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Einwanderer mussten in Urlauberhochburg auf Mallorca bis zu 90 Wochenstunden arbeiten: Polizei schließt Restaurant in Cala Millor

Die Beschäftigten waren offenbar lediglich mit Teilzeitverträgen angestellt. Im Lokal wurden schwerwiegende hygienische Mängel festgestellt

Nationalpolizei und Ortspolizei waren gemeinsam im Einsatz.

Nationalpolizei und Ortspolizei waren gemeinsam im Einsatz. / Nationalpolizei

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Johannes Krayer

Johannes Krayer

Ausbeutung in großem Stile im Urlaubsort: Bei einer groß angelegten Kontrolle in Cala Millor an der Ostküste von Mallorca haben Polizei und mehrere Behörden gravierende Verstöße unter anderem gegen Arbeits-, Ausländer- und Gesundheitsvorschriften festgestellt. Das betroffene Restaurant wurde mit sofortiger Wirkung vorläufig geschlossen, wie die Nationalpolizei in einer Pressemitteilung am Samstag berichtet.

Auslöser für den Einsatz waren Hinweise der Ortspolizei, wonach in dem Restaurant möglicherweise ausländische Beschäftigte ohne gültige Aufenthaltspapiere ausgebeutet würden. Zudem bestand der Verdacht, dass Mitarbeiter in Räumen innerhalb des Lokals untergebracht waren. Ermittlungen der Ausländerpolizei bestätigten nach Angaben der Nationalpolizei die ersten Hinweise.

Drei Beschäftigte illegal in Spanien

Bei der Kontrolle trafen die Beamten insgesamt 15 Beschäftigte an. Drei von ihnen hielten sich ohne regulären Aufenthaltsstatus in Spanien auf und durften daher nicht legal arbeiten. Gegen sie wurden Ausweisungsverfahren eingeleitet.

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Am Strand von Cala Millor. / Nele Bendgens

Bei den übrigen zwölf Beschäftigten besteht der Verdacht, dass sie lediglich als Teilzeitkräfte gemeldet waren, tatsächlich aber täglich bis zu 13 Stunden und an sieben Tagen in der Woche arbeiteten. Die Arbeitsinspektion leitete wegen der möglichen Verstöße entsprechende Sanktionsverfahren ein.

Dramatische hygienische Mängel

Besonders schwerwiegend waren nach Behördenangaben die hygienischen Mängel. Die Kontrolleure stellten Defizite bei Kühlung, Lagerung, Verarbeitung und Zubereitung von Lebensmitteln fest. Kühlketten seien nicht eingehalten, Lebensmittel nicht ausreichend getrennt und Speisen unter mangelhaften hygienischen Bedingungen zubereitet worden. Hinzu kamen erhebliche Verschmutzungen in Küche, Lagerräumen und angrenzenden Bereichen.

Wegen der Vielzahl der Beanstandungen ordneten die Gesundheitsinspektoren die sofortige Schließung des Restaurants an. Der Betreiber erhielt eine Frist von zehn Tagen, um die festgestellten Mängel zu beheben. Unabhängig davon drohen weitere Verwaltungsstrafen.

Im Restaurant geschlafen

Auch die Unterbringung der Beschäftigten wurde beanstandet. Die Inspekteure fanden neun Zimmer, die nach ihrer Einschätzung nicht die Mindestanforderungen für eine Nutzung als Unterkunft erfüllten.

Die Räume mussten geteilt werden, verfügten weder über eigene Badezimmer noch über ausreichende Belüftung und waren stark verschmutzt. Sie lagen direkt neben der Küche und den Lebensmittellagern; zudem habe dort ein intensiver Geruch nach Essen geherrscht.

Gute Zusammenarbeit der Behörden

Die Behörden prüfen nun auch, ob sich die Verantwortlichen des Restaurants wegen eines möglichen Verstoßes gegen die Rechte von Arbeitnehmern strafbar gemacht haben. Parallel kontrolliert die Lokalpolizei von Sant Llorenç des Cardassar die vorhandenen Genehmigungen und Lizenzen des Betriebs.

An dem Einsatz waren Beamte der Ausländerpolizei von Manacor, Kontrolleure der Arbeits- und Sozialversicherungsinspektion sowie Inspektoren der balearischen Gesundheits- und Wohnungsbehörden beteiligt. Unterstützt wurden sie von uniformierten Kräften der Nationalpolizei und der Ortspolizei von Sant Llorenç des Cardassar.

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