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Was Mallorca-Residenten dürfen – und Urlauber nicht: Diese Sonderrechte gibt es auf Mallorca inzwischen

Die Insel gehört allen – aber Bewohnern manchmal ein bisschen mehr: Wie Mallorca die Vorteile für seine Bevölkerung ausbaut

Einige Bereiche betreffen die Mobilität der Bewohner.

Einige Bereiche betreffen die Mobilität der Bewohner. / ChatGPT

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Simone Werner

Simone Werner

Wer wegwill, muss immer entweder ins Flugzeug oder auf die Fähre steigen. Im Sommer schafft man es wegen der vielen Urlauber oft erst mit dem dritten Bus zur Arbeit und kommt dann zu spät. Und wer während der Hochsaison sein Auto vor der eigenen Haustür abstellen will, muss sich oft mit Mietwagenfahrern um den Platz streiten. Auf einer populären Urlaubsinsel zu leben, bringt auch Nachteile mit sich. Wenn sie noch dazu während der Sommermonate aus allen Nähten platzt, kommen weitere Unannehmlichkeiten hinzu.

Um die strukturellen Nachteile von Mallorcas Insellage auszugleichen, die Alltagsmobilität der Residenten und trotz gestiegener Lebenshaltungskosten deren Teilhabe an der Gesellschaft zu sichern, gibt es für sie auf regionaler und vor allem Gemeindeebene Ausgleichs- und Schutzmaßnahmen. Mit ihnen wollen Politiker Bewohnern Vorrang einräumen, Anreize für sie schaffen und nicht zuletzt auch versuchen, ihren Unmut zu mildern.

Zuletzt kamen immer mehr „Residenten-Privilegien“ hinzu. Die Vorteile betreffen vor allem die Bereiche Mobilität, Parkraum, Zufahrtsgenehmigungen für besonders touristische oder zentrale Bereiche sowie Vergünstigungen bei kommunalen Einrichtungen und Sehenswürdig- keiten.

Das sind die Voraussetzungen

Um in den Genuss mancher Vorteile zu kommen, reicht es, wenn man seinen Wohnsitz irgendwo auf den Balearen angemeldet hat, etwa beim Reiserabatt. Für andere „Privilegien“ muss man speziell in der jeweiligen Gemeinde angemeldet oder sogar in bestimmten Straßen wohnhaft sein, etwa um in die Anwohnerzone ACIRE in Palma einfahren zu können. In Ausnahmefällen, beispielsweise beim Parken oder Einfahren in bestimmten Zonen, können auch nur Wohnungsbesitzer, Angestellte in einem Laden vor Ort oder Pflegepersonal, das Zugang braucht, eine vorübergehende Erlaubnis beantragen. Es gilt also: Ein Deutscher mit Wohnsitz in Santa Ponça kann nicht automatisch auch alle „Residentenrechte“ in Palma oder Sóller genießen.

Privilegien: Reiserabatt

Der bekannteste Vorteil, den Residenten haben, dürfte der 75-prozentige Rabatt auf Fähren- und Flugzeugtickets Richtung Festland, Kanaren oder den anderen Baleareninseln sein. Dafür ist ein gesondertes Zertifikat notwendig, das certificado de residencia para viajes, das jeweils sechs Monate lang gültig ist.

Öffentlicher Nahverkehr

Viel Geld gespart haben dürften sich seit über drei Jahren darüber hinaus auch Residenten, die regelmäßig die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Sie kommen mit der tarjeta intermodal oder der neuen Einheitskarte tarjeta única – ob mit den Überlandbussen, den Zügen oder der Metro – gänzlich kostenlos von A nach B. Dasselbe gilt auch für Palmas Stadtbusse.

Noch recht neu ist das eigens für Residenten am 1. Juli gestartete Pilotprojekt auf der TIB-Buslinie 203 zwischen Port de Sóller, Deià, Valldemossa und Palma. Dank einem Reservierungssystem können Bewohner sich Plätze in der Linie, die um 15 Uhr in Port de Sóller abfährt, sichern, und haben so Vorrang gegenüber Urlaubern. Laut einem Sprecher vom balearischen Verkehrsministerium wollen die Verantwortlichen voraussichtlich im Herbst entscheiden, ob das Projekt auch auf andere Linien ausgeweitet wird.

Die Anmeldung als Resident hat viele Vorteile.

