Anwohner auf Mallorca beschuldigen Besetzer einer ehemaligen Fischzucht in Cala Gamba des Diebstahls
Die Bewohner der besetzten Anlage weisen die Vorwürfe der Nachbarn entschieden zurück und betonen, dass sie über gültige Papiere verfügen und arbeiten

Die ehemalige Fischzucht, die von den Algeriern besetzt wird. / Lorenzo Marina
Auf Mallorca wächst der Unmut über eine ehemalige Fischzucht, die von jungen Männern algerischer Herkunft besetzt ist. Rund 15 Anwohner versammelten sich am Sonntag (9.8.) vor dem Gebäude in der Cala Gamba in Palmas Stadtteil Coll d’en Rabassa und riefen „Diebe!“.
Sie machen die Bewohner für eine Serie von Diebstählen in der Umgebung verantwortlich. Diese weisen die Vorwürfe entschieden zurück. „Wir arbeiten alle und haben gültige Papiere. Es stimmt nicht, dass wir stehlen“, sagt Aziz, einer der Bewohner.

Die besetzte Anlage in Cala Gamba. / Lorenzo Marina
Diebstahlserie
Nach Angaben der Nachbarn wurden in den zurückliegenden Wochen mehrmals Urlauber und Anwohner bestohlen. So sei einem Paar am Strand eine Tasche entwendet worden, nachdem beide eingeschlafen waren. In anderen Fällen sollen die Täter mit erheblicher Gewalt gegen ältere Menschen vorgegangen sein.
Eine Anwohnerin berichtet, ihr Vater sei mit seinen Hunden und einer Bauchtasche unterwegs gewesen, als zwei junge Männer auf einem Motorrad auf den Gehweg gefahren seien. „Sie wollten ihm die Bauchtasche entreißen, aber er hat es rechtzeitig bemerkt und konnte es verhindern.“
Ein anderer älterer Bewohner sei mit zwei Chihuahuas spazieren gegangen, als ihm zwei Täter auf einem Motorrad einen der kleinen Hunde entrissen hätten. Nach Vermutung der Anwohner sollte das Tier anschließend teuer verkauft werden.
Polizei findet nichts
Die Nachbarn haben nach eigenen Angaben mehrfach die Nationalpolizei eingeschaltet. Am Sonntag gegen 8 Uhr kamen Beamte zu der ehemaligen Fischzucht. Die Bewohner ließen sie hinein und wurden von der Polizei kontrolliert. Da weder gestohlene Gegenstände gefunden wurden noch sich eine Beteiligung an den angezeigten Taten nachweisen ließ, zogen die Beamten wieder ab.
Auch das Verhalten der Bewohner gegenüber den demonstrierenden Nachbarn sorgte für Kritik. „Sie haben uns mit ihren Handys gefilmt“, beklagten sich Teilnehmer der Kundgebung.

Der benachbarte Strand Torre d'en Pau. / Lorenzo Marina
Sechs junge Algerier
Die Anwohner berichten zudem von wiederholten Gelegenheitsdiebstählen am nahe gelegenen Strand Torre d’en Pau und schreiben einen Großteil der Vorfälle den Bewohnern der verlassenen Anlage direkt am Meer zu.
Die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" sprach auch mit den dort lebenden Männern. Nach ihren Angaben wohnen in dem ehemaligen Langusten-Zuchtbetrieb lediglich sechs junge Algerier. „Wir haben alle Papiere und arbeiten bei Mercapalma und anderswo“, sagt Aziz. Den Vorwurf, sie seien für die Diebstähle verantwortlich, weist er zurück. „Die Nationalpolizei war schon oft hier, ist hineingegangen und hat nichts gefunden.“
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