Geplantes Verbot von Wohnmobilen in Palma: Die Betroffenen gehen auf die Barrikaden
Viele der in den Wohnwagen Lebenden können sich eine normale Wohnung nicht leisten

Die Wohnwagensiedlung in Son Güells. / Bendgens
Es kam wie es kommen musste: Nach der Ankündigung der Stadt Palma, im Rahmen der neuen, noch nicht endgültig beschlossenen Benimmregeln das dauerhafte Wohnen in Wohnmobilen und Campingwagen zu verbieten, sind die Betroffenen auf die Barrikaden gegangen. Die Befürchtung der Wohnwagen-Besitzer: Wenn sie nicht mehr in ihren Gefährten schlafen dürfen, bleibt ihnen nur die Obdachlosigkeit. Denn eine Wohnung dürften sich angesichts der angespannten Wohnsituation nur die wenigsten leisten können.
Das will die Stadt hinsichtlich der Wohnwagen einführen
Die neuen Benimmregeln verbieten das Übernachten in Wohnwagen oder Campingmobilen, die auf öffentlichen Straßen geparkt sind. "In Palma lebt man in Wohnungen, nicht in Wohnmobilen", sagte Martínez bei der Präsentation des Gesetzesvorhabens. Das Campen soll im gesamten Stadtgebiet von Palma verboten werden. Die Fahrzeuge dürfen ab sofort maximal zehn Tage am selben Standort bleiben. Wer sich nicht daran hält, muss mit Strafen zwischen 750 und 1.500 Euro rechnen.
Für immer mehr Menschen ist es in den zurückliegenden Monaten der letzte Ausweg gewesen in Palma in Wohnmobilen zu übernachten. Sie können sich aufgrund der Wohnungsnot keine eigenen vier Wände mehr leisten. So entstanden etwa in Son Hugo, Son Gual oder nahe dem Strand Es Carnatge ganze Wohnwagensiedlungen, die nun aufgelöst werden müssen. Martínez ließ allerdings durchblicken, dass man in Härtefällen milde verfahren würde und die betroffenen Menschen zunächst an die Sozialdienste weiterleite.
Das sagen die Betroffenen
"Viele derjenigen, die in einem Wohnwagen leben, haben keine Mittel, um eine Miete zu bezahlen. Sollen sie etwa im Rathaus schlafen?", fragte etwa Javier Gonzalez, der am Donnerstag (28.11.) gemeinsam mit anderen Betroffenen bei der Stadtratssitzung anwesend war. Sein Mitstreiter Pep de las Heras ergänzte: "Niemand spricht über die psychologischen Auswirkungen, die diese Situation hat. Unsere mentale Gesundheit leidet sehr unter dem Druck, nie zu wissen, ob man uns auf die Straße setzen wird."

Javier Gónzalez und Pep de las Heras am Donnerstag (28.11.) im Rathaus Palma. / Manu Mielniezuk
Auch der Vorschlag des Juniorpartners in der Rathauskoalition, Vox, dass man spezielle Zonen für Wohnwagen in der Stadt ausweisen könnte, stieß bei den Protestlern kaum auf Begeisterung. Javier Gónzalez stellte klar: "Wir wollen nicht in Ghettos leben. Ich habe mein ganzes Leben gearbeitet. Ich möchte mich frei bewegen können, ohne jemanden zu stören und für den Rest meiner Tage so leben, wie es mir gefällt."
Im Widerspruch zur Verkehrsbehörde
Der Balearische Freizeitverband Es Siurell, dem einige der Wohnmobilbesitzer angehören, meldete über seinen Sprecher Antoni Tomás Zweifel an der Legalität des Gesetzesvorhabens an: "Was das Rathaus vorhat, widerspricht den Regeln der spanischen Verkehrsbehörde DGT. Diese besagt, dass man in seinem Fahrzeug machen kann, was man möchte, solange es ordnungsgemäß geparkt ist und man keine Außenbereiche vereinnahmt."
Tomás lud den Bürgermeister Jaime Martínez ein, doch einmal in einem Wohnwagen vorbeizuschauen und sich selbst ein Bild von der realen Situation zu machen. Sollte der Dialog mit dem Rathaus aber nicht gelingen, kündigte der Verband vorsorglich Rechtsmittel an. /pss
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