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Mallorca Zeitung

Krise im Rathaus von Andratx auf Mallorca: Misstrauensvotum gegen den Krawall-Bürgermeister

Die Opposition beschuldigt Antoni Mir der schlechten Manieren und eines ungenügenden Managements

Antoni Mir. Juan Luis Iglesias

Der sozialistische Bürgermeister der Gemeinde Andratx im Südwesten von Mallorca, Antoni Mir, steht unter Druck: Am Montag (20.6.) haben die Sprecher der drei Parteien PP, Ciudadanos und El Pi angekündigt, ein Misstrauensvotum gegen den Rathauschef auf den Weg zu bringen. In einem Plenum am 5. Juli soll dem Bürgermeister das Vertrauen entzogen werden. Nach den Plänen der drei Parteien, die die Initiative dazu ergriffen haben, soll Estefania Gonzalvo von der konservativen Volkspartei PP die Legislaturperiode als Bürgermeisterin zu Ende führen.

Die Sprecher der Parteien - El Pi sitzt derzeit als Koalitionspartner der Sozialisten sogar in der Gemeinderegierung - begründeten ihren Schritt mit einem dringend notwendigen Richtungswechsel in der Gemeinde. Dieser sei wichtig, um die Stabilität zurückzubringen. Man wolle sich für eine effiziente Verwaltung in der Gemeinde einsetzen, für einen gemäßigten Politikstil, mehr Transparenz und Ruhe. Wichtige Aufgaben seien, mehr Kräfte für die Ortspolizei zu gewinnen, um die Sicherheit der Bevölkerung und der Urlauber zu gewährleisten. Elementar sei außerdem, die Bearbeitungszeit von Bauanträgen zu verringern und die aktuelle "fehlende Sensibilität" im Hinblick auf die Steuer- und Gebührenpolitik wiederherzustellen.

Koalitionspartner unterstützt Rüge

Bereits am Donnerstag (16.6.) wurde Bürgermeister Antoni Mir im Plenum von seinem Koalitionspartner El Pi bloßgestellt. Die Partei unterstützte eine Rüge der Opposition. Der andere Koalitionspartner Més enthielt sich bei der Abstimmung. Die PP kündigte bereits an, ein Misstrauensvotum auf den Weg zu bringen, sollte Mir nicht zurücktreten.

Der Bürgermeister allerdings glaubt, die Unterstützung seiner Partei zu haben und riet den Koalitionspartnern zurückzutreten, wenn sie mit der Politik nicht einverstanden seien. Die Unzufriedenheit mit Mir ist in Andratx bereits seit Monaten groß. Der Sozialist fiel bereits mehrfach mit schlechten Manieren im Plenum auf, als er persönliche Angriffe gegen Mitglieder des Gemeinderates fuhr. Auch wird er für die Abwanderung von Ortspolizisten und die langen Wartezeiten bei den Baugenehmigungen verantwortlich gemacht. /jk

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