Neue Pläne für das alte Gefängnis: Stadt Palma plant Wohnheim für Ärzte, Beamte und Polizisten
Der neue Wohnkomplex wird neben Einzelzimmern und Apartments auch Gemeinschaftsbereiche wie einen Pool und Fitnessraum bieten

Statt Graffiti Wohnungen für Beamte: So wird das Gefängnis aussehen, wenn es zum "Colinvg" wird. / Rathaus Palma
Nur wenige Woche ist es her, dass fast das ganze alte Gefängnis in Palma geräumt wurde. Am Montag (29.6.) hat Palmas Bürgermeister Jaimes Martínez in einer Pressekonferenz einen konkreten Zukunftsplan für die ehemalige Haftanstalt präsentiert: Sie soll zu einem Wohnkomplex für Fachkräfte umgebaut werden. Geplant sind 139 temporäre Wohneinheiten für Berufsgruppen, die zeitweise in Palma arbeiten – etwa Ärzte, Beamte, Forscher, Universitätsdozenten sowie Sicherheitskräfte wie etwa Polizisten.
Zeitweise hatten etwa 200 Menschen in dem heruntergekommenem Gebäude gelebt. Das Areal war am 11. Juni geräumt worden. Nachdem die Stadt monatelang verschiedene Verfahren ohne Erfolg eingeleitet hatte, gelang durch einen Gerichtsbeschluss die endgültige Räumung. Anschließend wurden die Zugänge geschlossen und zugemauert, das Gelände gereinigt und gesichert, um neue Besetzungen zu verhindern.
Wie wird es dort aussehen?
Der Umbau betrifft eine Fläche von 8.081 Quadratmetern auf drei Etagen. Das Projekt sieht vor, Nebengebäude, die Umfassungsmauer und die Wachtürme abzureißen. Die aktuelle Struktur des ehemaligen Gefängnisses soll hingegen erhalten und für die neue Nutzung angepasst werden. Zusätzlich sind mehr als 5.000 Quadratmeter Grünflächen geplant, darunter begrünte Innenhöfe, Bereiche im ehemaligen Graben sowie eine bepflanzte Dachterrasse.

So könnte einer der Innenhöfe aussehen. / Rathaus Palma
Der Wohnkomplex soll 50 Einheiten für kurze Aufenthalte und 89 für längere Aufenthalte umfassen. Vorgesehen sind unter anderem 45 Einzelzimmer mit 16 bis 22 Quadratmetern, fünf Doppelzimmer mit 25 bis 30 Quadratmetern, 59 Apartments mit 20 bis 30 Quadratmetern sowie 26 größere Einheiten mit 30 bis 35 Quadratmetern. Hinzu kommen vier Familienwohnungen mit mehr als 40 Quadratmetern, zwei Schlafzimmern, Küche, Bad, Wohn-Essbereich und eigener Waschküche.
Ein Teil der Unterkünfte fällt bewusst klein aus. Martínez verwies dabei auf das Konzept des „Coliving“ mit gemeinsam genutzten Bereichen. Vorgesehen sind unter anderem Fitnessraum, Pool, Cafeteria/Restaurant, Speisesaal, Arbeitsräume, Mehrzwecksäle, Waschräume, Gepäckaufbewahrung, Fahrradstellplätze, Gärten und Gemeinschaftsflächen.

Diese Räumlichkeiten sollen sich in dem neuen Wohnheim befinden. / Rathaus Palma
Miete direkt an die Stadt zahlen
Die künftigen Bewohner sollen die Miete direkt an die Stadt zahlen. Die Preise stehen noch nicht fest, sie sollen aber bezahlbar sein. Das Angebot richte sich an Fachkräfte, die vorübergehend in Palma arbeiten und Schwierigkeiten haben, eine Bleibe zu finden. Der Bürgermeister räumte ein, dass die Nachfrage voraussichtlich deutlich höher sein werde als das Angebot. Der Zugang soll deshalb nach Kriterien erfolgen, die mit dem Bedarf in wichtigen öffentlichen Diensten zusammenhängen.

Vorher und Nacher: Die Zukunftspläne im alten Gefägnis. / Rathaus Palma
Martínez bezeichnete das Vorhaben als Beitrag dazu, Fachkräfte nach Palma zu holen und in der Stadt zu halten. Die Wohnungsfrage beeinflusse auch die Fähigkeit einer Stadt, Talente anzuziehen und wichtige Dienstleistungen sicherzustellen, sagte der Bürgermeister. Nach der Ausschreibung muss nun das Basis- und Ausführungsprojekt ausgearbeitet werden. Dabei sollen auch das endgültige Budget und die Fristen festgelegt werden. Sobald die Bauarbeiten vergeben sind, könnte die Ausführung nach Angaben von Martínez rund 18 Monate dauern.
Mit dem Vorhaben will die Stadt einem seit 1999 leerstehenden Gebäude eine neue Nutzung geben. Die ehemalige Haftanstalt soll damit vom Symbol des Einschlusses zu einer öffentlichen Wohninfrastruktur für Fachkräfte werden, die für das Funktionieren der Stadt wichtig sind.
Die Räumung ist noch nicht ganz vollendet
Auch wenn der Großteil der ehemaligen Bewohner das Gefängnis inzwischen verlassen hat, steht die Räumung der früheren Wohnungen der Gefängnismitarbeiter noch aus. Auf diesem Teil des Areals will der Inselrat außerdem einen Kreisverkehr zur Anbindung an die Ringautobahn bauen.
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