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Strom von Migranten auf Mallorca: Jetzt soll ein Zeltlager helfen

Rund 400 unbegleitete minderjährige Migranten muss der Inselrat auf Mallorca betreuen. Würdige Bedingungen könnten da nicht gewährleistet werden, sagen die Institutionen

Zelte im Jahr 2021 in Son Tous, dem Auffanglager für Migranten vor den Toren von Palma.

Zelte im Jahr 2021 in Son Tous, dem Auffanglager für Migranten vor den Toren von Palma. / ISAAC BUJ/EP

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Johannes Krayer

Johannes Krayer

Mallorca und die anderen Balearen-Inseln fühlen sich überfordert beim Thema irreguläre Einwanderung – auch wenn die Zahl der ankommenden Migranten nicht mit denen auf den Kanaren vergleichbar ist. Der Strom von Migrantenbooten auf die Inseln hat aufgrund des unstabileren Wetters in den vergangenen Tagen nachgelassen, aber laut der balearischen Ministerpräsidentin Marga Prohens (konservative Volkspartei PP) sind die Inseln speziell mit den derzeit rund 400 unbegleiteten Minderjährigen, in Spanien „Menas“ abgekürzt, an ihre Grenzen gestoßen.

Der Präsident des Inselrats, ihr Parteikollege Llorenç Galmés, hat deshalb am Mittwoch (11.9.) ein Hilfegesuch nach Madrid gesendet. Der Inselrat ist offiziell für die Betreuung der jugendlichen Migranten zuständig.

"Befinden uns am absoluten Limit"

Galmés bittet das spanische Verteidigungsministerium, dem Inselrat einen Teil der ehemaligen Kaserne Son Tous vor den Toren von Palma zur Verfügung zu stellen, damit dort ein Feldlager mit Zelten für die Aufnahme weiterer Migranten aufgebaut werden kann. Das hatte der PP-Politiker bereits einige Tage zuvor angekündigt. „Wir befinden uns am absoluten Limit und können nicht noch mehr unbegleitete minderjährige Migranten aufnehmen, auch wenn wir von Rechts wegen dazu verpflichtet sind“, sagte Galmés.

Das provisorische Feldlager sei vor allem im Hinblick auf die kommenden Monate wichtig, in denen der Inselrat mit einem weiteren Anstieg der Migrantenankünfte rechnet. Bereits im Vorjahr landeten zwischen September und Dezember 106 Menas per Boot auf den Balearen. Die bisherige Tendenz deutet darauf hin, dass es in diesem Jahr eher mehr als weniger sein könnten. Erst Anfang September hatte das erste Mal seit Jahren ein Boot mit mehr als 100 Menschen an Bord die Küste von Ibiza erreicht.

Nicht mit den Kanaren vergleichbar

Die Gesamtzahl der Migranten, die die Balearen erreicht, ist noch lange nicht mit der der Kanaren vergleichbar, wo alleine im Juli dieses Jahres fast 6.000 Menas gelandet sind. Im gesamten Jahr 2024 sind auf den Balearen bisher etwas mehr als 3.000 Migranten angekommen. In den Vorjahren lag die Zahl bei Jahresende meist knapp unter oder über 2.000. Bereits im Jahr 2021 hatte es im Auffanglager Son Tous mehrere Zelte gegeben, um die Migranten provisorisch unterzubringen.

„Die Minderjährigen verdienen, in würdigen Bedingungen aufgenommen zu werden. Wir können diese aber nicht gewährleisten, weil wir weder ausreichend Platz für sie haben noch ausgebildete Kräfte, um sie so zu betreuen, wie es nötig wäre“, sagte Prohens. Laut dem Inselrat sind die rund 400 derzeit auf den Inseln aufgenommenen unbegleiteten Minderjährigen acht Mal mehr als die eigentlich für diese Fälle vorgesehenen Unterbringungsmöglichkeiten.

Unterkunft zwar vorhanden, aber nicht genutzt

Dabei hatte die linke Vorgängerregierung bereits 2018 nahe Puntiró in einem östlichen Außenbezirk von Palma eine Immobilie erworben, in dem ein Auffangzentrum für minderjährige Geflüchtete eingerichtet werden sollte. Das Haus steht nun allerdings seit sechs Jahren leer, weil die Sozialbehörde IMAS es nicht nutzen möchte.

Guillermo Sánchez, der IMAS-Präsident, sagte in einem Interview mit dem „Diario de Mallorca“, dass das Haus „komplett isoliert“ dastehe. „Die Kinder müssen in die Schule gehen, in die Ausbildung, brauchen Freizeitangebote“, sagte Sánchez. All das sei an diesem Standort nicht möglich.

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