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„Einmalige Gelegenheit im Lauf meines Lebens“: Wie ein Astrophysiker von Mallorca der Sonnenfinsternis entgegenfiebert

Der 26-jährige Samuel Gómez beschäftigt sich beruflich vor allem mit Gravitationswellen

Für Samuel Gómez ist es ein Leichtes, die nächsten Sonnenfinsternisse exakt zu berechnen.

Für Samuel Gómez ist es ein Leichtes, die nächsten Sonnenfinsternisse exakt zu berechnen. / privat

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Johannes Krayer

Johannes Krayer

Samuel Gómez ist angehender Astrophysiker und promoviert an der Balearen-Universität in Palma zum Thema Gravitationswellen. Für den 26-jährigen Galicier ist die anstehende Sonnenfinsternis auch aus beruflicher Perspektive ein ganz besonderes Ereignis, wie er der MZ berichtet.

Wie erlebt ein Astrophysiker eine Sonnenfinsternis?

Es ist für mich die einmalige Gelegenheit, eine totale Sonnenfinsternis im Lauf meines Lebens in Spanien mitzuerleben. Diese Ereignisse begeistern mich vor allem, weil während einer Sonnenfinsternis im Jahr 1915 die Relativitätstheorie von Albert Einstein verifiziert werden konnte. Und die erklärt ja die Schwerkraft und ist somit eng mit meiner Arbeit verknüpft. Besonders beeindruckend sind natürlich die etwa 90 Sekunden, in denen der Mond die Sonne vollständig verdeckt. Da sehen wir die sogenannte Korona der Sonne. Und weil das ja nichts Starres ist, sondern sich die Partikel rund um die Korona bewegen, ergeben sich immer wieder überraschende Effekte. Darauf bin ich wirklich gespannt.

Welche Effekte sind das, und wie kann man die beobachten?

Man sieht sie vor allem auf der Oberfläche der Sonne, auf der sich unendlich viele Partikel im Magnetfeld der Sonne bewegen. Das hat eine ganz spezifische Symmetrie. Mit einem Teleskop kann man das natürlich besser beobachten, aber es sollte auch mit bloßem Auge gehen. Rund um die Sonne werden dann Linien, ein bisschen wie Blitze, sichtbar sein, die auf einer Seite herausschießen und auf der anderen wieder eintreten. Normalerweise kann man das nicht sehen, weil die Sonne zu hell ist.

Hat diese spezielle Sonnenfinsternis einen weiteren besonderen Aspekt für Sie?

Es ist schon ein besonderes Glück, dass Palma exakt in dem Streifen liegt, in dem man die totale Finsternis erleben kann.

Könnte gerade in der Stadt die Lichtverschmutzung nicht ein Problem bei der Beobachtung sein?

Soweit ich das einschätzen kann, nein. Es dürfte eher schwierig werden, wenn es dunstig ist, wie ja öfters mal abends im Sommer, oder die Wetterbedingungen nicht optimal sind. Und weil die Sonnenfinsternis so spät am Tag ist, muss man natürlich aufpassen, dass die Sonne nicht von einem Gebäude verdeckt wird.

Macht die späte Uhrzeit einen Unterschied dabei, wie wir das Ereignis erleben?

Der Sonnenstand ist natürlich sehr tief. Was das Licht angeht, dürfte man es etwas rötlicher wahrnehmen als mitten am Tag. Zum Zeitpunkt der Totalität wird es dann wirklich stockdunkel. Danach dürfte es noch einmal kurz etwas heller werden, bevor die Sonne vollständig untergeht.

Wieso kann man mit so langem Vorlauf die exakten Sekunden einer Sonnenfinsternis vorhersagen? Wie funktioniert das?

Das geht im Grunde schon seit mehr als 300 Jahren, seit Isaac Newton. Man kann, wenn man die Gesetze der Schwerkraft anwendet, die Position von Sonne und Mond exakt vorausbestimmen. Es gibt natürlich ein paar Unwägbarkeiten, weil die Planeten sich gegenseitig beeinflussen. Es ist aber im Prinzip keine schwierige Rechnung. Wir können auch heute berechnen, ob die Finsternisse, die die Mesopotamier vor 3.000 Jahren überlieferten, korrekt sind.

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