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Große Pläne für Palmas Stadteinfahrt: So soll das Areal rund um das Gesa-Gebäude einmal aussehen

Ein renommiertes Architekturbüro hat die Ausschreibung gewonnen. Die Anwohner sind nicht begeistert

Der Entwurf des Architekturstudios Cruz y Ortiz für das Areal rund um das Gesa-Gebäude.

Der Entwurf des Architekturstudios Cruz y Ortiz für das Areal rund um das Gesa-Gebäude. / Rathaus Palma

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Das renommierte Architekturbüro Cruz y Ortiz soll das denkmalgeschützte Gesa-Gebäude und die 30.000 Quadratmeter große Fläche zwischen den Avenidas und dem Kongresspalast renovieren. Die Stadt rechnet mit Kosten von 76,5 Millionen Euro. Die Arbeiten sollen Ende 2027 beginnen und bis 2029 abgeschlossen sein. Das Architekturbüro hat die öffentliche Ausschreibung gewonnen. Die Anwohner protestierten bereits im März gegen die Pläne.

Der Entwurf sieht einen großen Fußgängerbereich vor, der das Gesa-Gebäude mit einem neuen Bauwerk verbindet. Über dem Platz soll eine begrünte Pergola entstehen. Rundherum plant die Stadt Grünflächen. Außerdem soll ein unterirdisches Parkhaus mit 961 Stellplätzen gebaut werden. Auf die geplante Untertunnelung der Straße Joan Alcover zur Verbindung mit der Autobahn verzichtet die Stadt. Sie wäre laut Stadtverwaltung zu teuer gewesen.

Bürgermeister Jaime Martínez stellte den Entwurf am Dienstag (23.6.) vor. Cruz y Ortiz habe als international renommiertes Architekturbüro bereits Projekte wie das Stadion La Cartuja in Sevilla, das Estadio Metropolitano in Madrid, die Erneuerung des Rijksmuseum in Amsterdam und den Hauptbahnhof von Sevilla realisiert. Das Büro erhielt unter anderem den Nationalen Architekturpreis.

Bibliothek, Kulturzentrum und Räume für Innovation

Die Stadt Palma hatte das Gesa-Gebäude Anfang 2025 vom Energiekonzern Endesa gekauft. Damit endete ein 15 Jahre lang andauernder Rechtsstreit. Martínez sprach von einem entscheidenden Schritt für die Umgestaltung eines symbolträchtigen und strategisch wichtigen Bereichs der Stadt.

Das künftige Gesa-Gebäude soll mehrere öffentliche Nutzungen aufnehmen. Im Halbuntergeschoss sind eine Cafeteria und Gemeinschaftsbereiche geplant. Im Erdgeschoss soll eine Bürgerberatungsstelle entstehen, die sich besonders an die Bewohner der Viertel Foners, Nou Llevant und La Soledat richtet.

Im ersten und zweiten Stock soll die künftige Zentralbibliothek von Palma untergebracht werden. Sie umfasst einen Lesesaal, eine Kinderecke, eine Mediathek sowie Räume für die Aufbewahrung und Vermittlung des bibliografischen, fotografischen und filmischen Erbes der Stadt.

Die dritte und vierte Etage sind für das Städtische Institut der Künste vorgesehen. Dort sollen Büros, Werkstätten, Proberäume sowie Räume für Produktion und künstlerisches Schaffen entstehen. In der fünften Etage plant die Stadt Bereiche für Innovation und Gründung: Platz für Unternehmen, Coworking, Besprechungsräume und temporäre Unterkünfte für Unternehmer und Forscher.

Im sechsten und siebten Stock soll der Hauptsitz von Palma Culture & Innovation Bay entstehen. Dort sollen Projekte aus den Bereichen Innovation, Kultur, Nachhaltigkeit und strategische Wirtschaftssektoren Platz finden. Die achte Etage ist für Ausstellungsräume vorgesehen. Auf dem Dach soll eine Panoramafläche für Veranstaltungen mit Blick auf die Bucht von Palma entstehen.

Neues Gebäude beim Parc Pocoyó

Neben dem Parc Pocoyó ist ein neues Gebäude für das Kulturzentrum für Kunst und Kreativität geplant. Es soll zwei Etagen haben und möglichst durchsichtig sein, damit es den Anwohnern nicht den Blick aufs Meer nimmt. Martínez beschrieb den Bau als leichten, gläsernen Körper, der das Kulturprogramm aufnehme und zugleich einen Gegenpol zum Volumen des Gesa-Gebäudes bilde.

Das neue Gebäude wird über eine große Halle mit dem Gesa-Gebäude verbunden. Dort soll auch der künftige Konzert- und Veranstaltungssaal des Komplexes entstehen. Zwischen den beiden Gebäuden plant die Stadt den zentralen öffentlichen Raum mit begrünter Pergola.

l Ankäufe und Sanierungsprojekte wie der Kauf des Gesa-Gebäudes sollen unter anderem den Weg zur Kulturhauptstadt ebnen.

Das Gesa-Gebäude wird seit Jahren nicht genutzt. / B. Ramon

Unter diesem Bereich, gegenüber der Straße Joan Maragall, soll das Energie-Interpretationszentrum entstehen. Solche Zentren dienen der Vermittlung eines Themas, in diesem Fall der Energiegeschichte und Energieerzeugung. Außerdem sind dort Mehrzweckräume vorgesehen.

Die Landschaftsplanung setzt auf mediterrane Vegetation und heimische Arten, die an das Klima Mallorcas angepasst sind. Sie sollen wenig Wasser benötigen und widerstandsfähig sein.

Auch die Mobilität soll sich ändern. Der Entwurf sieht sechs neue Fußgängerverbindungen zwischen Joan Maragall, der Straße oberhalb des Gesa-Gebäudes, und der Autobahn vor. Zwei davon sollen mit Aufzügen barrierefrei werden. Zwei neue Fußgängerüberwege sollen die Verbindung zum Meer verbessern.

Das unterirdische Parkhaus mit 961 Stellplätzen soll unter der neuen städtischen Plattform entstehen. Nach Angaben der Stadt soll es nicht nur für Besucher des neuen Gesa-Gebäudes dienen, sondern auch als Park-and-Ride-Möglichkeit.

Die Bauarbeiten sollen in mehreren Phasen laufen. Zuerst sollen das Gesa-Gebäude, der Veranstaltungssaal und der wichtigste Erweiterungsbau entstehen. Danach folgt das Parkhaus. Anschließend sollen Veranstaltungsflächen, Wege und ergänzende Servicebereiche gebaut werden. In einer vierten Phase sind das Energie-Interpretationszentrum und das Kulturzentrum vorgesehen. Zum Schluss plant die Stadt die Gestaltung von mehr als 18.000 Quadratmetern öffentlicher Flächen und Grünzonen.

Letztere sind den Anwohnern nicht genug. Der Park rund um das Gesa-Gebäude ist derzeit eine der wenigen Grünflächen der Stadt, zumal sie den Blick auf das Meer ermöglicht. Im März protestierten mehr als 100 Residenten gegen die Pläne der Stadt mit einer Menschenkette.

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