Endlich ist der Strom an der Playa de Palma wieder da: So lange dauerte der Blackout auf Mallorca
Nach zwei Stromausfällen am Wochenende erhielten die Anwohner von Can Pastilla und Cala Estància am Montag ihre Versorgung zurück

Redaktion DM
Enrique Casanova
Das Licht ist wieder da: Die Anwohner von Can Pastilla und Cala Estància auf Mallorca haben am Montag (20.7.) gegen 13.30 Uhr ihre Stromversorgung zurückerhalten, nachdem ein Wochenende mit gleich zwei Defekten an unterirdischen Kabeln mehr als 2.000 Bewohner dieses Teils von Palma zeitweise ohne Strom gelassen hatte.
Die erste Störung trat in der Nacht zum Freitag auf, die zweite am Sonntagmorgen, was die Reparaturarbeiten zusätzlich erschwerte. Zahlreiche Geschäfte, Restaurants und Diskotheken mussten ihren Betrieb in dieser Zeit einstellen. Mitarbeiter des Stromversorgers Endesa arbeiteten nach Unternehmensangaben ohne Unterbrechung, bis die Versorgung am Montagmittag vollständig wiederhergestellt werden konnte.
Viele Anwohner äußerten ihren Unmut darüber, so lange ohne Strom geblieben zu sein – zumal die Panne mit einer Hitzewelle zusammenfiel, die auf der Insel für sehr hohe Temperaturen sorgte. In vielen Haushalten konnten weder Klimaanlagen noch Ventilatoren genutzt werden, was die Belastung durch die Hitze zusätzlich verstärkte.
Gastronomen machen Endesa verantwortlich und fordern schnelles Handeln
Auch der Branchenverband Restauración Mallorca CAEB hat die Stromausfälle an der Playa de Palma scharf kritisiert. Nach eigenen Angaben hatte es bereits in der Woche davor Spannungsschwankungen und punktuelle Ausfälle gegeben, die auf ein Problem im Netz hingedeutet hätten. Besonders schwer wogen die Vorfälle, weil sie genau in die umsatzstärksten Stunden der Gastronomiebetriebe fielen.
Nach Darstellung des Verbands erreichte die Situation am Samstag eine „besondere Dramatik“. Es habe sich nicht nur um kurze Schwankungen oder kurze Unterbrechungen gehandelt, sondern um vollständige Stromausfälle in verschiedenen Teilen des Gebiets. Dadurch seien Beleuchtung und zentrale Anlagen wie Abluftsysteme, Fritteusen, Kühl- und Gefrierschränke sowie Kassen- und Abrechnungssysteme nicht nutzbar gewesen. Viele Betriebe mussten deshalb ihren Betrieb vorübergehend einstellen. Zudem sei die Kühlung von Lebensmitteln beeinträchtigt worden, was den regulären Ablauf in den betroffenen Lokalen zusätzlich erschwerte.

Can Pastilla. / MZ-Livecams
Nach Einschätzung der Rechtsabteilung von Restauración Mallorca CAEB, der Kanzlei Monlex Abogados, komme als mutmaßlich verantwortliches Unternehmen „voraussichtlich Endesa oder gegebenenfalls die für die Stromverteilung zuständige Gesellschaft der Gruppe“ infrage. Der Verband fordert deshalb „eine sofortige, umfassende und transparente Erklärung über die Ursachen der Vorfälle sowie über die Maßnahmen zu ihrer Behebung und zur Verhinderung weiterer Ausfälle“. Nach Angaben von Präsident Juan Miguel Ferrer sammelt die Organisation inzwischen Unterlagen der betroffenen Betriebe, um mögliche rechtliche Schritte gegen das verantwortliche Unternehmen zu prüfen.
Die Gastronomen betonen außerdem, der Schaden sei nicht nur wirtschaftlicher Natur. Stromausfälle mitten in der Hochsaison schadeten auch massiv dem touristischen Image, insbesondere in einer strategisch so wichtigen Zone wie der Playa de Palma.
ABONE warnt vor Risiken für das Nachtleben
Auch der balearische Verband der Freizeit- und Unterhaltungsbranche ABONE äußerte sich besorgt und verlangte Aufklärung. Nach Angaben des Verbands kam es sogar am Montag noch zu weiteren Zwischenfällen. „Wir haben es nicht mit einem einmaligen Stromausfall zu tun, sondern mit Unterbrechungen, die sich über mehrere Tage wiederholt haben“, erklärte die Organisation.
ABONE warnt, dass solche Ausfälle die Sicherheit von Freizeit- und Unterhaltungsbetrieben beeinträchtigen könnten. Zugleich schade die Situation dem Image der Playa de Palma als hochwertiges Reiseziel.
Der Verband hält es deshalb für dringend erforderlich, „noch vor den kommenden Wochenenden präventive Maßnahmen zu ergreifen“, um das Ausmaß des Problems genau zu erfassen. Zudem müsse rasch gehandelt werden, um die Qualität und Kontinuität der Stromversorgung zu sichern und weitere Zwischenfälle in der verbleibenden Saison zu verhindern.
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