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"Uns bleibt nichts anderes übrig": Wohnungsnot lässt neuen Wohnmobil-Hotspot entstehen - direkt vor dem Königspalast

Auf dem kostenlosen Parkplatz von Marivent stehen immer mehr Wohnmobile. Viele Bewohner arbeiten in der Gastronomie und sehen wegen der hohen Mieten keine andere Möglichkeit

Auf dem Parkplatz vor dem Marivent-Palast siedeln sich immer mehr Wohnmobile dauerhaft an

Auf dem Parkplatz vor dem Marivent-Palast siedeln sich immer mehr Wohnmobile dauerhaft an / Ana B. Muñoz

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Jetzt ist die Wohnungsnot auf Mallorca auch vor dem Königspalast sichtbar: Immer mehr Menschen nutzen den kostenlosen städtischen Parkplatz von Marivent in Palma als Stellplatz für Wohnmobile und ausgebaute Campingbusse. Am Donnerstag (9.7.) standen dort 16 Fahrzeuge, die ihren Bewohnern zugleich als Unterkunft dienen. Viele von ihnen arbeiten während der Tourismussaison in der Gastronomie und können sich nach eigenen Angaben keine Mietwohnung mehr leisten.

Der Parkplatz liegt neben dem Sommerpalast der spanischen Königsfamilie. Die Stadt eröffnete ihn 2023 als Auffangparkplatz, nachdem durch den Umbau der Meerespromenade Stellplätze weggefallen waren. Das 30.000 Quadratmeter große Gelände bietet rund 600 Parkplätze und zählt damit zu den größten Anlagen dieser Art in Palma.

"Uns bleibt nichts anderes übrig"

Viele der Wohnmobil-Bewohner sind Saisonkräfte, die keine Mietwohnung finden können

Viele der Wohnmobil-Bewohner sind Saisonkräfte, die keine Mietwohnung finden können / Ana B. Muñoz

Florencia lebt dort in einem Wohnmobil. Die Argentinierin mit italienischer Staatsangehörigkeit arbeitet ebenso wie mehrere Nachbarinnen in der Gastronomie. „Bis vor drei Jahren konnten wir noch eine Wohnung mieten. Heute kostet die günstigste 1.400 Euro. Das ist unmöglich“, sagt sie.

Florencia kam zu Beginn der Saison nach Mallorca. Sie will in Marivent bleiben, bis das nahe gelegene Restaurant schließt, in dem sie arbeitet. Im vergangenen Jahr endete die Saison dort im Oktober. Danach werde sie vermutlich an einen anderen Ort auf der Insel weiterziehen.

Für Florencia und ihre Kolleginnen sei das Leben im Wohnmobil die einzige bezahlbare Möglichkeit. „Wir kommen so zurecht. Aber es gibt ein großes Wohnungsproblem, und uns bleibt nichts anderes übrig“, sagt sie.

Der Alltag auf dem Parkplatz erfordert Organisation. Florencia wäscht ihre Kleidung in einem Waschsalon und duscht im Fitnessstudio. Einmal pro Woche fährt sie zu einer Tankstelle, um das Abwasser zu entsorgen. Zugleich fordert sie die anderen Bewohner auf, sich rücksichtsvoll zu verhalten, damit es keine Konflikte gibt.

Kommen bald immer mehr?

Nach ihren Beobachtungen stellen immer mehr Menschen ihre Wohnmobile auf dem Gelände ab. Damit könnte sich in Marivent ein weiterer größerer Wohnmobilstandort entwickeln. Ähnliche Ansammlungen gibt es bereits in Palmas Stadtteilen Son Hugo, Son Güells und Ciutat Jardí.

Zunächst hatte die Stadt auf der Ebene nahe dem Carrer Joan Miró 120 Stellplätze eingerichtet. Später ließ sie zwei weitere Flächen im oberen Bereich des Grundstücks ausbauen und beleuchten. Der Parkplatz ist über die Buslinie L30 angebunden, die Marivent mit dem Kongresszentrum verbindet.

Wohnmobile standen seit der Eröffnung regelmäßig auf dem Gelände. In diesem Sommer hat ihre Zahl jedoch deutlich zugenommen. /somo

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