Erneute Tragödie vor Mallorca: Mindestens 20 weitere Migranten bei der Überfahrt auf zwei Booten gestorben
Allein auf einem Boot sollen 18 Menschen gestorben sein, darunter ein Baby

Ein Hubschrauber und ein Schiff der Seenotrettung (hier Archivbild) zum Einsatz / Salvamento Marítimo
Nachdem südlich von Mallorca zwei Überlebende aus einem Boot gerettet worden waren, das seit rund zwei Wochen auf dem Meer trieb, entdeckten Einsatzkräfte am Dienstag (4.8.) drei weitere Migrantenboote vor den Balearen. Bei einem schweren Bootsunglück in der Nähe der Insel Cabrera kamen mindestens zwei Menschen ums Leben. 17 Menschen aus Ländern südlich der Sahara konnten aus dem Meer gerettet werden. Da möglicherweise noch weitere Insassen vermisst werden, dauert die Suche an.
Der Alarm ging gegen 12.10 Uhr ein, nachdem die spanische Seenotrettung rund acht Seemeilen südöstlich von Cabrera zwei Schiffbrüchige entdeckt hatte. Ein Hubschrauber rettete die beiden und brachte sie zur medizinischen Versorgung in das Universitätskrankenhaus Son Espases.
Zwölf weitere Menschen im Wasser entdeckt
Kurz darauf leitete die Guardia Civil einen umfangreichen Sucheinsatz ein. Zwischen 12.30 und 14.30 Uhr retteten Beamte des maritimen Dienstes zwölf weitere Menschen aus dem Wasser und bargen zwei Leichen. Die Toten wurden in den Hafen von Colònia de Sant Jordi gebracht. Nach Angaben der Behörden ereignete sich das Unglück vermutlich bereits am Montag (3.8.) gegen 7 Uhr. Seither trieben die Überlebenden mit Rettungswesten im Wasser. Sechs der geretteten Personen mussten medizinisch versorgt werden und wurden in die Krankenhäuser Son Llàtzer und Son Espases gebracht.
Nach Informationen des Online-Portals "Crónica Balear" sollen ursprünglich insgesamt 30 Menschen von Algerien aus aufgebrochen sein. Den Aussagen der Überlebenden zufolge kamen 18 Menschen während der Überfahrt ums Leben. Ihre Leichen sollen von den übrigen Insassen über Bord geworfen worden sein. Unter den Toten soll sich auch ein Baby befunden haben, das gemeinsam mit seiner Mutter an Bord war.
Auch vor Mallorcas Nachbarinsel Ibiza kam es zu einem Rettungseinsatz. Am frühen Dienstagmorgen wurden 15 Menschen gerettet. Ihr Boot wurde gegen 5.15 Uhr rund 30 Seemeilen südwestlich der Insel entdeckt.
Bilanz der Migrantenboote
Nach den jüngsten Zahlen des spanischen Innenministeriums und den von der Vertretung der Zentralregierung auf den Balearen gemeldeten Einsätzen erreichten in diesem Jahr bislang 210 Migrantenboote mit insgesamt 3.920 Menschen die Inseln. Im Jahr 2025 waren es 401 Boote mit 7.321 Menschen – rund 24,5 Prozent mehr Migranten und knapp 15 Prozent mehr Boote als 2024.
Abonnieren, um zu lesen
- Weil mitten im Sommer die Strandliegen fehlen: Balearen-Regierung feuert oberste Küstenchefin
- Balearen-Regierung zu den Restriktionen am Tag der Sonnenfinsternis: 'Werden Mallorca-Urlauber weder bevorzugen noch benachteiligen
- Randalierender Ryanair-Passagier auf Mallorca-Flug zu Strafe und Schadenersatz verurteilt – so reagiert die Airline
- Sonnenfinsternis auf Mallorca für Spontane: So teuer sind Hotels und Flüge jetzt
- Auch das Meer kommt ins Schwitzen: Neuer Temperaturrekord vor Mallorca erreicht
- Gestrandete deutsche Segelyacht 'Acoa' vor Mallorca mit tourismuskritischen Graffiti besprüht
- Seltenes Phänomen: Grüner Lichtstrahl läutet Finale der Sonnenfinsternis ein
- Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig: Mallorca-Rückflug geht gehörig schief