Antisemitische Graffiti an Haus von Anti-Tourismus-Aktivistin in Santa Maria aufgetaucht
Die Partei Més per Mallorca kritisiert ein Klima der Straffreiheit für rechtsextreme Gruppen nach homophoben Vorfällen und nun antisemitischen Botschaften

Antisemitische Graffiti in Santa Maria. / M. Bosch
Das beschauliche Santa Maria del Camí kommt nicht zur Ruhe. Wenige Tage, nachdem zwei junge Aktivistinnen von der Guardia Civil in Handschellen abgeführt wurden, weil sie Graffiti an die Fassade von Immobilienbüros gesprüht haben sollen, sind am Montagmorgen (20.7.) antisemitische Botschaften im Dorf aufgetaucht. Unter anderem wurden Davidsterne an Häuserwände gesprüht. Auch das Wort "Juden" (auf Deutsch) war dort zu lesen. Das Haus einer der Aktivistinnen wurde ebenfalls mit Schmierereien versehen. Der Fall wurde zur Anzeige gebracht.
In der Gemeinde gibt es aber Bedenken, ob die Behörden diese Graffiti genauso verfolgen werden wie die Anti-Gentrifizierungs-Botschaften, die zur Verhaftung der Aktivistinnen geführt hatten. Stattdessen spricht unter anderem die Partei Més per Mallorca von einem Klima der Straffreiheit, mit dem rechtsradikale Kleingruppen zuletzt in der Gemeinde agiert hatten. So hatte es bereits am Wochenende homophobe Übergriffe bei einem Dorffest gegeben. Nun kämen die antisemitischen Botschaften hinzu. Es entstehe der Eindruck, dass bei Hassdelikten, Einschüchterungen, LGBTI-Feindlichkeit und Rassismus nicht die gleiche Entschlossenheit gezeigt werde wie im Fall der Immobilienbüros.
Das sagt Vox
Die rechtsextreme Vox derweil wollte sich nicht zu den Attacken äußern. Stattdessen sprach die Partei von einem Fall, bei dem Fußballfans in der Gemeinde "verfolgt" worden seien, weil sie die spanische Flagge dabei hatten. Verantwortlich dafür sei nach Darstellung von Vox das „Klima der Intoleranz“, das die „separatistische Linke“ in der Gemeinde geschaffen habe.
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