Nach symbolischem Abriss: Einige Mauern um Psychiatrie in Palma de Mallorca bleiben

Ein Teil von ihnen ist weiterhin nötig, um das Erdreich auf dem abschüssigen Gelände zu stabilisieren

I. Olaizola

Die Mauern, die die Psychiatrie im Norden von Palma de Mallorca umgeben, sollen nun doch nicht vollständig eingerissen werden. Ein Teil von ihnen sei weiterhin nötig, um das Erdreich auf dem abschüssigen Gelände zu stabilisieren, heißt es bei der balearischen Gesundheitsbehörde IB-Salut gegenüber der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca". Zu dem zukünftigen Park werde es aber insgesamt acht Eingänge geben.

Das Gelände der früheren "Verwahranstalt" war zwar schon bislang öffentlich zugänglich, aber mit Mauern weitgehend abgeschottet von der Umgebung. Im vergangenen Juli wurde dann symbolisch mit dem Abriss einer Mauer am Carrer Jesús begonnen, gegenüber dem Sa-Riera-Park. Die balearische Ministerpräsidentin Francina Armengol schwang bei einem Pressetermin eigenhändig den Hammer. Der Abriss der Mauern soll dabei nicht nur die Grundlage sein, um neue Grünzonen anzulegen. Vor allem geht es darum, die Stigmatisierung psychisch kranker Menschen zu beenden.

90.000 Quadratmeter großer Park

Die Pläne der Stadtverwaltung und der Klinikleitung sehen vor, auf dem Gelände einen mehr als 90.000 Quadratmeter großen Park anzulegen. In das Projekt fließen rund sechs Millionen Euro, weitere vier Millionen stehen für die Sanierung der Gebäude und den Abriss weiterer Mauern bereit. 

Nicht abgerissen werden soll nun eine 1,4 Meter hohe Mauer linker Hand des Haupteingangs. Darüber hinaus soll eine sogar 1,8 Meter hohe Stützmauer auf der gegenüberliegenden Seite des Geländes errichtet werden, die an den Kreisverkehr am Friedhof grenzt.

Im Sommer bis 21 Uhr geöffnet

Der Zugang zum künftigen Parc Sanitari de Bons Aires soll genauso geregelt werden wie im Fall der anderen öffentlichen Parkanlagen im Stadtgebiet: Er bleibt dann geöffnet bis 20 Uhr abends, im Sommer bis 21 Uhr.

Die Psychiatrie auf Mallorca wurde 1921 von der damaligen Provinzregierung als Hospital für Patienten mit mentalen Problemen in einem ehemaligen Kloster errichtet. Einst war das Gelände ein eigenes Dorf – bis zu 2.300 Patienten waren in den Gebäuden untergebracht. Im Jahr 2016 waren es 170.  /ff