Empörung am Flughafen Mallorca: Mutter muss ihren behinderten Sohn selbst aus dem Flugzeug tragen
Frau bekommt nach der Ankunft keine angeforderte Hilfe für ihr 34 Kilo schweres Kind – Kritik am Service für Menschen mit eingeschränkter Mobilität

Das betroffene Kind neben dem zu spät eingetroffenen Wagen des Assistenzdienstes / Privat
Laura Marino
Eine Mutter hat ausgebliebene Hilfe für ihren Sohn mit Behinderung am Flughafen Palma kritisiert. Nach ihrer Darstellung musste sie den 34 Kilo schweren Jungen selbst auf dem Arm aus dem Flugzeug tragen, weil die angeforderte Hilfe nicht kommen sollte. Die Familie war am vergangenen Donnerstag (9.7.) aus Menorca angereist und wollte einen Termin im Landeskrankenhaus Son Espases nicht verpassen.
Die Frau berichtete, dass die Familie eigentlich mit dem ersten Flug des Morgens nach Palma reisen sollte. Wegen Nebels sei die Maschine jedoch erst um 9.15 Uhr gestartet. „Wir kamen schon fast nicht mehr rechtzeitig zum Termin in Son Espases“, sagte sie.
Nach der Landung in Palma hätten die Flugbegleiterinnen die Familie zunächst gebeten, auf die Assistenz zu warten. Diese sei angeblich unterwegs gewesen. Nach mehreren Minuten hätten sie dann aber erfahren, dass der Dienst annulliert worden sei.
"Wirklich miserabler Service"
Nach mehr als 15 Minuten Wartezeit entschied die Mutter, ihren Sohn selbst aus der Maschine zu tragen. „Ich hatte um 9.40 Uhr den Termin im Krankenhaus, und es war schon gegen 10 Uhr. Ich konnte keine weitere Zeit verlieren.“ Als sie bereits ausgestiegen waren, sei die Assistenz dann doch noch aufgetaucht. Statt eines regulären Assistenzfahrzeugs habe die Familie anschließend jedoch einen Lieferwagen mit Hebebühne am Heck bekommen.
Nach Angaben der Familie war auch der spätere Rückweg nach Menorca problematisch. „Wir hatten zwar dieses Mal eine Assistenz, aber in einem schlechten Zustand“, sagte die Frau. Man habe sie in einem veralteten Fahrzeug transportiert. Dieses habe bei 37 Grad keine Klimaanlage gehabt. „Es war wie ein Ofen.“ Zudem sei das Fahrzeug mitten auf der Rollbahn liegen geblieben.
Arbeitskonflikt bei Dienstleister Adelte
Die Familie wirft der Konzessionärin einen „miserablen Service“ vor. Gemeint ist das Unternehmen Adelte, das am Flughafen Palma den Assistenzdienst für Menschen mit eingeschränkter Mobilität betreibt.
Seit dem 24. Mai befindet sich die Belegschaft von Adelte in einem Arbeitskampf mit dem Unternehmen. Hintergrund sind nach Darstellung der Beschäftigten die Arbeitsbedingungen und Personalmangel. Dieser führt während der touristischen Hochsaison am Flughafen Son Sant Joan zu logistischen Problemen.
Die Mutter hat nach eigenen Angaben eine formelle Beschwerde beim Assistenzdienst auf Mallorca eingereicht. Große Erwartungen habe sie nicht, sagt sie. Sie rechne damit, dass die Verantwortung einfach weitergeschoben werde.
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