Prinzessin Leonor sollte Adoptivtochter von Mallorca werden - nun wird doch nichts daraus

Sozialisten sperrten sich gegen die Ernennung. Gegenseitige Vorwürfe, der Monarchie zu schaden

Prinzession Leonor (Mitte) im Kreise ihrer Familie auf Mallorca.

Prinzession Leonor (Mitte) im Kreise ihrer Familie auf Mallorca. / DM

Redaktion DM

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Nachdem sich die Sozialisten in der Plenarsitzung am Donnerstagmorgen (13.6.) im Inselrat der Stimme enthalten haben, wird die spanische Kronprinzessin Leonor nicht zur Adoptivtochter von Mallorca ernannt werden. Der Vorschlag war von der konservativen Volkspartei (PP) und der rechtsextremen Vox unterstützt worden, während die linskökologische Regionalpartei Més per Mallorca dagegen stimmte. Die Sozialisten und die kleine Regionalpartei El PI enthielten sich der Stimme.

Die Haltung zum Königshaus entzweit auf Mallorca, wie auch anderswo in Spanien, die Politik. Die konservativen und rechtspopulistischen Parteien stehen der parlamentarischen Monarchie positiv gegenüber, die Linksparteien lehnen sie ab und würden eine Republik bevorzugen. Die Sozialisten winden sich gewöhnlich zwischen beiden Extremen. Einerseits sind sie als häufige Regierungspartei staatstragend, andererseits schlägt ihr Herz, ebenso wie das vieler ihrer Wähler, häufig links.

Da für die Verleihung eines solchen Ehrentitels die Zustimmung von drei Vierteln der Plenarversammlung erforderlich ist, hat die Enthaltung der PSOE im Inselrat von Mallorca nun den Ausschlag gegeben. PP und Vox verfügen über insgesamt 18 Abgeordnete (13 + 5) und somit weniger als die für die Ernennung erforderlichen 25 Stimmen. Die von Catalina Cladera geführten Sozialisten stellen 9 Inselrats-Abgeordnete.

PSOE sieht eine Instrumentalisierung des Königshauses

Die Sozialisten begründeten ihre Enthaltung mit einer ihrer Ansicht nach politischen Instrumentalisierung des Königshauses. "Auszeichnungen können nicht aufgezwungen werden, der Inselrat hat keinen Konsens mit den übrigen Parteien gesucht. Die Person, die für diese Instrumentalisierung der Krone und den Schaden, der Prinzessin Leonor heute zugefügt wird, verantwortlich ist, ist Inselratspräsident Llorenç Galmés", sagte Cladera.

Galmés kritisierte seinerseits die Enthaltung der Sozialisten - im Vorfeld hätten sie sehr wohl ihre Unterstützung zugesagt. "Die PSOE nimmt für sich Verfassungstreue in Anspruch, aber in Wahrheit benutzt sie die Politik, um der Krone zu schaden", so der PP-Politiker. .

PP und Vox kritisieren die Enthaltung

Kritik kam auch von der PP-Sprecherin Núria Riera, die "das Schweigen" der ehemaligen sozialistischen Ministerpräsidentin der Balearen und heutigen Parlamentspräsidentin in Madrid Francina Armengol bemängelte. Der stellvertretende Sprecher von Vox, David Gil, warf den Sozialisten vor, dass sie mit der Enthaltung ihre Ablehnung der parlamentarischen Monarchie offenbart hätten. /bro