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Palma bekommt mit der CEU San Pablo eine neue Universität: "Wollen nicht in eine Rivalität eintreten"

Das Centro Universitario Beato Luis Belda bereichert künftig das Angebot an privaten Universitäten auf Mallorca. Die Rektorin erklärt der MZ vor dem Start das Projekt

Zwischen Ringautobahn und Es Secar de la Real: So soll der Campus des Centro Universitario Beato Luis Belda aussehen.

Zwischen Ringautobahn und Es Secar de la Real: So soll der Campus des Centro Universitario Beato Luis Belda aussehen. / CEU SAN PABLO

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Johannes Krayer

Johannes Krayer

Mallorca bekommt eine neue Universität. Bereits zum Studienjahr 2026/27 will die katholische Bildungsorganisation Universidad CEU San Pablo im Campus Centro Universitario Beato Luis Belda vor den Toren von Palma die ersten Studentinnen und Studenten willkommen heißen, Schwerpunkt werden medizinische Fächer sein. Die Dozenten sollen allesamt aus der Praxis kommen und entweder in der öffentlichen oder der privaten Gesundheitsversorgung auf Mallorca arbeiten. Ein bisschen Kleingeld müssen die Eltern freilich mitbringen: Ein Medizinstudium kostet pro Jahr rund 20.000 Euro. Wir sprachen mit Rosa Visiedo, die der Organisation als Rektorin vorsteht.

Die Rektorin der Universität CEU San Pablo, Rosa Visiedo. foto: ceu san pablo

Die Rektorin der Universität CEU San Pablo, Rosa Visiedo. / CEU San Pablo

Was genau entsteht da mit dem Centro Universitario Beato Luis Belda vor den Toren Palmas?

Ein Campus für Gesundheitswissenschaften und gleichzeitig ein wichtiger Bezugspunkt für die Inseln. Im ersten Studienjahr werden wir vier Studiengänge anbieten: Medizin, Krankenpflege, Physiotherapie und Psychologie. Zum Studienjahr 2027/28 Pharmazie und Zahnheilkunde dazukommen. Neben der Lehre liegt unser Schwerpunkt auch auf dem Bereich der Forschung. Der Plan ist, den Studentinnen und Studenten von Beginn an die Möglichkeit anzubieten, gemeinsam mit Spezialisten von der Insel Forschungsprojekte zu starten. Wir haben darüber hinaus bereits Kooperationen mit der Ärzte- und der Psychologenkammer geschlossen, um Doktorandenstellen anzubieten.

Die Lehrveranstaltungen sollen bereits im September starten. Ist das realistisch? Wie weit sind die Arbeiten an dem Gebäude?

Das Landgut Son Serra Perera, das wir vor einigen Jahren erworben haben, ist hergerichtet, die Klassenzimmer und die Räume für die Dozenten sind fertig. In dem Komplex, in dem einst das Riskal untergebracht war, sind die Arbeiten noch im Gange. Hier sollen später die Labore einziehen. Der Plan ist, dass im August die ersten Räume fertiggestellt werden. Daneben werden wir beispielsweise auch eine kleine Zahnarztpraxis aufbauen – zum einen als Übungsraum für die Studenten, aber auch um beispielsweise sozial schwächere Menschen zu behandeln, die sich keinen Zahnarztbesuch leisten können. Wir starten in diesem Jahr zunächst einmal mit 200 Studentinnen und Studenten, aber wenn alles in Betrieb ist, sollen es einmal 2.000 Studierende sein.

Wie stellen Sie sicher, dass die angehenden Mediziner auf der Insel genügend Möglichkeiten für ihre praktische Ausbildung haben?

Wir haben bereits eine Kooperation mit den Hospitales Juaneda unterschrieben, aber in Zusammenarbeit mit der Gesundheitsbehörde Ib-Salut können die Studierenden auch Praktika in den Gesundheitszentren absolvieren. Und wir haben eine Kooperation mit dem Fußballclub Real Mallorca, wo unsere Studenten ebenfalls Praktika machen können. Für die angehenden Physiotherapeuten und Psychologen haben wir Kooperationsverträge mit privaten Praxen geschlossen.

