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Solarfirma auf Mallorca nicht mehr erreichbar: Sind Zehntausende Euro in Anzahlungen jetzt weg?

Die Verantwortlichen von Franz Stuckmann Balears SL sind wie vom Erdboden verschwunden, die Firma ist wohl pleite. Geschädigte Kunden erstatten Anzeige bei der Guardia Civil

Eine Photovoltaikanlage ist auf Mallorca angesichts der hohen Anzahl von Sonnenstunden eine sinnvolle Investition.

Eine Photovoltaikanlage ist auf Mallorca angesichts der hohen Anzahl von Sonnenstunden eine sinnvolle Investition. / BERNARDO ARZAYUS

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Johannes Krayer

Johannes Krayer

Was ist bei der Firma Franz Stuckmann Baleares auf Mallorca los? Mehr als zehn Jahre lang hatte das Unternehmen aus Campos, das Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen und Klimatechnik verkaufte und einbaute, viele zufriedene Kunden. Doch das ist Vergangenheit, zahlreiche, vor allem deutschsprachige Mallorca-Residenten, die bei FSB Arbeiten in Auftrag gegeben haben, sind gar nicht mehr gut auf die Firma zu sprechen.

Der Chef ist nicht mehr erreichbar, die Firmenzentrale an der Ortsumgehung von Campos laut Google „dauerhaft geschlossen“. Ans Telefon geht niemand und auch wer Anzahlungen bei der Firma geleistet hat und auf eine Photovoltaikanlage wartet, schaut derzeit in die Röhre.

Doppelte Anzahlung

So berichtet im Gespräch mit der MZ eine Kundin, die sich nach Jahren nun endlich dazu durchgerungen hatte, eine Photovoltaikanlage aufs Dach zu installieren, dass sie in den letzten Mai-Tagen bei dem Unternehmen eine Anzahlung leisten sollte für eine Anlage über 15.000 Euro. Die gesamte Anlage sollte 30.000 Euro kosten, doch seitdem hört die Mallorca-Residentin nichts mehr von der Firma.

Sie habe lediglich einen Angehörigen von Franz Stuckmann angetroffen, als sie direkt zur Firma gefahren sei. Der habe ihr allerdings erzählt, dass auch er sowie seine schwangere Frau entlassen worden seien.

Die Kundin erstattete daraufhin Anzeige bei der Guardia Civil in Campos. Zumal es offenbar bei der Anzahlung ebenfalls zu Unregelmäßigkeiten gekommen war. Die Kundin wollte eigentlich zur Bank gehen und dort eine Überweisung über 15.000 Euro an die Firma leisten, doch der Inhaber habe sie im Büro dazu gedrängt, die Überweisung mit dem Smartphone an Ort und Stelle durchzuführen. Sie habe das getan, allerdings sei behauptet worden, das Geld sei nicht angekommen.

Deshalb habe ein Mitarbeiter der Firma das Handy an sich genommen, der Kundin zwecks der Gesichtserkennung das Smartphone vor das Gesicht gehalten und ein weiteres Mal 15.000 Euro überwiesen. „Als ich zur Bank ging, um das zu überprüfen, sagte man mir, dass der Betrag zweimal überwiesen wurde“, berichtet die Kundin.

Alle Mitarbeiter „beurlaubt“

Auch eine andere Deutsche, Roswitha Köhler, macht sich Sorgen um ihr Geld. Sie hatte mit ihrem Mann 7.500 Euro angezahlt, um eine Photovoltaikanlage für insgesamt 15.000 Euro auf dem Dach ihrer Finca anbringen zu lassen. Die Anzahlung hatte Köhler im März geleistet. Als sie sich Mitte Juni dann über das weitere Vorgehen informieren wollte, konnte sie bei der Firma niemanden mehr erreichen. Ein Mitarbeiter habe ihr dann berichtet, dass alle Angestellten des Unternehmens „beurlaubt“ worden seien. Köhler suchte daraufhin die Öffentlichkeit und postete in einer Facebook-Gruppe ihren Fall.

Innerhalb von kurzer Zeit meldeten sich zahlreiche weitere Geschädigte, die ebenfalls Anzahlungen für Solaranlagen geleistet hatten, nun aber im Dunkeln gelassen werden über das weitere Vorgehen. Roswitha Köhler berichtet von mindestens 30 Betroffenen, die ebenfalls hohe vierstellige oder niedrige fünfstellige Beträge los sind.

Auch eine WhatsApp-Gruppe hat Köhler gegründet, in der sich die Geschädigten absprechen. Viele hätten inzwischen Anzeige bei der Guardia Civil erstattet. Anscheinend laufen die Geschäfte schon seit einigen Monaten nicht mehr so wie geplant. In einem Preiskampf mit der häufig deutlich günstigeren, wenn auch womöglich qualitativ schwächeren Konkurrenz ist die Firma wohl unter die Räder gekommen.

Auch die Angestellten wissen nichts

Im Regen stehen gelassen werden offensichtlich auch die Angestellten der Firma. Laut einem Mitarbeiter, der anonym bleiben möchte, dessen Name der MZ aber bekannt ist, warten die mehreren Dutzend Angestellten noch immer auf ihr Mai-Gehalt. „Auch im April war es schon schwierig mit der Zahlung“, sagt der Mitarbeiter. Genauer ins Detail gehen will er nicht. Er wolle nicht „mit Dreck werfen“ gegen seinen Arbeitgeber.

Für Stuckmann ist es nicht das erste Mal, dass er mit einer seiner Firmen in Schieflage gerät. Bereits 2012 musste sein Unternehmen in Beckum im Münsterland Insolvenz anmelden, 2013 wurde es liquidiert. Die Franz Stuckmann GmbH war laut dem Eintrag bei North Data ein Betrieb mit Klempnerei, der Sanitär- und Heizungsinstallation und den Bau lüftungs- und klimatechnischer Anlagen angeboten hat.

Trotz vielfacher Versuche gelang es auch der MZ nicht, Kontakt mit dem Unternehmer aufzunehmen.

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