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"Dieses Fest repräsentiert uns nicht mehr": Warum Palmas wilde Wasserschlacht in diesem Jahr abgesagt wird

Das Kollektiv Orgull Llonguet begründet die Absage mit fehlender Anwohnerbeteiligung und wirtschaftlichen Schwierigkeiten

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Eine weitere sogenannte neofiesta – eines der modernen Volksfeste auf Mallorca – fällt in diesem Jahr aus. Nachdem zuletzt bereits die klassische Flexas-Party im Parc de la Mar und die Parade zum Pride Day abgesagt wurden, hat nun das Kollektiv Orgull Llonguet angekündigt, die Wasserschlacht zwischen Canamunt und Canavall im September 2026 nicht zu organisieren. Die Veranstaltung zählt zu den bekanntesten Festen der Stadt.

In einer Mitteilung begründet die Organisation die Absage mit fehlender Beteiligung der Anwohner, wirtschaftlichen Schwierigkeiten und mangelnder Unterstützung durch die Stadtverwaltung. Orgull Llonguet war mit dem Ziel gegründet worden, das Gemeinschaftsgefühl in der Stadt zu stärken und alternative Feste zu fördern. Dazu gehörte auch die seit 2016 stattfindende Wasserschlacht.

"Fest repräsentiert uns nicht mehr"

Orgull Llonguet führt den schwindenden Rückhalt auch auf die gestiegenen Lebenshaltungskosten in Palma und die Schwächung des nachbarschaftlichen Zusammenhalts zurück. „Es ist schwer, in einer Gemeinschaft zu leben, wenn man es sich kaum noch leisten kann, in Palma zu leben“, heißt es in der Mitteilung. Zudem werde es immer schwieriger, Gruppen aufzubauen und ein Festmodell aufrechtzuerhalten, das auf Beteiligung der Nachbarschaft beruhe.

Unter den aktuellen Bedingungen verliere die neofiesta seine Essenz, heißt es weiter. „Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem wir das Gefühl haben, dass uns das Fest nicht mehr repräsentiert“, schreibt Orgull Llonguet. Man wolle in diesem Jahr deshalb „einen Schritt zurück“ machen, um „weiter voranzukommen“. Man wolle innehalten, das Projekt neu denke, um sich danach neu zu organisieren. Kritik übt das Kollektiv auch an den Institutionen. Diese seien „mehr damit beschäftigt, die Stadt zu verkaufen, als Vereine zu unterstützen, die der Stadt Leben einhauchen“.

Hintergrund der Wasserschlacht

Bei der Wasserschlacht traten die Viertel Canamunt gegen Canavall in gelben und roten T-Shirts gegeneinander an. Die Party hat einen historischen Anlass, der im Gegensatz zur modernen Fete nicht gerade spaßig ist. Vor 400 Jahren lieferten sich Familien in den beiden Vierteln Canamunt und Canavall in der Altstadt blutige Kämpfe. Allein zwischen 1616 und 1619 gab es aufgrund der Streitigkeiten 400 Tote, berichtete damals der Inquisator Godoy dem spanischen König Felipe III. Für besonders viel Aufregung sorgte unter anderem das Attentat auf den Richter Jaume Joan de Berga, das in die Stadtgeschichte einging.

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