Nach Überfall mit Pistole: Wie die Polizei Lübeck einem Mallorca-Urlauber half, sein Portemonnaie an der Playa de Palma zurückzubekommen
Ein junger Ballermann-Urlauber wird mit vorgehaltener Pistole ausgeraubt. Doch später hilft ihm die Polizei seiner Heimatstadt, seine Geldbörse zu bekommen

Zu dem Raubüberfall kam es an der Playa de Palma. / Clara Margais/dpa
An der Playa de Palma kommt es immer wieder zu Diebstählen: von Handys, Uhren oder Portemonnaies. Manchmal ist viel Gewalt mit im Spiel, in anderen Fällen lauern sich die Taschendiebe so unbemerkt an ihre Opfer heran, dass diese erst viele Stunden später den Diebstahl bemerken. Was die Fälle gemeinsam haben: Meist bekommen die Opfer ihre Habseligkeiten nicht wieder zurück. Doch ein Raubüberfall am Samstag (1.8.) nahm eine andere Wendung.
Ein 23-jähriger Mallorca-Urlauber war gegen 20.30 Uhr alleine an der zweiten Strandlinie zwischen den Balnearios 2 und 3 unterwegs, als ihn auf einmal ein Mann mit einer Pistole bedrohte. Der Urlauber gab ihm seine Geldbörse mit etwa 120 bis 130 Euro Bargeld und flüchtete vom Tatort.
Hier könnte die Geschichte enden. Doch etwa eine halbe Stunde später fand ein Ehepaar aus Frankfurt am Main das Portemonnaie nur wenige Meter von der Überfallsstelle entfernt mit sämtlichem Inhalt: ohne das Geld, aber mit Kreditkarte und wichtigen Dokumenten wie Personalausweis oder Krankenkarte. Daraufhin startete Urlauberin Jennifer Bähr einen Aufruf auf Facebook, um den Besitzer ausfindig zu machen – ohne Erfolg.
Polizei Lübeck hat Antworten
Danach kam ihr eine andere Idee: Da sie gesehen hatte, dass der 23-Jährige aus Lübeck stammte, kontaktierte sie die Polizei der norddeutschen Stadt. Diese soll von Anfang an sehr kooperativ gewesen sein, teilte die Mallorca-Urlauberin der MZ am Telefon mit. "Innerhalb von 20 Minuten haben sie den jungen Mann ausfindig gemacht", sagt die Urlauberin. Dabei hätten die Beamten die Portemonnaie-Finder stets auf dem Laufenden gehalten. Es dauerte zwar mehrere Anläufe, ihn zu kontaktieren, doch schließlich nahm er die Anrufe der Polizei Lübeck entgegen, von der er den Kontakt der Bährs bekam. "Ich war selbst erstaunt, wie gut alles geklappt hat", sagt die Frankfurterin.
Der 23-Jährige war nach dem Überfall zu seinen Freunden zurück ins Bamboleo gegangen. Dort hatte er versucht, die spanische Nationalpolizei zu kontaktieren, doch die habe den Hörer nicht abgenommen. Das Grüppchen wollte schon fast zum Flughafen aufbrechen, da sie am nächsten Morgen früh zurück nach Deutschland fliegen wollten. Da meldeten sich die Beamten aus Lübeck. Gerade noch rechtzeitig konnten die Bährs die Gruppe abfangen und dem 23-Jährigen sein Portemonnaie zurückgeben.
Vielleicht mal bei der deutschen Polizei probieren
Für Jennifer Bähr hat diese Geschichte ein klares Fazit: Wer an der Playa de Palma Dokumente oder Ähnliches von deutschen Staatsbürgern findet, sollte es eventuell auch bei der deutschen Polizei versuchen. "Ich weiß nicht, ob alle Polizeistellen so schnell und gut reagiert hätten", sagt die Frankfurterin. Doch zumindest in diesem Fall gab es ein Happy End.
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