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Diebstähle nehmen auf Mallorca überhand: Händler in Palma wehren sich jetzt mit Whatsapp-Gruppe

Über 200 Geschäfte auf Mallorca teilen untereinander Bilder von Ladendieben, um sich gegenseitig zu warnen und Wiederholungstäter zu identifizieren

Taschendiebstahl ist in diesem Sommer auf Mallorca ein weit verbreitetes Problem.

Taschendiebstahl ist in diesem Sommer auf Mallorca ein weit verbreitetes Problem. / dpa

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Massiver Anstieg von Diebstählen auf Mallorca: Der Anstieg der Zahl der Taschendiebe, die es gezielt auf Waren in Geschäften abgesehen haben, entwickelt sich für den gesamten Einzelhandel auf der Insel zu einem echten Problem. Auch Urlauber werden immer häufiger zum Opfer von Taschendieben. Dazu komme laut den Händlern ein reger Handel mit illegalen Produkten, der in diesem Jahr insbesondere durch gefälschte Trikots der Nationalmannschaften bei der Fußball-WM angeheizt wird.

Auf diese Probleme weist Pedro Mesquida hin, Präsident der Einzelhändlervereinigungen der Straßen Jaume II und Oms. Aber die Geschäftsleute gehen nun in den Gegenangriff über: Da es sich bei den Taschendieben oft um Wiederholungstäter handelt, beteiligen sich inzwischen rund 200 Geschäfte auf der Insel – darunter Läden aller Art, auch große Marken – an einem WhatsApp-Kanal, über den Bilder dieser Täter aus den Überwachungskameras der Geschäfte geteilt werden, um sich gegenseitig vor in der Gegend aktiven Dieben zu warnen.

Pedro Mesquida ist der Vorsitzende der Händlervereinigung der Straßen Jaume II und Oms.

Pedro Mesquida ist der Vorsitzende der Händlervereinigung der Straßen Jaume II und Oms. / P. M.

Selbst Supermärkte bleiben davon nicht verschont, erklärt Afedeco-Präsidentin Joana Manresa. Sie verweist auf die hohe Zahl von Diebstählen in diesem Bereich und darauf, dass auch diese Unternehmen Informationen über die betreffenden Personen austauschen. Die Zahl der Vorfälle steige weiter, obwohl die Sicherheitsmaßnahmen in den Geschäften laufend verschärft würden.

„Enormer Schaden“

Mesquida spricht von einem „enormen Schaden“, den diese Tätergruppe im Handel anrichte. Ein großer Teil dieser Kriminellen komme im Sommer aus anderen Regionen Spaniens. Manche Geschäfte würden an einem einzigen Tag mehrfach bestohlen – unabhängig davon, ob es sich um große Läden oder kleine Boutiquen, Modegeschäfte oder Parfümerien handle. „Wenn die Touristen kommen, tauchen auch diese Ganoven auf“, klagt Mesquida und betont, dass sich das Problem weiter verschärfe.

Sowohl Mesquida als auch Manresa weisen darauf hin, dass diese Personen der Branche bestens bekannt seien, gerade wegen ihrer extrem hohen Rückfallquote. Deshalb würden die von den Sicherheitskameras aufgenommenen Bilder unter den Geschäften weitergegeben.

Joana Manresa ist Vorsitzende von Afedeco.

Joana Manresa ist Vorsitzende von Afedeco. / B. Ramon

Besonders problematisch für kleine Läden

Die Afedeco-Präsidentin betont, wie gravierend diese Situation vor allem für kleine Geschäfte sei, die viele Stunden am Tag nur mit einem einzigen Verkäufer besetzt seien. In den Zeiten mit besonders hohem Kundenandrang – etwa wenn ein Kreuzfahrtschiff anlegt – sei es für diese Mitarbeiter praktisch unmöglich, das gesamte Geschehen im Laden im Blick zu behalten. Genau das werde für Diebstähle ausgenutzt.

Mesquida weist zugleich darauf hin, dass sich zu diesem Problem noch die zunehmende Zahl an Taschendieben gesellt, die in den von Touristen besonders stark frequentierten Gegenden unterwegs sind. Das schade nicht nur dem Image der Insel, sondern auch Geschäften und Restaurants, denn: „Viel Geld kannst du nicht mehr ausgeben, wenn dir vorher das Portemonnaie gestohlen wurde.“

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