Sonnenfinsternis am 12. August: An der Küste vor Mallorca ballen sich an diesem Abend wohl die Boote
Die Behörden auf den Balearen kündigen verstärkte Kontrollen in Häfen und Yachtclubs an, um illegale Aktivitäten zu verfolgen und die Sicherheit zu gewährleisten. So bereiten sich die Häfen auf den besonderen Tag vor

Der Yachtclub in Sa Ràpita. / @Nautimedia
Es gibt wohl keinen spektakuläreren Ort als das Meer, um die Sonnenfinsternis am 12. August von Mallorca aus zu erleben. Freier Horizont, keine Hindernisse und 90 Sekunden Dunkelheit inmitten der Natur.
Damit der außergewöhnliche Abend trotz des erwarteten Andrangs auf dem Wasser möglichst reibungslos verläuft, bereiten sich Mallorcas Yachtclubs mit zusätzlichem Personal, präziser Planung und ihre Erfahrung auf eine erhöhte Zahl auslaufender Boote vor. „Es gibt keine Vergleichswerte. Wir können den Andrang nicht genau einschätzen, rechnen aber mit deutlich mehr Betrieb“, sagt Eduardo Florit, Hafenmeister des Real Club Náutico de Palma.

Eduardo Florit vom Real Club Náutico in Palma. / Real Club Náutico
Die befragten Clubs sind sich einig: Die größte Herausforderung besteht nicht darin, den Blick zum Himmel zu richten, sondern dafür zu sorgen, dass die Skipper dabei nicht vergessen, weiterhin ein Boot zu steuern. Entlang der mallorquinischen Küste wird am 12. August mit starkem Schiffsverkehr gerechnet.
Kontrollen ohne besondere Verbote
Auch die Behörden bereiten Sicherheitsmaßnahmen vor, besondere Verbote sind bislang jedoch nicht vorgesehen. Rubén Castro von der Vertretung der spanischen Zentralregierung auf den Balearen kündigte verstärkte Kontrollen in Häfen und Yachtclubs an. Dabei sollen illegale Aktivitäten verfolgt, Überbelegungen von Booten verhindert und die geltenden Vorschriften kontrolliert werden. Zusätzlich ist eine Überwachung aus der Luft mit Drohnen und Hubschraubern geplant.
José Ramón Picó, Präsident des Club Nàutic s’Arenal, begrüßt die Kontrollen grundsätzlich. Sie könnten die Sicherheit erhöhen, müssten aber „nach klaren Kriterien erfolgen und dürften keine Verzögerungen verursachen, durch die sich die Ausfahrten noch stärker konzentrieren“.
Mehr Personal im Real Club Náutico de Palma
Wie viele Boote an diesem Tag tatsächlich auslaufen werden, ist derzeit noch unklar. „Das Interesse ist groß, und um die Uhrzeit, zu der die Sonnenfinsternis stattfindet, sind die meisten Boote normalerweise bereits zurück oder im Hafen festgemacht“, erklärt Florit.
Der Real Club Náutico de Palma sei jedoch an Tage mit starkem Betrieb gewöhnt. „Bei der Copa del Rey oder der PalmaVela helfen wir jeden Nachmittag mehr als 100 Booten beim Anlegen – ohne größere Probleme. Der Club ist vorbereitet.“
Am Tag der Sonnenfinsternis werden sieben Hafenmitarbeiter den Mitgliedern und Nutzern beim Aus- und Einlaufen helfen. Außerdem soll die Überwachung an den Zufahrten, in den Manövrierbereichen und an besonders stark frequentierten Stellen verstärkt werden. Wer Hilfe benötigt, soll den Club über den UKW-Kanal 9 kontaktieren.
Informationskampagne in S’Arenal
Der Club Nàutic s’Arenal setzt vor allem auf Information und Prävention. Der Club hat ein Plakat mit Sicherheitsempfehlungen vorbereitet, das per E-Mail, über soziale Netzwerke und innerhalb der Anlage verbreitet werden soll. Zudem werden die Arbeitszeiten eines Teils des Personals verlängert.
Viele Boote in der Bucht von Palma erwartet
Der Präsident des Club Nàutic Portitxol, Pep Santander, geht davon aus, dass die Bucht von Palma zu den Gebieten mit der höchsten Bootsdichte gehören wird. Die Nähe zur Stadt und die große Zahl an Sporthäfen dürften vor und nach der Sonnenfinsternis für erheblichen Verkehr sorgen.

Der Hafen von Portitxol in Palma. / @Nautimedia
Als besonders heikel gilt der Moment unmittelbar nach den 90 Sekunden der totalen Verfinsterung. „Die Rückkehr in die Häfen wird voraussichtlich eine der intensivsten Phasen des Tages“, warnt Santander. Er appelliert an die Skipper, ruhig zu manövrieren, den Anweisungen des Hafenpersonals zu folgen und unnötige Ansammlungen an Hafeneinfahrten zu vermeiden.
Sa Ràpita warnt vor Ablenkung
Für Óscar Fernández, Geschäftsführer des Club Nàutic Sa Ràpita, liegt die wichtigste Herausforderung nicht allein in der Zahl der Boote. Es müsse verhindert werden, dass sich die Aufmerksamkeit der Skipper ausschließlich auf die Sonnenfinsternis richte.
Seine Botschaft lautet: „Das Schauspiel genießen, ohne zu vergessen, dass man ein Boot steuert.“ Fernández empfiehlt, Ausfahrt und Rückkehr vorab zu planen, den Wetterbericht zu prüfen, die zulässige Personenzahl an Bord einzuhalten und möglichst eine Person zu bestimmen, die sich während der Sonnenfinsternis ausschließlich auf die Navigation konzentriert. „Die Sicherheit muss während der gesamten Fahrt oberste Priorität haben.“
Sicherheitsempfehlungen für den 12. August
Die Hinweise der Yachtclubs für den besonderen Tag ähneln sich weitgehend. Skipper sollten in stark befahrenen Gebieten besonders aufmerksam sein und die Vorgaben der spanischen Handelsmarine beachten. Dazu gehören eine ständige Hörbereitschaft auf UKW-Kanal 16, die Überprüfung der Navigationslichter für die dunklere Phase sowie der Verzicht auf das Ankern in Fahrrinnen, Hafenzufahrten und Manövrierbereichen.
Der Club in S’Arenal empfiehlt außerdem, Angehörige oder Vertrauenspersonen über die geplante Route zu informieren, Sicherheits- und Kommunikationsausrüstung zu überprüfen und vor dem Ablegen die Funktionsfähigkeit des Boots zu kontrollieren. Skipper dürfen weder Alkohol noch Drogen konsumieren. Signalraketen und Feuerwerkskörper dürfen nur in Notfällen eingesetzt werden.
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