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Nächste Massendemonstration auf Mallorca findet mitten in der Hochsaison statt

Die Teilnehmer an der zweiten Versammlung der Initiative "Menys turisme, més vida" einigten sich auf den 21. Juli

"Mallorca steht nicht zum Verkauf": Bei der ersten Großdemo gegen das Tourismusmodell am 25. Mai in Palma.

"Mallorca steht nicht zum Verkauf": Bei der ersten Großdemo gegen das Tourismusmodell am 25. Mai in Palma. / Isaac Buj/EP

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Johannes Krayer

Johannes Krayer

Der Kampf gegen die Auswirkungen des Massentourismus auf Mallorca hat inzwischen richtiggehend Strukturen angenommen. Das wurde bei der zweiten Versammlung der Initiative "Menys turisme, més vida" (Weniger Tourismus, mehr Leben) am Donnerstagabend (6.6.) in Manacor deutlich.

Und die mehr als 150 Teilnehmer an der Veranstaltung hatten große Lust auf Kundgebungen während der Tourismussaison. So war der wichtigste Tagesordnungspunkt, den Termin für die nächste Großdemonstration festzulegen. Der erste Protestzug hatte am 25. Mai in Palma stattgefunden, rund 15.000 Menschen waren auf die Straße gegangen.

Bei der Versammlung am Donnerstagabend in Manacor.

Bei der Versammlung am Donnerstagabend in Manacor. / DM

Je früher, desto besser

Ins Spiel gebracht wurden von den Veranstaltern, darunter der Sprecherin der Umweltschutzorganisation Gob, Marga Ramis, und dem Sprecher von Fridays for future auf Mallorca, Pere Joan Femenía, vier Zeitpunkte Ende Juli, Mitte August und Anfang September. Die Anwesenden durften abstimmen. Am Ende setzte sich der frühestmögliche Termin, der 21. Juli, durch.

An diesem Tag mitten in der Hochsaison soll es dann zeitgleich auf allen vier Balearen-Inseln eine Protestveranstaltung geben. Der Vorteil des frühen Datums sei, so die beinahe einhellige Überzeugung bei dem Treffen, dass eine weitere Kundgebung am 27. September zum internationalen Tourismustag auf die Beine gestellt werden könnte.

Wohnungsnot im Mittelpunkt

Was das Motto der Protestaktion Ende Juli betrifft, soll es einmal mehr um das aus Sicht der Organisatoren drängendste Problem der Wohnungsnot gehen. Dieses sei ohnehin ein "starker roter Faden", das sich durch den gesamten Protest ziehe, "weil das Thema alle und jeden betrifft", sagte Marga Ramis. Aber auch der Widerstand gegen das auf Massentourismus angelegte Modell auf den Balearen soll deutlich werden.

Was genau dann Ende Juli passieren wird, soll nun in Arbeitsgruppen noch festgelegt werden. Einzelne Anwesende brachten noch einmal die Idee vor, den Flughafen von Mallorca lahmzulegen. Auf diesen Vorschlag gingen die Organisatoren des Treffens allerdings spürbar nicht ein oder winkten gar direkt ab. Die Idee war beim ersten Treffen der Initiative in Sineu Mitte Mai bereits aufgekommen und hatte in deutschen und britischen Medien für verschreckte Berichte gesorgt.

Marga Ramis, eine der Organisatorinnen.

Marga Ramis, eine der Organisatorinnen. / DM

Punktuelle Aktionen an verschiedenen Orten

Marga Ramis erklärte vor der Abstimmung die Funktionsweise der Bürgerinitiative, die sich neben den aufwendiger koordinierten Großkundgebungen vor allem aus punktuellen Aktionen der einzelnen Ortsgruppen auf der Insel zusammensetzt.

So gebe es in vielen Orten engagierte Menschen und Gruppierungen, in Palma, Sineu und Santa Maria haben sich bereits offizielle Ortsgruppen gegründet. "Die Idee ist, dass konstant Aktionen ablaufen", sagte Ramis.

Äußerst diszipliniert

Die Versammlung lief trotz der großen Zahl der Anwesenden und des beengten Raumes erstaunlich stringent ab. Nach gut einer Stunde war alles gesagt, die Teilnehmer blieben äußerst diszipliniert in ihren Wortmeldungen, es gab keinerlei radikale Forderungen oder auch Verhaltensweisen.

Einer der Organisatoren hatte zur Begrüßung in den Raum gerufen: "Eingeschleuste Polizisten, wir wissen, dass ihr hier im Raum seid." Man sei "keine terroristische Organisation". Das war die Antwort auf Anwandlungen der rechtsextremen Partei Vox, die die Bewegung und die Teilnehmer genauer unter die Lupe nehmen will.

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