„Kein Auge zugemacht“: Gestrandete deutsche Luxusyacht "Acoa" raubt Anwohnern auf Mallorca den Schlaf
Anwohner klagen über anhaltenden Lärm durch ein loses Segel des seit Januar gestrandeten deutschen Bootes "Acoa", während die Zuständigkeit unklar bleibt

Biel Capó
Das seit Mitte Januar vor der Küste von Son Servera gestrandete deutsche Segelboot "Acoa" sorgt erneut für Unmut unter den Anwohnern. Denn abgesehen davon, dass das Boot seit Monaten die Küste verschandelt, bringt es nun die Menschen in der Küstensiedlung Port Vell um den Schlaf. Grund ist, dass sich bei den starken Winden am vergangenen Donnerstag (20.8.) eines der Segel gelöst hat. Seither schlägt es unablässig gegen den Mast und die Stahlseile, an denen es befestigt ist.

Das gestrandete Segelschiff "Acoa" / Biel Capó
„Ich habe die ganze Nacht kein Auge zugemacht. Das kann doch nicht sein“, beklagt sich einer der Anwohner empört. Auch eine weitere Bewohnerin klagt über den Lärm: „Ich schlafe mit einem Beatmungsgerät und bin Geräusche gewohnt. Aber bei diesem Krach bekomme ich kein Auge zu.“ Die Ortspolizei sehe sich nicht zuständig, klagen die genervten Nachbarn. Und auch bei der Gemeindeverwaltung sei man auf taube Ohren gestoßen. "Dort sagte man mir, die Küstenbehörde sei zuständig", erklärt eine Anwohnerin. "Wir müssen weiterhin Tag und Nacht diesen Lärm ertragen."
Bei starkem Wellengang gestrandet
Mitte Januar hatte das Sturmtief „Harry“ mehrere Gebiete der Balearen getroffen. Der starke Wellengang trieb die Mitte der 1980er-Jahre gebaute Luxusyacht zweier deutscher Besitzer an die Küste von Son Servera. Das rund 28 Meter lange Schiff soll mehr als eine Million Euro wert sein. Die Kosten für die Bergung und den anschließenden Transport zu einer Werft wurden von einem der Eigentümer auf etwa 300.000 Euro geschätzt. Die Arbeiten gestalteten sich in den vergangenen Monaten jedoch schwierig, da die Kosten die finanziellen Möglichkeiten der Besitzer übersteigen.

Die "Acoa" wurde mit Graffiti besprüht. / DM
In den vergangenen Wochen ist das Schiff mit tourismuskritischen Parolen besprüht worden. Auf der Außenfläche des Schiffes stehen nun Schriftzüge wie „Tourist go home“, „SOS residents“ und „Mallorca per qui l’habita“ – „Mallorca für diejenigen, die hier leben“.
Die Bewohner von Port Vell fordern eine dauerhafte Lösung und verlangen, dass das Boot so schnell wie möglich von den Felsen entfernt wird. Sollten die Eigentümer ihren Verpflichtungen nicht nachkommen, müsse die Küstenbehörde ihrer Ansicht nach ersatzweise selbst tätig werden und die Bergung veranlassen. /pss
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