Neue Proteste gegen Massentourismus auf Mallorca starten am Es Trenc
Im dritten Sommer in Folge plant die Bürgerplattform Menys Turisme, Més Vida große Protestaktionen – und rechnet mit Zehntausenden Teilnehmern. Die erste steigt am Sonntag an dem berühmtesten Strand der Insel

Eine Menschenkette am Es Trenc, wie für diesen Sonntag (5.7.) geplant, gab es bereits häufiger. Hier auf einem Archivbild von 2012. / Guillem Bosch
Ein neuer Mallorca-Sommer ist da – und mit ihm eine neue Reihe von Protestaktionen der Bürgerplattform Menys Turisme, Més Vida. Jene Bewegung, die in den vergangenen beiden Jahren bei Großkundgebungen gegen die Auswirkungen des Massentourismus mehr als 30.000 Menschen zum Protestzug in Palmas Zentrum versammelte.
„Die erste große Aktion dieses Sommers findet am Sonntag statt“, berichtet Plattform-Sprecherin Cristina Vaquer. Am 5. Juli um 10 Uhr treffen sich die Aktivisten am Parkplatz des Club Náutico Sa Ràpita, um mit einer Menschenkette gegen die von der Landesregierung geplante Lockerung der Schutzauflagen in Naturschutzgebieten wie Es Trenc vorzugehen. „
Salvem Es Trenc. Qui estima Mallorca no la destrueix“ (Retten wir Es Trenc. Wer Mallorca liebt, zerstört es nicht), lautet das Motto der Aktion, die die Umweltschutzorganisationen GOB und Terraferida mitinitiiert haben. „Salvem Es Trenc“ war schon in den 80er-Jahren Leitspruch von Kundgebungen am Naturstrand. Damals protestierten Bürger gegen eine Neubausiedlung am Es Trenc – erfolgreich.
"Eigentlich müsste man reduzieren, reduzieren, reduzieren"
Dass die Massenproteste, die Menys Turisme, Més Vida seit zwei Jahren in Palma organisieren, noch nicht die gewünschte Wirkung gezeigt haben, will Vaquer nicht leugnen. Doch was vor zwei Jahren problematisch war, sei es noch immer: „Die Mietpreise auf Mallorca steigen, die Anzahl neuer Flugverbindungen ebenfalls.“ Auch Infrastruktur und Anwohner ächzten unter den Urlaubermassen. „Die Probleme wachsen weiter, alles wächst, dabei müsste man eigentlich reduzieren, reduzieren, reduzieren.“
Immerhin: Man habe es geschafft, den Diskurs zu ändern. „Früher war der Tourismus unantastbar. Jetzt wird wenigstens darüber geredet, ihn zu limitieren – auch wenn viel zu wenig Konkretes passiert.“
30.000 Teilnehmer an Großdemo erwartet
Auch bei der diesjährigen Großdemo, die für den 26. Juli um 19 Uhr ab Palmas Plaça d’Espanya geplant ist, erwarte sie viel Zulauf. „30.000 Menschen bestimmt.“ Immerhin gehören der Bewegung mittlerweile Dutzende Vereinigungen von der ganzen Insel an. Viele davon aus dem linken Spektrum, darunter Umweltschutzorganisationen und Gewerkschaften. „Das liegt in der Natur der Sache. Allerdings beziehen wir als Plattform nicht politisch Stellung, wir sind eine soziale Bewegung“, betont Catalina Vaquer.
Sich Gehör zu verschaffen, fällt der Bewegung nicht mehr schwer. Seit dem Erfolg der Massendemos werden die Aktionen der Protestler aufmerksam beobachtet. Im April zeigten sich die Aktivisten bei einer Aktion gegen die Bewerbung Palmas zur Kulturhauptstadt. Anfang Juni kündigten sie bei einer medienwirksamen Pressekonferenz vor der Kathedrale an, dass es ein „lauter Sommer“ werden würde. Und der hat jetzt begonnen.
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