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Marga Prohens kündigt neue Zuglinie sowie Maßnahmenkatalog gegen touristische Überfüllung an

Die konservative Politikerin hielt am Dienstag (1.10.) vor dem Parlament ihre erste Rede zur Lage der Balearen

Marga Prohens am Dienstag (1.10.) bei ihrer Rede zur Lage der Balearen.

Marga Prohens am Dienstag (1.10.) bei ihrer Rede zur Lage der Balearen. / Guillem Bosch

Patrick Schirmer Sastre

Patrick Schirmer Sastre

Die balearische Ministerpräsidentin Marga Prohens hat am Dienstag (1.10.) vor dem Regionalparlament ihre erste Rede zur Lage der Balearen gehalten. Rund 90 Minuten sprach die konservative Politikerin über die Erfolge ihres ersten Amtsjahres und kündigte einige neue Maßnahmen an.

Wandel des Tourismusmodells

In Sachen Tourismus erklärte sie, ein weiteres Wachstum sei unmöglich. Langfristig brauche man einen Wandel des Wirtschaftsmodells, um die Abhängigkeit vom Tourismus zu reduzieren. Prohens erklärte, man wolle die Reindustrialisierung der Inseln, Wissenschaft, Künstliche Intelligenz und die Energiewende in den Mittelpunkt stellen. Als beispielhaft für einen umfassenden Wandel des Wirtschaftsmodells nannte sie die nordspanischen Regionen Asturien und Baskenland.

Zugleich erklärte die Ministerpräsidentin, man brauche angesichts der Überfüllung durch den Tourismus entschlossene und zeitnahe Initiativen. Man habe die Botschaften der Demonstrationen im Sommer gehört. Bereits im Februar 2025 will die Balearen-Regierung einen Maßnahmenkatalog verabschieden. Konkrete Beispiele nannte die Politikerin nicht. Stattdessen erklärte sie, jetzt sei die Zeit, in der Vorschläge eingereicht werden können.

Ein Zug nach Llucmajor

Auch in Sachen Mobilität konkretisierte sie eine Ankündigung, die der neue Verkehrsminister José Luis Mateo im August in einem Interview mit der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" gemacht hatte. Laut Prohens wird die angedachte Zuglinie nach Llucmajor noch in diesem Monat in die Wege geleitet. Diese soll Stadtviertel in Palma wie Pere Garau mit dem Krankenhaus Son Llàtzer und den Flughafen mit dem Dorf im Süden der Insel verbinden. Die Regierung geht davon aus, dass die Linie jährlich rund 7,5 Millionen Passagiere transportieren dürfte. Prohens betonte, es sei nicht die einzige Zuglinie, an der man arbeite, aber aufgrund des hohen Bedarfs habe man sich entschieden, dieses Projekt als Erstes anzupacken.

Wohnungsnot, Wassermangel, Bildung

Des Weiteren kündigte die Ministerpräsidentin für das kommende Regierungsjahr den Kampf gegen die Wohnungsnot und den Wassermangel sowie größere Investitionen im Bereich der Bildung an. Die Politikerin erklärte zum Thema Schulen, man werde sich dafür einsetzen, dass weniger Tablets und andere technische Geräte den Unterricht bestimmen, sondern dass der Fokus darauf gelegt wird, dass Kinder in Kernkompetenzen wie Mathematik, Lesen und Schreiben, Literatur, Geschichte und Geographie unterrichtet werden.

Am Mittwoch werden die anderen parlamentarischen Gruppen ihre Antwort auf die Rede der Ministerpräsidentin geben. Im vergangenen Jahr hatte es keine Rede zur Lage der Balearen gegeben, weil diese laut den Statuten der Balearen nur in Jahren vorgesehen ist, in denen nicht gewählt wird.

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