Die spanische Zentralregierung hat Rosana Morillo als neue Staatssekretärin für Tourismus berufen, nachdem der bisherige Amtsträger Fernando Valdés aus persönlichen Gründen zurückgetreten ist. Morillo war bislang Generaldirektorin für Tourismus in der Balearen-Regierung.

Die studierte Mathematikerin begann ihre politische Karriere erst in dieser Legislaturperiode unter Tourismusminister Iago Negueruela, konnte sich aber in gleich mehreren Krisen bewähren. Gleich zu Beginn ihrer Amtszeit sah sie sich mit der Pleite von Thomas Cook konfrontiert. Nur wenige Monate später begann die Pandemie und der damit verbundene Stillstand des Tourismus auf den Balearen. Morillo war zudem federführend an dem Abkommen der Balearen-Regierung mit der Kreuzfahrtindustrie zur Beschränkung der Schiffe im Hafen von Palma beteiligt.

Jahrelang in der Tourismusbranche aktiv

Vor ihrem Einstieg in die Politik war Morillo jahrelang in der Tourismusbranche aktiv, arbeitete als Führungskraft in den Personalabteilungen von Barceló, Arabella Starwood und zuletzt Marriott. Bevor die gebürtige Madrilenin, die keiner politischen Partei angehört, auf die Insel kam, war sie unter anderem in Mexiko, Paris, London und Mailand beschäftigt.

Mit der Berufung von Morillo haben die Balearen wieder eine politische Vertretung in dem für die Inseln so wichtigen Ressort. Zuletzt war 2018 Bel Oliver in das Amt der Staatssekretärin berufen worden. Im Juli 2020 wurde sie im Zuge von Kabinettsumbildungen abberufen.

Postenbesetzungen im Endspurt der Legislaturperiode

Es steht zu klären, inwieweit Morillo weitere Vertreter von der Insel mit in ihr Team nach Madrid nimmt. So darf sie etwa einen Kabinettschef und Pressesprecher berufen. Zudem muss ein Nachfolger für sie auf den Balearen ernannt werden, der den Posten zunächst für die verbleibenden fünfeinhalb Monate der Legislaturperiode übernimmt.

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Die aktuelle spanische Tourismusministerin Reyes Maroto, die Morillo nun einberufen hat, wird im Mai als Bürgermeisterkandidatin der Sozialisten in Madrid antreten. So könnte Morillo in den kommenden Monaten einen neuen Vorgesetzten bekommen, der das Ministerium zunächst bis zu den Spanienwahlen im November 2023 führt. /pss