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Mallorca 1905: Als die Sonne letztmals verschwand

Erinnerung an die letzte Sonnenfinsternis auf Mallorca. Auch damals zog das Ereignis Menschen auf die Insel - Urlauber allerdings nicht

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Redaktion MZ

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Für viele ist die totale Sonnenfinsternis auf Mallorca ein einmaliges Ereignis. Doch vor – historisch gesehen – gar nicht allzu langer Zeit war die Insel schon einmal Mittelpunkt der Astro-Szene: Die letzte totale SoFi ereignete sich hier am 30. August 1905. Auch damals war das Aufsehen um das Spektakel groß – zumindest für jene Zeit.

Deutsche Forscher angereist

1905, da gab es auf der Insel praktisch keinen Tourismus. Umso erstaunlicher erschien es vielen, dass es dennoch einige Menschen gab, die nun erstmals die Mittelmeerinsel aufsuchten - zusätzlich zu gleich mehreren ausländischen Forschungsteams, die ebenfalls extra für die eclipse anreisten. Damals, per Schiff, für die Wissenschaftler samt Ausrüstung ein aufwendiges Unterfangen. Die Zeitung „La Última Hora“ berichtete von zwei englischen Kommissionen, die ihre Beobachtungspunkte im damaligen Velodrom von Son Espanyolet und im Grand Hotel einrichteten. Auch eine deutsche Expedition soll es gegeben haben. Die Forscher lagerten ihre Geräte im Haus des Beauftragten des deutschen Konsulats zwischen. Zudem schickte der Bischof Jesuitenpater zur Beobachtung.

Von Augenschutz dürfte damals kaum die Rede gewesen sein – erst recht nicht bei der ländlich geprägten Inselbevölkerung. Ob zahlreiche Menschen ihre Sehfähigkeit einbüßten, als um 12.02 Uhr die Sonne verschwand, ist nicht überliefert. Dafür beschrieb die Inselpresse das Ereignis selbst in aller Ausführlichkeit. Und auch die Sorge darüber, dass Wolken das Spektakel verdecken könnten - was denn auch geschah. Tatsächlich konnten die Menschen damals nur wenige Sekunden lang die vollständige Verdeckung der Sonne durch den Mond bestaunen, bis eine Wolke die Sicht nahm.

"Wie um drei Uhr morgens"

Die Zeitung „La Almudaina“ fand trotzdem besonders blumige Worte: „Der vom Sonnenkreis übrig gebliebene Lichtstrahl wurde so klein, dass er innerhalb weniger Sekunden aus unserem Blickfeld verschwand und die Beobachter in eine Dunkelheit versetzte, die zwar nicht vollständig, aber doch ziemlich intensiv war. Es war, als wäre man an einem mondlosen Sommertag um drei Uhr morgens wach.“ Das macht doch Lust auf die nächste SoFi!

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