Die öffentlichen Krankenhäuser Son Espases und Son Llàtzer sind nicht zugänglich?

Eine Kooperation in Zukunft ist sicher nicht ausgeschlossen, aber in der ersten Phase sind die Krankenhäuser der Juaneda-Gruppe unsere Partner.

An der öffentlichen Balearen-Universität kann man dieselben medizinischen Studiengänge studieren, die Sie anbieten. Ist das eine Kampfansage an die UIB?

Wir wollen das Angebot an Universitäten ergänzen, nicht in eine Rivalität eintreten. Und wir wollen die Ausbildungssituation für junge Menschen und gleichzeitig die Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung verbessern. Als wir über die Möglichkeit nachgedacht haben, auf Mallorca einen Campus aufzubauen, haben wir gemerkt, dass es einen Mangel an qualifiziertem Personal auf der Insel gibt. Genauso übrigens wie einen Mangel an Lehrkräften, die die jungen Menschen ausbilden können. Unser Angebot hat auch das Ziel, dass die jungen Menschen auf den Inseln bleiben.

Welche Beziehungen streben Sie zur UIB oder zur zweiten privaten Universität Adema an? Wird es eine Zusammenarbeit geben?

Es ist noch ein bisschen zu früh, um das beurteilen zu können. Aber wir respektieren und bewundern die anderen Hochschulen natürlich für ihre Arbeit. Wir haben eine gemeinsame Verantwortung, junge Menschen auszubilden und die Gesellschaft weiterzubringen. Wir wollen nicht in die Konfrontation gehen, sondern als Komplementärangebot wahrgenommen werden. Einer Zusammenarbeit etwa in Forschung, Weiterbildung oder in der Ausrichtung gemeinsamer kultureller Aktivitäten stehen wir aufgeschlossen gegenüber.

Haben Sie sich auf Medizin spezialisiert, weil es in diesem Bereich ordentlich Forschungsgelder regnet?

Wir gehören zu den ersten privaten Universitäten in Spanien, die gesundheitsmedizinische Studiengänge angeboten hat, inzwischen haben wir mehr als 50 Jahre Erfahrung auf diesem Gebiet. Und: Wir sind eine Organisation ohne Gewinnabsicht. Wir finanzieren uns selbst oder mithilfe von Vereinbarungen mit anderen Organisationen. Alle Gewinne gehen in neue Projekte oder in die Verbesserung der Einrichtungen sowie an Stipendien. Dieses Studienjahr hat die CEU San Pablo 13 Millionen in Stipendien und andere Hilfen gesteckt.

Vor einigen Monaten sind Vorwürfe laut geworden, die eine mögliche Vorzugsbehandlung bei den Genehmigungen für Ihr Projekt auf Mallorca kritisierten. Was antworten Sie darauf?

Es gab keinerlei Vorzugsbehandlung. Die Balearen-Regierung hat uns unterstützt und uns an die Hand genommen, aber wir haben keine Vorteile erhalten. Es ging alles gar nicht so schnell, wie es scheinen mag. Wir haben vor fast drei Jahren mit der Planung begonnen. Das war kein improvisiertes Projekt.

Warum könnte es attraktiv für ausländische Studenten sein, Ihre Universität zu besuchen?

Wir bieten eine gute Kombination aus solider Gesundheitsausbildung, einem internationalen Campus sowie dem hervorragenden Standort Mallorca an. Wir setzen auf Internationalisierung, verfügen über zahlreiche Kooperationen mit Universitäten im Ausland und bieten Studiengänge an, die teilweise oder ganz auf Englisch unterrichtet werden. Auch die Zusammenarbeit mit dem Austauschprogramm Erasmus ist uns sehr wichtig. Wir planen darüber hinaus auch zweisprachige Studiengänge.

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