Die Anmeldung als Resident hat viele Vorteile. / Bendgens

Parkraum

Aktuell schon weiter ausgeweitet werden in Palma die blauen ORA-Parkzonen. Residenten, die unmittelbar vor Ort wohnen, dürfen in ihrer jeweiligen Zone (zum Beispiel 2/4) dauerhaft kostenlos parken, sofern sie sich beim Rathaus für 24 Euro pro Jahr eine entsprechende Erlaubnis holen. In der Zone 0/0, die ebenfalls in der ORA-Zone liegt, müssen aber auch sie zu den jeweiligen Zeiten zahlen. Dennoch sind 24 Euro pro Jahr ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass ein privater Garagenstellplatz im Zentrum monatlich bis zu 200 Euro kosten kann.

Auch in vielen kleineren Gemeinden mit belebten Küstenorten, historischen Ortskernen oder stark besuchten Touristengebieten sind Anwohnerparkplätze in den vergangenen Wochen und Monaten wie Pilze aus dem Boden geschossen. Erst hatten Sóller, Valldemossa, Capdepera und Son Servera (Cala Millor und Cala Bona) Anwohner-Parkplätze ausgewiesen. Wenig später zog auch das Rathaus von Alcúdia mit über 1.000 Anwohnerparkplätzen nach. Voraussetzung ist fast immer, dass die Fahrzeughalter in der Gemeinde gemeldet sein und ihr Fahrzeug zudem dort zugelassen beziehungsweise steuerlich registriert sein müssen. Auch in dem bei Deutschen beliebten Hafenort Port d’Andratx sind erst kürzlich 50 Stellplätze ausschließlich für Anwohner ausgewiesen worden.

In Santanyí wird es vor allem an den Markttagen im Sommer voll. Auf dem Parkplatz im Carrer Bernat Vidal i Tomàs, der bei Google Maps „Aparcament públic“ heißt, sind einige Plätze daher ganzjährig Residenten vorbehalten. In die lange Liste der Orte mit Anwohnerparkplätzen reihen sich auch Artà sowie der Ortsteil Colònia de Sant Pere und der Ortsteil Port des Canonge von Banyalbufar ein.

Zufahrtsrechte

In manchen Fällen, etwa in Sóller, Deià oder auch Palma, geht das Recht, auf den Anwohnerparkplätzen zu parken, mit dem, in bestimmte zentral gelegenen Zonen einfahren zu können, Hand in Hand. In Palma etwa ist hier die ACIRE-Zone rund um die Altstadt zu nennen, die so manchen Urlauber schon das ein oder andere Knöllchen gekostet haben könnte.

Ist ein beliebtes Ausflugsziel: der Leuchtturm am Cap Formentor.

Ist ein beliebtes Ausflugsziel: der Leuchtturm am Cap Formentor. / DGT

Während der Sommermonate gelten zudem auf der Halbinsel Formentor Zufahrtsbeschränkungen für Privatwagen. Unter anderem Residenten sind davon ausgenommen, sofern sie vorab eine Genehmigung beantragt haben.

Auch rund um die „Instagram-Bucht“ Caló des Moro kollabieren die Straßen im Sommer regelmäßig. Daher dürfen auch dort dann nur Residenten der jeweiligen Straßen vorfahren und parken.

Für die Bewohner der Gemeinden Ses Salines gibt es rund um die Finca s’Avall der Bankiersfamilie March ein besonderes Zufahrtsrecht: Während normale Besucher etwa den Strand Es Carbó von Colònia de Sant Jordi aus zu Fuß erreichen müssen, dürfen Berechtigte über das private Gelände dank einer Sondergenehmigung per Auto näher an den Naturstrand heranfahren.

Den Naturstrand Es Caragol können wiederum einige Anwohner von Santanyí über dieselbe Finca mit entsprechender Genehmigung auch per Auto erreichen. Der Rest ist gezwungen, vom Leuchtturm Ses Salines aus zu Fuß hinzugehen.

Vergünstigte Eintrittspreise und Steuererleichterungen

Bei den hiesigen Wasserparks, im Palmaaquarium, bei städtischen Sportanlagen etwa in Calvià oder Palma, Sommercamps, Sehenswürdigkeiten wie der Kathedrale oder dem Castell de Bellver oder auch in Hotels gibt es vergünstigte Residenten-Tarife. Bei Sehenswürdigkeiten kommen Bewohner an manchen Tagen gratis hinein. Zudem können nur Bewohner kommunale Zuschüsse beantragen, etwa für die Miete in Calvià. Daneben gibt es für auf den Balearen gemeldete Firmen weitere Vorteile, die etwa die Körperschaftsteuer betreffen. Details dazu erfahren Sie am besten bei Ihrem Steuerberater.

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