys, Uhren und andere Wertsachen erleichterte und dabei besonders gut organisiert und trickreich vorging. Nach Angaben der Nationalpolizei stammen die meisten Verdächtigen aus Rumänien.
Die mutmaßlichen Täter sollen sich im Nachtleben der Playa de Palma unauffällig unter die Menschen gemischt haben. Dabei verteilten sie die Aufgaben untereinander. Zunächst wählten einzelne Mitglieder geeignete Opfer aus. Danach lenkten andere die Urlauber ab und tasteten sie ab, um herauszufinden, wo sie Portemonnaie oder Handy trugen. Auch prüften sie laut Polizei, ob es sich bei einer Uhr um ein hochwertiges Modell handelte.
Opfer bedankten sich für die Rückgabe des leeren Portemonnaies
Nach dem Diebstahl gaben die Täter die Beute an ein weiteres Mitglied der Gruppe weiter. Dieses entfernte sich vom Tatort und warf das Portemonnaie auf den Boden. Ein anderer mutmaßlicher Täter hob es anschließend scheinbar zufällig auf und gab es dem Touristen zurück. Die Opfer hätten sich dafür bedankt, ohne zu wissen, dass die Person selbst zur Bande gehörte. So wollten die Täter nach Einschätzung der Polizei verhindern, dass die Betroffenen Anzeige erstatteten.
Wenn Touristen den Diebstahl bemerkten und ihre Sachen zurückhaben wollten, sollen die Täter sie umringt und eingeschüchtert haben. In einzelnen Fällen sollen sie auch ein Messer gezeigt haben.
Der Schlag gegen die Bande erfolgte nach der in Videoaufnahmen dokumentierten ausführlichen Beobachtung am Mittwochabend. Laut der Pressemitteilung ertappten die Beamten 14 mutmaßliche Mitglieder auf frischer Tat, später sowie am Donnerstag kamen noch vier weitere Festnahmen hinzu. 17 Festgenommene sollen am Samstag dem Richter vorgeführt werden. Die 18. Person kam auf der Polizeiwache wieder frei.
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