Nicht mal die Hälfte der Strände werden überwacht: Calviàs Rettungsschwimmern reicht es endgültig
Die Gewerkschaft hat kurzfristig zum Streik in der Gemeinde im Südwesten der Insel aufgerufen

An manchen Stränden fehlen die Wachtürme. / Symbolfoto: Daniel Jacob
Mallorcas Rettungsschwimmer kämpfen seit Jahren für bessere Arbeitsbedingungen und eine höhere Sicherheit der Badegäste an den Playas. Die Gewerkschaft der Strandaufpasser in Calvià hat nun kurzfristig zum Streik am Sonntag (23.8.) aufgerufen. Das geht aus einer am Dienstag verschickten Pressemitteilung hervor. Erst vor wenigen Monaten hatte ein Pressesprecher die Lage in der Gemeinde im Südwesten Mallorcas als untragbar beschrieben.
Die Gewerkschaft wirft dem Rathaus Calvià Geringschätzung und Misshandlung vor. Die Politiker würden sowohl mit der Arbeitssicherheit der Rettungsschwimmer als auch den Leben der Strandbesucher leichtfertig umgehen, heißt es in der Pressemitteilung.

Archivbild eines Rettungsschwimmers auf Mallorca / Borràs
Was die Rettungsschwimmer fordern
Die Rettungsschwimmer beklagen veraltete oder nicht existente Wachtürme. An den Stränden La Romana oder El Toro gebe es keine Möglichkeit, sich die Hände zu waschen. In Illetes müssten die Aufpasser direkt im Sand hocken.
Fünf der sieben Fälle von ertrunkenen Menschen an den Stränden der Gemeinde im vergangenen Jahr geschahen entweder außerhalb der Arbeitszeit der Rettungsschwimmer oder an Stränden, die nie überwacht werden. Letzteres ist bei 19 der rund 30 Bademöglichkeiten in Calvià der Fall. An den überwachten Stränden sind die Rettungsschwimmer nur von Mai bis Oktober im Einsatz, die Badesaison wird jedoch immer länger. "Die kommerzielle Nutzung der Strände startet am 15. März und geht bis Ende November", heißt es in der Pressemitteilung.
Zuletzt beklagen die Rettungsschwimmer, dass es nur an vier der elf überwachten Strände einen Zugang für Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung gibt.
Nicht der erste Streik
Wie der Streik konkret aussehen soll, ist noch nicht bekannt. Sicherlich wird es einen Mindestdienst an den Stränden geben. Insofern die Maßnahme nicht doch noch kurz vorher abgesagt wird, wie es oft auf Mallorca der Fall ist. Auch die Rettungsschwimmer von Palma hatten in den vergangenen Jahren immer wieder zum Streik aufgerufen.
Das Rathaus Calvià ließ nicht lange auf eine Antwort warten. Dort heißt es, man habe den Rettungsschwimmern Verbesserungen versprochen und sei ständig gesprächsbereit. "Wir werden aber keine Entscheidungen treffen, nur weil die Gewerkschaft Druck ausübt", wird Stadträtin Elisa Monserrat zitiert. Der angekündigte Streik unterstreiche das mangelnde Verantwortungsbewusstsein der Strandaufpasser.
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