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Protest-Parolen und Kusshände: Warum eine Bürgermeisterin von Mallorca bei der Demo am Es Trenc eine fragwürdige Show hinlegte

Im Bikini und mit viel Gehabe stellte sich die konservative Politikerin Xisca Porquer in die erste Reihe der Protestler - obwohl diese die Politik ihrer Partei scharf kritisieren. Provokation? Boykott? Oder alles ganz harmlos?

Die Bürgermeisterin von Campos, Xisca Porquer, bei ihrem fragwürdigen Auftritt am Es Trenc

Die Bürgermeisterin von Campos, Xisca Porquer, bei ihrem fragwürdigen Auftritt am Es Trenc / Tomàs Moyà

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Die riesige Protestaktion am beliebten Naturstrand Es Trenc, bei der am Sonntag (5.7.) Tausende Teilnehmer eine Menschenkette bildeten, um gegen die Lockerung des Landschaftsschutzes zu demonstrieren, schlägt weiter Wellen. Hitzige Diskussionen haben sich in dem Zusammenhang vor allem um die konservative Bürgermeisterin der Gemeinde Campos, Xisca Porquer, entwickelt, in deren Verwaltungsgebiet Es Trenc fällt. Denn Porquer hatte während der Demo, die sich gegen die Politik ihrer Parteigenossen in der Balearen-Regierung richtete, einen umstrittenen Auftritt hingelegt.

Handküsse und Protest-Parolen

Tatsächlich hatte sich Porquer der Protestaktion genähert und sich sogar direkt neben den Schriftsteller Sebastià Alzamora gestellt, der gerade das Manifest der Protestaktion verlas. Zudem soll sie einige der Protest-Parolen wie „Es Trenc no es toca“ (Es Trenc bleibt unberührt) und „Qui estima Mallorca no la destrueix“ (Wer Mallorca liebt, zerstört es nicht) mitgerufen und Kusshände verteilt haben. Viele Teilnehmer empfanden dies als Provokation.

Der Auftritt, der von Medienvertretern gefilmt und fotografiert wurde, löste auch innerhalb Porquers konservativer Volkspartei PP Irritationen aus. Die balearische Ministerpräsidentin und PP-Chefin Marga Prohens distanzierte sich indirekt von dem Verhalten Porquers. Ihr Stil sei „Respekt, ohne in Provokationen zu verfallen“, sagte Prohens und betonte zugleich, Mallorca sei ein freies Land, in dem man demonstrieren könne.

Wie Porquer später bekannt gab, fühlt sie sich von dieser Reaktion ihrer Parteichefin nicht zurechtgewiesen. Prohens sei „eine großartige Präsidentin, die beste“, und sie respektiere sie sehr.

Keine Einsicht

Überhaupt zeigte die Bürgermeisterin sich angesichts der Kritik wenig einsichtig. „Ich würde es wieder tun. Ich habe niemandem geschadet“, erklärte sie. Sie sei nicht zur Demonstration gegangen, sondern habe an der Solidaritätsaktion „Mulla’t per l’Esclerosi Múltiple“ in Sa Ràpita teilgenommen, die zeitgleich und am selben Ort stattfand. Bei dieser sollte auf die Krankheit Multiple Sklerose aufmerksam gemacht und Spenden für die Forschung gesammelt werden. „Ich war als Bürgermeisterin und als Anwohnerin dort“, sagte Porquer. Dass sie im Bikini erschien, begründete sie ebenfalls mit dieser Aktion. Ohne „Mulla’t“ wäre sie nach eigenen Worten nicht an den Strand gekommen.

Nach Angaben der Bürgermeisterin war sogar versucht worden, den Termin der Protestaktion zu verlegen, um eine Überschneidung mit der Solidaritätsveranstaltung zu vermeiden. Dies sei jedoch nicht geschehen. Porquer erklärte weiter, sie habe sich der Menschenkette genähert, weil es sich um einen öffentlichen Strand handle und jeder unabhängig von seiner politischen Haltung das Recht habe, sich dort aufzuhalten. „Es war keine private Demonstration“, sagte sie. Auch sei ihr Auftritt nicht mit respektloser Absicht geschehen: „Ich wollte in keinem Moment jemanden beleidigen. Ich habe niemanden beschimpft.“

Zugleich zeigte sich die Bürgermeisterin betroffen über die Angriffe, die sie nach dem Vorfall in sozialen Netzwerken erhalten habe. Politische Kritik akzeptiere sie, persönliche Beleidigungen gingen jedoch zu weit. „Ich glaube nicht, dass jemand verdient, zwei Tage lang das zu ertragen, was ich ertragen habe“, sagte Porquer. Man habe sie wegen ihres Bikinis und ihres Nachnamens beschimpft. Das sei für sie und ihre Familie sehr hart gewesen.

Manipulation bei IB3?

Auch beim öffentlichen Regionalsender IB3 sorgte Porquers Auftritt für Wirbel. Mitarbeiter von IB3 warfen der Nachrichtenleitung des Senders, die seit 2024 konservativ geführt ist, vor, einen ihrer Beiträge manipuliert zu haben. Konkret betonte der Betriebsrat, die Senderführung habe Xisca Porquers Versuche, die Protestaktion zu "boykottieren", in der Berichterstattung heruntergespielt. Der ursprüngliche Beitrag des IB3-Journalisten habe diese Vorgänge enthalten. Die Nachrichtenleitung habe sie aber aus der ausgestrahlten Fassung gestrichen. Letztlich habe es in der veröffentlichten Version so gewirkt, als unterstütze die Bürgermeisterin den Protest. Dies sei „ein sehr schwerer Angriff auf die Professionalität der Mitarbeiter“, hieß es. /somo

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